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DEVI Gastro beantwortet Lohnforderung mit Schadenersatzforderung gegen Gewerkschaftsmitglied

Veröffentlicht am 19.07.2016 Kategorien: ,
Ein Mitglied der Basisgewerkschaft FAU Berlin geht mit einer Lohnklage gegen den Betreiber des Restaurants „Barist“ vor. Der Betreiber hat jedoch eine Widerklage eingereicht, in der er Schadenersatzansprüche gegenüber dem FAU-Mitglied geltend machen will - wegen „rechtswidrigen“ Aktionen, zu denen angeblich der ehemalige Mitarbeiter seine Gewerkschaft angezettelt haben soll.

Am Mittwoch, den 20. Juli, findet der zweite Gerichtstermin eines FAU-Mitglieds gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber DEVI Gastro GmbH statt. Das Gewerkschaftsmitglied hatte als Eisverkäufer im Restaurant „Barist“ der Firma DEVI Gastro am Hackeschen Markt gearbeitet. Zusammen mit der FAU Berlin fordert der Betroffene eine Nachzahlung von Überstundenlohn, Nachtzuschlägen und Urlaubsgeld.

Beim ersten Gütetermin am 22. April war der Anwalt von DEVI Gastro, Dr. Mehmet Koca, der Ansicht, dass Barist dem FAU-Mitglied keinen ausstehenden Lohn schulden würde. Der Anwalt des FAU-Mitglieds, Sebastian Kunz, bestand auf der Forderung, drückte aber seine Bereitschaft zum Verhandeln aus. Der Prozess setzt sich nun nach 3 Monaten fort.

Mittlerweile hat DEVI Gastro auch eine Widerklage gegen den Betroffenen eingereicht, in der Schadenersatzansprüche in Höhe von fast 8,000 € gefordert werden, die angeblich aufgrund von „illegalen“ Aktionen der FAU entstanden sind. DEVI Gastro behauptet, dass der Betroffene für die Aktionen der FAU Berlin haftet, weil er sie mit den besagten Aktionen beauftragt hätte. „In unserer Gewerkschaft gilt: Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle“, meint Markus Weise, Sekretär der FAU Berlin. „Wer denkt, dass ein Mitglied für die Aktionen der Gewerkschaft verantwortlich ist, hat das Konzept einer Gewerkschaft nicht verstanden.“

Die Widerklage erinnert an die einstweilige Verfügung gegen die FAU Berlin, die DEVI Gastro bereits in der Vergangenheit erwirkt hat. Demnach darf die FAU Berlin u.a. keine Kundgebungen mehr gegen die Gaststätte veranstalten, noch ihr Verhalten und ihre Leistung im Internet kommentieren, noch kritische Flugblätter über sie verteilen. Gegen die einstweilige Verfügung hatten am 4. Juni in Berlin mehr als 300 Personen demonstriert. Die FAU Berlin wird juristisch gegen die einstweilige Verfügung vorgehen.

Der Gerichtstermin findet am Mittwoch, den 20. Juli um 9:45 in Raum 224 des Berliner Arbeitsgerichts (Magdeburger Platz 1) statt.

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