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Sklaverei im Knast: Wir lieben es nicht

Veröffentlicht am 08.11.2016 Kategorien: ,
Am Samstag, den 5. November, haben Mitglieder der FAU Berlin eine Transparent- und Flyeraktion vor einer McDonald's-Filiale durchgeführt. Die Aktion erfolgte in Solidarität mit dem Gefangenenstreik in den USA, der seit September diesen Jahres läuft.

Warum McDonald’s?

McDonald’s macht, wie viele andere in den USA ansässige Unternehmen (Microsoft, Nike, Starbucks... ; die Liste ist lang), von Gefängnisarbeit Gebrauch. Von diesem "Insourcing" erzwungener Arbeit sind etwa 2,4 Millionen Gefangene betroffen. Dabei bekommen etwa die Gefangenen, die in Oregon Uniformen für McDonald’s nähen, für ihre Arbeit einen noch niedrigeren Stundenlohn als die Menschen, die diese Uniformen tragen.

Nun gibt es Widerstand

Seit zwei Monaten haben Gefangene ihre Werkzeuge niedergelegt und tun sich das erste Mal in der Geschichte der USA für einen bundesweiten Streik der Gefangenenarbeit zusammen. Es ist schwierig einzuschätzen, wie viele sich daran beteiligen, aber in Knästen, wo Gefangene sich organisiert haben oder Streiks stattfanden, wurden mindestens 15.310 inhaftierte Arbeiter_innen in ihre Zellen eingesperrt.

Das Datum, das für den Beginn des Streiks gewählt wurde, der 9. September, ist der Jahrestag des berühmten Gefängnisaufstands in Attica 1971, in dem Inhaftierte für Gefangenenrechte und gegen die unmenschlichen Haftbedingungen aufgestanden sind.

Diesmal lehnen sich Gefangene gegen die rechtlich sanktionierte Sklavenarbeit auf. Sie arbeiten durchschnittlich 8 Stunden am Tag ohne gewerkschaftliche Vertretung und verdienen zwischen 20 Cent und 1 Euro pro Stunde, über sechs mal weniger als der bundesweite Mindestlohn. Niedrige Löhne und abgebaute Ausbildungsprogramme führen als Konsequenz zu tiefer Verschuldung und wenig Chancen für die Zukunft, was dazu beiträgt, dass aus dem Gefängnis Entlassene kaum aus der Abwärtsspirale rauskommen und schnell wieder im Knast landen.

Gefangenenarbeit als Fortsetzung der Sklaverei


Währenddessen werden Großunternehmen wie McDonald’s mit riesigen Gewinnen und Steuergutschriften in Höhe von jährlich Millionen US-Dollar dafür belohnt, dass sie Knastarbeit nutzen - sanktioniert von dem 13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten (der die Sklaverei verbietet ... außer „als Strafe für ein Verbrechen“).

Nicht nur Kritik an Haftbedingungen

In diesem Streik geht es um viel mehr als nur um Löhne und unmenschliche Lebens- und Arbeitsbedingungen im Knast. Ereignisse rund um den Streik haben weltweit Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Ein Aufstand von 400 Personen am Abend vor dem Streik im Gefängnis Florida Holmes, ziviler Ungehorsam (u.a. eine Aktion von 40 Personen in einem anderen Gefängnis in Florida), ein Hungerstreik, kollektive Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen in vielen anderen Gefängnissen in den ganzen USA. Der Streik hat nicht nur das Thema „Lohn- bzw. Sklavenarbeit im Knast“ ins öffentliche Bewusstsein gebracht, sondern verband auch dieses Thema mit den Protesten in der letzten Zeit gegen die Wegsperrpolitik, gegen Polizeirepression und den systemischen Rassismus (die schwarze Minderheit macht 12,6 % der Bevölkerung aus, aber 60 % der Gefangenen sind Schwarze!)

„Wenn wir die Sklaverei abschaffen, werden sie das meiste von dem Anreiz verlieren,  unsere Kinder einzusperren; sie werden aufhören, Fallen zu bauen, um die, welche sie entlassen haben, wieder einzufangen.“

Free-Alabama-Bewegung, beteiligt an der Organisierung der Aktionen

Unterstützt den Gefängnisstreik in den USA gegen Sklavenarbeit!

Exponiert die Unternehmen, die von der Zwangsarbeit inhaftierter Arbeiter_innen profitieren!

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