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„Integrations“-Kurse: Gegen prekäre Arbeitsbedingungen! Für eine solidarische Bildungspraxis!

Veröffentlicht am 06.03.2016 Kategorien: ,
Die Bildungssektion der FAU Berlin unterstützt den Aufruf zu einer Kundgebung von Berliner DaF/DaZ-Dozent*innen unter dem Motto „Prekär ist nicht fair! - Gegen schlechte Arbeits- und Lernbedingungen in Integrationskursen“. Mi 9.3. 14:00, vorm Innenministerium.

Die Kolleg*innen verstehen als Ziel ihrer Arbeit, durch Sprachvermittlung die Teilnahme an allen gesellschaftlichen Bereichen zu erleichtern. Sie stellen klar, dass diese Arbeit mehr wert ist als die gegenwärtigen Hungerlöhne und prekären Arbeitsbedingungen den Anschein vermitteln. Scheinselbstständigkeit, keine Honorarfortzahlung im Krankheitsfall, Verdienstausfall in Ferienzeiten, hohe Sozialabgaben, kein Kündigungsschutz sind nur der Anfang einer langen, unschönen, für viel zu selbstverständlich gehaltenen Liste. Aktuell wird zusätzlich die Kursqualität durch die Erhöhung der Teilnehmerzahl pro Kurs verringert und die Arbeit durch Aussetzung von Qualifikationsanforderungen deprofessionalisiert.

Wir finden: Solch prekäre Arbeitsbedingungen sorgen auch dafür, dass eine kämpferische und klassenbewusste Organisierung der mehr als 20000 Dozent*innen bei rund 1450 Bildungsträgern in Deutschland erschwert wird. Und sie verhindern, die notwendige Zeit und Ruhe zu finden, um gemeinsam mit den Kursteilnehmer*innen über so hässliche Wörter wie „Integration“ nachzudenken und Bildungsarbeit als eine solidarische Praxis jenseits von Paternalismus, Nationalismus und Rassismus zu etablieren.

Die Kolleg*innen fordern „flexiblere Kursformate und unbürokratischen Kurszugang auch für Geflüchtete“ und „fachliches Mitspracherecht der Dozent*innen bei Einstufungen, Kursinhalten und Prüfungen“. Unseres Erachtens könnte die Einlösung dieser Forderungen ermöglichen, dass das Lehren der deutschen Sprache als solidarischer und selbstbestimmter Akt verstanden wird. Bezogen auf ihre eigenen Arbeitsbedingungen fordern die Kolleg*innen: "Tarifgebundenen Angestelltenstatus wie Sprachlehrer*innen an staatlichen Schulen oder bei Freiberuflichkeit 60 Euro pro UE plus eine Beteiligung der auftraggebenden Einrichtungen an den Sozialversicherungsabgaben". Wir hoffen, dass auch bei der Option Angstelltenstatus die Löhne stimmen und auch bei der Option Honorarerhöhung notwendige Sicherheiten vorhanden sein werden. 

Wir finden gut, dass die Kolleg*innen sich – unabhängig von großen Gewerkschaften und trotz der prekären Umstände, unter denen sie arbeiten – selbst organisieren, dass sie nicht nur für die eigenen Arbeitsbedingungen, sondern auch für die Lernbedingungen der Kursteilnehmer*innen auf die Straße gehen und dass sie ein „sogenannt“ vor das Unwort „Integrationskurse“ setzen. Denn was „Integration“ in den Augen der Herrschenden bedeutet, wird deutlich, wenn wie gegenwärtig menschenfeindliche Forderungen laut werden, den aufenthaltsrechtlichen Status noch rigider an die Teilnahme an solchen Kursen zu knüpfen, für die noch nicht einmal angemessene Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Deshalb: Unterstützt die Kolleg*innen und kommt zur Kundgebung!

Eure Bildungssektion der FAU Berlin

Kundgebung:
Mittwoch 9. März 2016, 14 Uhr
vor dem Bundesministerium des Innern, Alt-Moabit 140, 10557 Berlin (Nähe Hauptbahnhof)

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