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„Gratisarbeit“ für die Rosa-Luxemburg-Stiftung: Historikerin um über 3.000 € Honorar geprellt

Veröffentlicht am 28.06.2016 Kategorie:
Eine Berliner Journalistin und Historikerin wurde vom Direktor des Regionalbüros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in São Paulo mit einem Rechercheprojekt beauftragt, er hat das fertige Projekt abgenommen und redigiert - aber sobald es um das Honorar ging, will keiner es gewesen sein. Der Direktor in São Paulo sagt, er bekäme kein Geld aus Berlin, die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin sagt, der Direktor hätte keine Vollmacht, einen solchen Auftrag zu erteilen. Die Journalistin bleibt sitzen auf unbezahlter Arbeit für über 3.000 €. Das Muster ist uns bekannt: Unternehmer scheuen die Verantwortung für unbezahlte Löhne und beschuldigen sich gegenseitig. Ein „linkes“ Image wie bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung macht hier keine Ausnahme.
„Gratisarbeit“ für die Rosa-Luxemburg-Stiftung: Historikerin um über 3.000 € Honorar geprellt

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung wirbt mit Kätzchen für die Weltrevolution - aber wie revolutionär ist der eigene Betrieb? (Bildquelle: Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) ist eine parteinahe Stiftung der Linkspartei, die zu den privaten Trägern politischer Bildungsarbeit gehört. Bundesweit beschäftigt sie hunderte MitarbeiterInnen, und hat Regionalbüros weltweit, so auch in São Paulo, Brasilien.

Einer auf Lateinamerika spezialisierten Journalistin und Historikerin wurde Ende April 2015 vom Direktor des Regionalbüros in São Paulo ein Projekt für die RLS angeboten. Das Ergebnis sollte zum 40. Jahrestag der sogenannten „Operation Condor“ im November 2015 in Paraguay vorgestellt werden. In Emails und Skype-Telefonaten wurde von der Journalistin und von dem Direktor eindeutig bestätigt, dass sie das Rechercheprojekt nur beginnt, wenn es tatsächlich vergütet wird, entsprechend dem in ihrer Projektbeschreibung genannten Tagessatz.

Im September 2015 übersandte die Journalistin das Rechercheergebnis mit einer Rechnung über ca. 3.000 €. Der Direktor redigierte den Text sofort und schickte ihn ihr zurück. Eine Woche später teilte er ihr aber zu ihrer großen Verwunderung mit, dass weder die RLS sie für das Projekt beauftragt hätte, noch könne er sie für die erbrachte Arbeit entlohnen, da ihm leider keine Mittel aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bereitgestellt würden.

Als die Journalistin den Direktor an die Vereinbarung erinnerte, schickte er ihr per Email plötzlich einen Honorarvertrag mit Briefkopf der RLS von 900 € für ein Projekt zu einem völlig neuen Thema. Das schon fertige Projekt zur Operation Condor blieb aber unbezahlt.
Weitere Mahnungen und Zahlungsaufforderungen seitens der Journalistin wie auch der Rechtschutzstelle der Gewerkschaft Ver.di blieben unbeachtet. Die Journalistin hat nun eine Klage gegen die RLS eingereicht. Der Prozess wird am 7. Juli, um 9.15 Uhr im Amtsgericht Tempelhof, Möckernstr. 130, Zimmer 258 stattfinden. Die Mediensektion der FAU Berlin, in der die Journalistin mittlerweile Mitglied ist, ruft auf zur Unterstützung.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung setzt sich für Arbeitnehmerrechte und soziale Gerechtigkeit ein, und gegen Sexismus und Rassismus. Jedoch ist der Fall der um ihr Honorar geprellten Lateinamerikanistin offenbar nicht das erste Mal, dass die Stiftung auf die Rechte ihrer eigenen MitarbeiterInnen pfeift. 2015 wurde etwa, wie in der Presse berichtet wurde, im New Yorker Büro der RLS einer Mitarbeiterin gekündigt, nachdem sie gewerkschaftlichen Protest gegen den fehlenden Kündigungsschutz organisiert hatte. Wie sich zudem herausgestellt hat: Unter den vier ProjektmanagerInnen des New Yorker Büros hatten die Frau und ihr schwarzer Kollege ein niedrigeres Einstiegsgehalt als die beiden weißen, männlichen Kollegen erhalten.

Auch mit einem „linken“ Image sieht der Kapitalismus letzten Endes doch immer gleich aus.

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