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Neuer Tarifvertrag stärkt kollektive Selbstorganisation

Veröffentlicht am 14.09.2020 Kategorien: ,
Nach langer Vorarbeit ist es geschafft: Die FAU schließt einen neuen Haustarifvertrag für eine Freie Alternativschule ab. Kernstück des Erreichten sind Regelungen zur Absicherung der kollektiven Selbstorganisation an der Schule, durch den Zusammenschluss der Lohnarbeitenden in der FAU und durch die gute Vorbereitung in der Betriebsgruppe und der Tarifkommission konnten aber auch bessere Arbeitsbedingungen festgeschrieben werden.

Nun ist es offiziell: Der neue Tarifvertrag für eine Freie Alternativschule, an welcher die FAU seit 2017 aktiv ist, wurde unterzeichnet und ist rückwirkend zum 01.08.2020 in Kraft getreten! Der Abschluss zwischen dem Trägerverein der Schule und dem Allgemeinen Syndikat Berlin der FAU enthält viele neue Regelungen, welche die Struktur der Schule als kooperative Gemeinschaft stärken und sichern sollen. Der Trägerverein und der geschäftsführende Vorstand werden noch enger verpflichtet, die Entscheidungen innerhalb der Schule selbst und ihre Autonomie zu respektieren, welche als Freie Alternativschule von einem Kollektiv in enger Zusammenarbeit mit den Familien gestaltet und betrieben wird. Daneben gibt es aber auch einige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen: So werden etwa die Kosten für ökologische Mobilität mit ÖPNV oder Fahrrad übernommen und die finanzielle Absicherung zum Beispiel bei langer Krankheit oder in der Elternzeit verbessert. Außerdem wurde eine Jahressonderzahlung und die Lohnhöhe erstmals auch in dem Tarifvertrag festgeschrieben.

Bereits 2018 hatte die FAU einen ersten Tarifvertrag für den Betrieb abgeschlossen. Seit Ende 2019 war nun in der FAU-Betriebsgruppe immer wieder am Entwurf für eine neue Fassung gearbeitet worden, die Einbindung des Träger-Vorstands hatte sich jedoch aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der CoViD-19-Pandemie verzögert, weil persönliche Gespräche in dieser angespannten Lage schwierig gewesen wären. Daher konnte der Vorstand erst nach den Sommerferien seine ungeduldig erwartete Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung des FAU-Vorschlags treffen. Der Prozess war nicht leicht, aber letztlich hat der Vorstand den Vorschlag der Betriebsgruppe in einem Mehrheitsbeschluss angenommen. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Tarifvertrag konnten in den letzten Jahren zahlreiche Anregungen gesammelt werden, um seine Regelungen den Wünschen und der Praxis im Betrieb weiter anzupassen – und auch den Träger-Vorstand hierauf zu verpflichten. Der Druck aus der Betriebsgruppe hat nun dazu geführt, dass die kollektive Selbstorganisation der Freien Alternativschule durch den neuen Tarifvertrag noch besser abgesichert wird.

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