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Mindestlohn? Nicht in der Bildungsarbeit...

Veröffentlicht am 19.03.2016 Kategorie:
Der reale Stundenlohn von Bildungsarbeiter_innen bewegt sich nach aktuellen Recherchen oft unter dem Mindestlohn. Auch die DGB-Jugend Berlin-Brandenburg bezahlt demnach ihre freien Mitarbeiter_innen miserabel.

Während sich SPD, DGB und Co auf ihre Funktionärsschultern klopfen, weil der Mindestlohn seinen ersten Geburtstag nahezu unbeschadet überstanden hat, suchen Arbeitgeber_innen in allen Bereichen nach Möglichkeiten die gesetzlichen Reglements zu unterwandern und die Stundenlöhne weiter zu drücken. Eine Vorreiterrolle kommt dabei seit eh und je dem Wissenschaftsbetrieb und der Bildungsarbeit zu. Hier arbeiten besonders viele Selbstständige, bei denen gängige Tarife einfach zu umgehen sind: Vereinbarte Stundenlöhne, die eigentlich akzeptabel scheinen, werden immer häufiger durch ausbeuterische Reglements des Honorarwesens erodiert. Nicht nur ist der Arbeitsaufwand fast immer viel höher als vereinbart, meist müssen dann noch große Teile des Lohnes selbst versteuert werden und gehen für die Krankenversicherung drauf. Am Ende bleibt oft kaum noch was zum leben.

Unsere Freund_innen vom Netzwerk Prekäres Wissen haben sich nun die Mühe gemacht, die letztlich ausgezahlten Honorare selbstständiger Bildungsarbeiter_innen auf die geleisteten Arbeitsstunden hochzurechnen. Entstanden ist eine Honorartabelle, die die real gezahlten Brutto-Stundenlöhne aufschlüsselt. In ihrem Report kann man die erschreckend miserablen Ergebnisse nachlesen: In den meisten Fällen bleibt deutlich weniger als der Mindestlohn.

Diese Entwicklung zieht sich durch alle gängigen Tätigkeitsbereiche: von Museen über Volkshochschulen bis in die Universitäten. Doch auch ein großer Teil der erfassten Auftraggeber_innen "sind ausgerechnet Gewerkschaften oder gewerkschaftsnahe Bildungseinrichtungen, die nicht nur in größerem Ausmaß über Eigenmittel verfügen, sondern die auch politisch daran interessiert sein sollten, die Bildungsarbeiter_innen, die selbstständig für sie tätig sind, angemessen zu bezahlen".

Exemplarisch für diese Gruppe steht die DGB-Jugend Berlin-Brandenburg. Hier bleibt den Arbeiter_innen den Recherchen nach oft nur ein Brutto-Stundenlohn um die sechs Euro (Report S. 16). Damit gerät dieser Auftraggeber erneut in die Negativschlagzeilen. Denn bereits im Januar wurde einem freien Mitarbeiter nach gewerkschaftlichen Aktivitäten der Rahmenvertrag durch die DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin gekündigt (wir berichteten). Gerade für einen gewerkschaftlichen Träger sind solche Zustände mehr als peinlich!

Für uns ist klar, dass sich in diesem Bereich etwas ändern muss. Die Bildungssektion der FAU Berlin setzt sich weiter für faire und pünktliche Bezahlung der Bildungsarbeiter_innen in Berlin ein.

Lasst euch solche Praktiken nicht länger gefallen. Organisiert euch!

 

Weitere Links:

https://prekaereswissen.wordpress.com/honorartabelle-prekare-beschaftigung/

 

https://berlin.fau.org/news/dgb-kuendigt-honorarkraft-nach-gewerkschaftlichen-aktivitaeten

 

https://berlin.fau.org/strukturen/bildung

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