
Der erstarkende Rechtsradikalismus und die zunehmende Repression gegen antifaschistische Organisationen verleihen diesem Rückblick eine frappierende Aktualität. Schon vor dem Verbot durch den NS-Staat bereitete sich die FAUD auf die bald schon illegale Arbeit vor, löste die offiziellen Strukturen auf und überführte sie in eine Untergrundstruktur, die bis 1937 weitgehend intakt blieb. Die Aktiven übten Solidarität mit den Inhaftierten, verteilten eingeschmuggelte Literatur und verbreiteten selbst hergestellte Flugblätter und Zeitschriften. Es wurde ein konspiratives, grenzüberschreitendes Verbindungsnetz aufgebaut, durch welches Fluchtwege organisiert und Versuche unternommen wurden, den Nachrichtenaustausch mit dem Ausland aufrechtzuerhalten. Angehörige der Gruppe Deutsche Anarchosyndikalisten im Ausland (DAS) richteten Stützpunkte in Amsterdam, Paris, Stockholm und Barcelona ein.
Zwischen 1934 und 1938 gelang es der Gestapo, die Untergrundstrukturen nach und nach zu zerschlagen. Über 50 Beteiligte überlebten den Terror nicht, viele starben nach dem Krieg an den Spätfolgen. Wir gedenken der Opfer und gehen der Frage nach, wie sich die Verfolgung auf die klandestinen Strukturen des anarchosyndikalistischen Widerstands auswirkte, wie die Beteiligten darauf reagierten und ob sich daraus Lehren für die Gegenwart ziehen lassen.
Wann: Freitag, 23. Oktober, 19:30 Uhr
Wo: FAU-Lokal, Grüntaler Str. 24
Sprache: Deutsch
Die Veranstaltung wird von der AG Geschichte und Zukunft der FAU organisiert.
Abbildung: Titelseite der Anti-NS-Broschüre „Über Hildburghausen ins Dritte Reich!“
