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[Mall of Shame] Pressekommentar: Die falsche Maske des Andreas Fettchenhauer

Veröffentlicht am 17.12.2014 Kategorien: ,
Nach neuesten Presseberichten im Berliner Tagesspiegel(1) und der Berliner Zeitung(2) zum insolventen und nunmehr gekündigten Generalübernehmer der Mall of Berlin, Andreas Fettchenhauers Fettchenhauer Controlling und Logistic GmbH (FCL), will die FAU Berlin einige Punkte öffentlich deutlich klarstellen. Die Punkte beziehen sich auf die Inhalte der genannten Presseartikel.
[Mall of Shame] Pressekommentar: Die falsche Maske des Andreas Fettchenhauer

Auch der rbb hat's gefilmt: Alle Ausbeuter unter einem Dach.

Bezugnehmend auf:

[1] Schönball, Ralf. Tagesspiegel:
„Mitgefühl für die rumänischen Bauarbeiter“
 online veröffentlicht am 17.12.2014

[2] Beyerlein, Andrea. Berliner Zeitung:
Betrugsverdacht bei der Mall of Berlin,
 online veröffentlicht am 16.12.2014



Gewerkschaft fordert Lohn statt Mitgefühl

  1. Herr Fettchenhauers „Mitgefühlsbekundung“ in einem Interview mit dem Tagesspiegel können wir nur als Heuchelei wahrnehmen. Verantwortlich dafür, dass die Kollegen kein Geld erhielten, sei er angeblich nicht. Doch Fakt ist: Die FCL hat auf dubiose Subunternehmen gesetzt, die unseres Wissens zu keinem Zeitpunkt von ihren Aufträgen entbunden wurden. Er trägt auch die rechtliche Verantwortung für das Geschehen auf der Baustelle inkl. nichtgezahlter Löhne (§14 AEntG).
  2. Seine Aussagen im Tagesspiegel bezugnehmend auf Vereinbarungen, die Fettchenhauer für die Arbeiter erzielt haben will, können aus unserer Perspektive nur ein schlechter Scherz gewesen sein! Hier geht es um Verzichtserklärungen auf den versprochenen Lohn für eine  Einmalzahlung einiger hundert Euro. Die Behauptung, er habe dies mit dem DGB getan, stimmt nach Kenntnisstand der FAU Berlin nicht. Das zuständige Büro für entsandte Beschäftigte hat von solchen Erklärungen abgeraten. Letztlich sind solche Verzichtserklärungen ebenso rechtswidrig wie rechtlich gegenstandslos (§ 9 AEntG). Sie sind vielmehr ein Eingeständnis, dass die Arbeiter dort – entgegen anderer Behauptungen (bspw. durch das Subunternehmen Metatec) – tätig waren.  
  3. Fettchenhauers anschließende Infragestellung der Tätigkeit der rumänischen Kollegen auf der Baustelle finden wir zynisch. Wie sollen Arbeiter, denen Verträge vorenthalten wurden, Verträge vorweisen? Er vergisst wohl komplett, was ihm überhaupt vorgeworfen wird? Das System aus Subunternehmen, das Arbeiter mit falschen Versprechungen anlockte, um sie anschließend systematisch in die Schwarzarbeit zu drängen, ist schließlich der Grund für die Probleme der Arbeiter, ihre Arbeiten nachzuweisen. Als Generalübernehmer ist er ebenso verantwortlich, wenn Löhne durch von ihm beauftragte Subunternehmen nicht gezahlt werden. Dass die Arbeiter letztlich die bereits angesprochenen rechtswidrigen Verzichtserklärungen unterschrieben haben, ist indes doch das Eingeständnis der Subunternehmen und Fettchenhauers, der dies angeblich in die Wege geleitet haben will, dass die Arbeiter auf der Baustelle tätig waren. Alles andere entbehrt jeder, auch von Fettchenhauer selbst proklamierten Logik.
  4. Fettchenhauer behauptet, dass Schwarzarbeit nicht seriös kalkuliert werden könne. Fakt ist jedoch, dass er Subunternehmen eingesetzt hatte, die nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn eingehalten, geschweige überhaupt den versprochenen Lohn gezahlt haben. Ja, eines der beauftragten Subunternehmen – die 2011 gegründete Openmallmaster GmbH – hatte 2014 nach Angaben der Wirtschaftsauskunft Creditreform nur eine/n Beschäftigte/n. Unseriöser geht es kaum. All dies sollte der FCL also nicht aufgefallen sein?
  5. Fettchenhauer verweist im Tagesspiegel-Interview darauf, dass der Zoll eingeschaltet worden sei. Unsere Kollegen berichteten jedoch davon, dass es ein Leck zum Zoll gab. Schwarzarbeiter wurden meist eine Stunde vor Eintreffen des Zolls von der Baustelle abgezogen. So konnte niemals Schwarzarbeit im großen Stil nachgewiesen werden. Auch diese Tatsache, in die nicht allein ein Subunternehmen eingebunden gewesen sein kann, will FCL nicht registriert haben?
  6. Fettchenhauer war vielleicht nicht Geschäftsführer der BSS, die im Fokus von Ermittlungen stand, jedoch einer von drei Gesellschaftern und als solcher auch für die Vorgänge rund um die BSS mitverantwortlich.

 

Andreas Fettchenhauer verweist erneut auf den Investor Harald Huth, die Subunternehmen jedoch seit Beginn auf Fettchenhauer. Doch wo angeblich Millionengelder flossen, ist nichts bei den Arbeitern gelandet und niemand will das bemerkt haben? Als FAU Berlin werden wir dieses „Verantwortungspingpong“ nicht mitmachen. Juristisch werden wir gegen alle Parteien vorgehen. Gegen Fettchenhauer sowie die Subunternehmen werden zusätzlich noch Strafanzeigen in Erwägung gezogen. Gleichzeitig kündigt die Gewerkschaft hiermit an, Fettchenhauer nicht aus der Verantwortung zu entlassen und über die Vorgänge bei der Mall of Berlin, für die er die Mitverantwortung trägt, in seinem gesamten Geschäftsumfeld aufzuklären. Auch das Mittel des Protests gegen Fettchenhauer bei anderen von ihm geleiteten oder betreuten Projekten behält sich die Gewerkschaft vor, bis die Löhne gezahlt sind. Die FAU fordert nunmehr mit dem zusätzlichen Einschlagen des Rechtswegs den gesetzlichen Mindestlohn in Berlin für die Arbeiter von 11,10 Euro (Lohngruppe 1). Der Investor ging indes auf ein Gesprächsangebot der FAU Berlin nicht ein, ebenso wenig wie Andreas Fettchenhauer.

Berlin, 17.12.2014

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