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Brief an die Kolleginnen und Kollegen des Hennigsdorfer Stahlwerks

Offener Brief des Taranto-Soli-Komittees zu den Veranstaltungen in Berlin und Hennigsdorf "Das System Ilva" am 20./21. September 2013.

Liebe Kolleginnen und Kollegen des Stahlwerks Hennigsdorf

An diesem Wochenende wird eine Gruppe von Kollegen aus dem Riva-Stahlwerk Ilva aus Taranto nach Berlin und Hennigsdorf kommen. Bei ihrem Besuch werden die italienischen Kollegen gemeinsam mit Anwohnern des Werkes auf zwei Info-Veranstaltungen über die Lage in ihrem Betrieb und der Region berichten. Diese beiden Veranstaltungen sind eine Gelegenheit, an direkte Infos über die Vorfälle in Taranto zu kommen.

Das Stahlwerk im Süden Italiens ist seit Monaten in der Presse. Nicht nur in Italien, sondern auch hier haben viele Medien über die Vorfälle in Taranto berichtet. Vor etwa einem Jahr wurden einige Mitglieder der Familie Riva verhaftet, weil ihnen massive Umweltverschmutzung und mehrfacher Totschlag vorgeworfen wurde. Es gibt in Taranto immer häufiger Kinder, die schon mit Krebs auf die Welt kommen. Spielplätze wurden geschlossen, weil der Sand vergiftet ist. Neuerdings dürfen sogar Verstorbene nicht mehr beerdigt werden, weil der Kontakt mit der Erde zu gefährlich für die Bestatter ist. Rund um die Fabrik sind Netze gespannt, die den roten Staub auffangen sollen, der dort Schicht für Schicht ausgestoßen wird. Die sechs verhafteten Führungskräfte sind inzwischen wieder freigelassen, weil die Frist für Vorbeugehaft abgelaufen ist. Die Ilva wurde unter Zwangsverwaltung gestellt, da die Firma gerichtlich verfügte Umweltauflagen in Milliardenhöhe und Werkteilschließungen nicht umgesetzt hat. Aktuell hat Riva aus Protest gegen einen richterlichen Beschluss die Produktionsstandorte in Norditalien geschlossen und die Kollegen wurden auf Kurzarbeit gesetzt.

Wir wissen, dass einige es nicht gern sehen, wenn dieses Thema auf den Tisch kommt. Wenn es angesprochen wurde, kam schnell starker Gegenwind. Geschäftsführung und Betriebsrat haben Angst um den eigenen Standort und stellen sich bedingungslos hinter Emilio Riva. Aus Angst um den eigenen Arbeitsplatz gehen viele Kollegen diesen Weg der absoluten Loyalität gegenüber den Chefs mit. Eine kritische Auseinandersetzung – auch mit den Bedingungen in Hennigsdorf – ist nicht gewünscht. Aber glaubt ihr ernsthaft, dass der Riva-Konzern euch dies am Ende danken wird? Warum sollte er mit euch anders umgehen als mit den Kollegen in Italien?

Den Kopf in den Sand stecken, war noch nie eine gute Strategie. Auch die Kollegen in Italien kennen diese erpresserische Logik. „Lieber Krebs als arbeitslos.“ hieß es auf einem Transparent auf einer Demo in Taranto, was veranschaulicht, wohin eine solche Logik führt. Die angereisten Kollegen glauben allerdings nicht an diese vermeintliche Alternativlosigkeit. Sie finden es wichtig, sich mit ihren deutschen Kollegen über die Situation auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen, um aus dieser Logik auszubrechen.

Aber informiert euch selbst! Stellt Fragen! Bildet euch euere eigene Meinung!

B E R L I N :
Fr 20.9. - 19 Uhr - RegenbogenKino, Lausitzer Str. 22 (U1/U8 Kottbusser Tor)
H E N N I G S D O R F :
Sa 21.09. - von 16 bis 18 Uhr - Postplatz (am S-Bahnhof Hennigsdorf)
Im Anschluss: Konzert mit Sciamano & dj Brusca. Auf deutsch und italienisch. Der Eintritt ist frei

T a r a n t o - S o l i - K o m i t t e e - Kontakt: taranto-soli@fau.org – Weitere Infos: berlin.fau.org

Der Brief als PDF-Datei.

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