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Nächster Schritt gegen Disziplinierung per Arbeitszeugnis an der HU

Veröffentlicht am 02.06.2020 Kategorien: ,
Die FAU Betriebsgruppe an der Humboldt-Universität (HU) Berlin kämpft seit Februar 2020 in mehreren Fällen gegen die Maßregelung von Gewerkschaftsmitgliedern per Arbeitszeugnis. Nach mehreren Briefwechseln und großzügigen Fristen reichte die Betriebsgruppe nun Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Universitätsleitung ein.

Bereits seit 2004 können Arbeitszeugnisse an der Humboldt-Universität von Professor*innen und weiteren Personen in leitenden Funktionen ausgestellt werden. Ohne entsprechende Schulungen sind diese allerdings häufig nicht qualifiziert, um formal richtige Arbeitszeugnisse zu schreiben. Diese dezentrale Struktur ohne kollektive Kontrollmöglichkeiten setzt Mitarbeiter*innen der willkürlichen Maßregelung ihrer direkten Vorgesetzten aus und verstärkt dadurch die ohnehin mehrfachen Abhängigkeiten in der Wissenschaft. In einem der aktuellen Fälle führte dies dazu, dass ein Arbeitszeugnis aufgrund von gewerkschaftlichem Engagement mit schlechten Bewertungen ausgestellt wurde. Profs wirken dadurch massiv negativ auf die berufliche Zukunft ihrer Beschäftigten ein, was nicht selten zur wissenschaftlichen Disqualifikation und Schädigung führt.

Ein erster Zwischenerfolg

In der Abteilung der Kultur- und Sozialgeographie erkämpfte unsere Betriebsgruppe bereits eine Verbesserung eines Arbeitszeugnisses, doch es enthält immer noch ungerechtfertigte, nicht zu tolerierende Formulierungen, die der Zukunft des Kollegen schaden.

Die Maßregelung durch schlechte Arbeitszeugnisse ist in dieser Abteilung kein Einzelfall. Der aktuelle Konflikt ist allerdings besonders brisant, denn unser Genosse erhielt sein schlechtes Arbeitszeugnis nach seinem Engagement im Wahlvorstand des Personalrats der studentischen Beschäftigten (PRstudB-HU). Der Kollege wird scheinbar für die Durchführung von betrieblichen Wahlen - einem zulässigen Einsatz für die Wahrnehmung von Grundrechten - abgestraft. Solche Maßregelungen sind keine Angriffe auf Einzelpersonen; sie zielen auf alle Arbeiter*innen, die ihre Interessen selbst vertreten wollen und verletzen wichtige Schutzrechte (nach § 107 BPersVG sowie § 612a BGB).

Solche Maßregelungen sind keine Angriffe auf Einzelpersonen; sie zielen auf alle Arbeiter*innen

Die HU-Leitung hat nun bis zum 12.06.2020 Zeit, um auf die Dienstaufsichtsbeschwerde zu reagieren und dem geltend gemachten Anspruch auf ein wahrheitsgemäßes Zeugnis zu entsprechen.

"Es ist wahr, dass im Wissenschaftskontext mehrfache Abhängigkeiten bestehen und dass die Vorgesetzten häufig neben befristeten Arbeitsverträgen auch die Bewertung der Abschlussarbeit oder die Ausstellung von Arbeitszeugnissen nutzen, um das weitere Berufsleben engagierter Lohnabhängiger zu schädigen", so unser Kollege, "doch wir sollten uns von dieser Tatsache nicht einschüchtern lassen. Wir können und müssen uns wehren, auch damit sich unsere Kolleg*innen weiterhin trauen, am Arbeitsplatz gewerkschaftlich aktiv zu werden. Für die eigene Würde und die Rechte aller prekären Uni-Arbeiter*innen."

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