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12 Fragen für entgrenzte Arbeiter_innen

Wann: 29.04.2016 19:00 Wo: FAU-Gewerkschaftslokal, Grüntaler Straße 24, 13357 Berlin (S Bornholmer Str. & Bhf. Gesundbrunnen)
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Wir haben einen Fragebogen entworfen, der schlechte Laune macht und ihn in Berlin verteilt. Die 12 Fragen richten sich an die Beschäftigten einer Arbeitswelt, in der die Grenzen zwischen Hierarchie, Netzwerk und Freundschaft immer mehr verwischen und in der in zahllosen „spannenden Projekten“ die Erwerbsarbeit als Selbstverwirklichung verstanden wird. Währenddessen werden soziale Sicherungssysteme und Arbeitsrechte von allen Seiten fröhlich für nichtig erklärt, doch die Idee für bessere Arbeitsbedingungen gemeinsam einzutreten scheint abstruser denn je. Die 12 Fragen sollen, im Sinne von Marx' Arbeiterfragebogen, Widersprüche dieser Arbeitswelt aufzeigen, an Hand derer wir mit euch diskutieren und überlegen wollen, wie eine kritische Distanz zur eigenen Erwerbsarbeit aufgebaut und in die Praxis gebracht werden kann.

Termindetails

Wann

29.04.2016
von 19:00 bis 21:00

Wo

FAU-Gewerkschaftslokal, Grüntaler Straße 24, 13357 Berlin (S Bornholmer Str. & Bhf. Gesundbrunnen)

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Dass Arbeiter_innen möglichst selbstständig am effizientesten sind und flexibel Probleme aus der Welt schaffen können, haben die Manger_innen nicht nur in Kreuzberger Start Ups verstanden, sondern auch immer mehr in Clubs, Gastro und klassischer Großindustrie. Das Kredo der Stunde lautet dabei: je selbstbestimmter sich die Angestellten fühlen, desto höher die Produktivität.
Die totale Identifikation mit deiner Arbeit ist hier der einzige Ausweg aus der gesellschaftlichen Entfremdung. Mit dieser dialektischen Volte versuchen die Bosse von heute zu propagieren, dass die neue Arbeitswelt in der Lage ist, den Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Freiheit aufzuheben. Dein Projekt, deine Identität. Dein Betrieb, deine Familie...
Dabei hat sich bis auf die Symbolik der neuen Arbeitswelt kaum etwas geändert: Die Produktionsmittel sind andere - nur gehören sie uns immer noch nicht. Deine Arbeit ist natürlich noch fremdbestimmt - nur kommen die Anweisungen nicht mehr vom Boss, sondern solltest du selbst am besten wissen, was der Markt braucht. Und natürlich produziert deine Arbeit immer noch einen Mehrwert, der nicht von dir abgeschöpft wird - nur ändern sich die Vertriebswege.
Doch trotzdem wird eine sich verschärfende Prekarisierung hingenommen und sind wir weiter davon entfernt kämpferisch und entschlossen für unsere Arbeitsbedingungen einzutreten als je zuvor. Wer revoltiert schon gegen seine besten Freunde? Wer sabotiert schon seine eigene Identität?
Deshalb ist es an der Zeit sich wieder Fragen zu stellen, sich selbst in emanzipatorischer Weise von seiner Lohnarbeit zu distanzieren. Entfremdung als Chance für den Klassenkampf.
Karl Marx legte 1880 in seinem "Arbeiterfragebogen" mit einhundertundeiner Frage den Zustand des Ausbeutungsverhältnisses Arbeit offen und zeigte den Beantwortenden mögliche Auswege auf. Revidiert, gekürzt und adaptiert haben wir einen Fragebogen für entgrenzte Arbeiter_innen erstellt. Entstanden sind ein Dutzend Fragen, die von euch ausgefüllt werden können. Aktivierend kann die Befragung wirken, wenn ihr den Fragebogen auch an die Situation eurem Betrieb anpasst und mit euren Kolleg_innen teilt und besprecht. 
Die Ergebnisse sollen auf keinen Fall extrahiert und wissenschaftlich ausgewertet werden, sondern wir wollen uns am Freitag, den 29.04. mit euch im Kollektiv gemeinsam an den Auswertungsprozess machen, der uns vielleicht Wege der Organisierung und des Arbeitskampfes in diesen Arbeitsfeldern aufzeigen kann.

Den Fragebogen könnt ihr hier downloaden, ausfüllen, verändern und verteilen. Schickt die Ergebnisse auch gerne an entgrenzt@systemli.org oder an die angegebene postalische Adresse.

Die kämpferische Gewerkschaft

Einfach ausfüllen und abschicken: Hier geht's zum MitgliedsantragDie FAU Berlin ist eine un­abhängige Basis­gewerkschaft. Sie ist bundesweit in der Gewerkschaftsföderation FAU organisiert. Tretet bei, bringt euch ein, werdet aktiv.

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Offenes FAU-Lokal: Jeden Freitag, 17–20.00 Uhr.
Gewerkschaftliche Beratung: Immer am 2. und 4. Freitag im Monat, 17–18.00 Uhr. Anmeldungen bitte vorab per E-Mail an .
MieterInnenberatung: Immer am 4. Montag im Monat, 18–19.00 Uhr. In Kooperation mit Rechtsanwältin Carola Handwerg.
Beratung zu Sexismus am Arbeitsplatz: Immer am 1. Freitag im Monat, 18–19.00 Uhr. Beratung zu sexualisierter Diskriminierung/Gewalt am Arbeitsplatz & beim Jobcenter. Nur nach vorheriger Anmeldung unter .
Offene Beratung für Kollektivbetriebe: Nur nach vorheriger Anmeldung an .
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