„Die Waffen nieder, die Hämmer nieder“ ist der Titel eines Vortrages, den Rudolf Rocker im Jahr 1919 auf einem Gewerkschaftskongress in Erfurt gehalten hat. Dem Vortrag folgten eine Einladung Rockers ins nahegelegene Sömmerda, die Gründung eines Syndikats der Freien Arbeiter Union Deutschlands (FAUD) und die Übernahme der Stadt für 12 Tage durch Arbeiter:innen während des Kapp-Putsches. Die Ortsgruppengröße von 2000 FAUD-Mitgliedern bei 7000 Einwohner:innen macht das historische Sömmerda zu einem einzigartigen Beispiel des Anarchosyndikalismus in Deutschland.
Wir zeigen den 35-minütigen Film „Anarchosyndikalismus in Sömmerda“ (1992), herausgegeben von der Videozeitung Berliner Universitäten. Der Film enthält Aufnahmen der Stadt kurz nach dem Mauerfall sowie zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen aus Sömmerda, zur Geschichte des Anarchosyndikalismus und zum Verhältnis zur Frauenbewegung.
Veranstaltet wird der Abend zugunsten der in Südthüringen gelegenen Bakuninhütte. Die Anfänge der Hütte führen ins Jahr 1920 und zur dortigen FAUD-Ortsgruppe. Das Gebäude ist seit 2015 das erste und einzige anerkannte Kulturdenkmal des Anarchosyndikalismus in Deutschland, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert. Mitglieder des Wandervereins Bakuninhütte (www.bakuninhuette.de) führen kurz durch die Geschichte und stellen den aktuellen Stand der Sanierung und der Spendenkampagne dar. Abgerundet wird der Abend durch lockeres Zusammensein.

Wann: Freitag, 06. November, 19 Uhr
Wo: FAU-Lokal, Grüntaler Str. 24
Sprache: Deutsch (or English depending on attendees)

Film: Anarchosyndikalismus in Sömmerda (1992)