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Kundgebung vor dem DGB-Gebäude am Mittwoch (06. April)

Veröffentlicht am 04.04.2016 Kategorie:
Unter dem Motto "Gute Arbeit? Gerechtigkeit? Solidarität?" ruft die Bildungssektion der FAU Berlin für den kommenden Mittwoch, den 6.April, zu einer Kundgebung vor dem DGB-Gebäude (Keithstr. 1-3) auf. Anlass ist die an diesem Tag stattfindende Konferenz mit dem Titel "Prekäre Beschäftigung in Berlin: Was ist zu tun?". Eine Frage die sich die Verantwortlichen im Hause DGB zunächst einmal selber stellen sollten.

Die Arbeitsbedingungen für Honorarkräfte im Bildungswerk des DGB sind genau das, was unter "prekär" zu verstehen ist. Und wer sich gegen diese Bedingungen wehrt, dem wird einfach kurzerhand der Vertrag gekündigt. Eine solche Praxis wollen wir uns nicht gefallen lassen, und schon gar nicht von einem Gewerkschaftsbund! Also kommt zahlreich! Los geht's um 15 Uhr mit Flyer verteilen.

Zum Hintergrund:

In einer Jugendbildungsstätte des DGB in Flecken Zechlin (Brandenburg) sind Honorare für Seminare nicht nur äußerst gering (100 Euro am Tag)1, diese werden darüber hinaus seit Jahren oftmals nicht fristgerecht gezahlt – und das obwohl vertraglich eine absurd hohe Zahlungsfrist von fünf Wochen festgehalten ist.

Ein freiberuflicher Seminar-Teamer, welcher dort mehrere Jahre regelmäßig tätig war, wollte diesen Zustand nicht länger hinnehmen und forderte über die FAU Berlin für seine verspäteten Honorare Verzugsaufschläge.  Da die Mahnbriefe der Basisgewerkschaft ignoriert wurden, statteten Vertreter*innen der FAU den Zuständigen in der Keithstraße Mitte Januar einen Besuch ab. Das Geld wurde daraufhin zwar überwiesen, allerdings wurde dem Betroffenen wenig später der Rahmenvertrag gekündigt. Daraufhin gab es Druck von vielen Seiten (FAU, Kolleg*innen etc.), die Verantwortlichen reagierten lediglich mit einer Verzögerungstaktik.

 

Also kommt zur Kundgebung!

Darum rufen wir am Mittwoch, den 06. April, zu einer Kundgebung unter dem Motto "Gute Arbeit? Gerechtigkeit? Solidarität?" vor dem DGB-Gebäude (Keithstr. 1-3) auf.

An diesem Tag findet dort eine Konferenz mit dem Titel "Prekäre Beschäftigung in Berlin: Was ist zu tun?" statt. Im Veranstaltungstext heißt es beispielsweise: "Vom neuen Senat erwartet der DGB eine Strategie und Maßnahmen zur Durchsetzung Guter Arbeit."

Und wir erwarten vom DGB, sich nicht nur mit schönen Schlagworten wie "Gute Arbeit", "Gerechtigkeit" und "Solidarität" zu schmücken und diese zu hohlen Phrasen verkommen zu lassen, sondern diese im eigenen Bildungswerk zu realisieren.

Denn dort gibt es viel zu tun: Miese Honorare, verspätete Zahlungen und kaum Mitspracherechte für Honorarkräfte sind ein unhaltbarer Zustand! Wir fordern die Verantwortlichen in der Keithstraße auf, nicht nur über bessere Arbeitsbedingungen zu reden, sondern auch konkret zu handeln und schon mal im eigenen Hause damit anzufangen!

Also kommt zahlreich zu unserer Kundgebung am Mittwoch! Los geht's um 15 Uhr mit Flyer verteilen, später darf es dann auch ein wenig lauter werden.

 

Mehr zum Thema:

https://berlin.fau.org/news/dgb-kuendigt-honorarkraft-nach-gewerkschaftlichen-aktivitaeten

https://berlin.fau.org/news/mindestlohn-nicht-in-der-bildungsarbeit

 

 

1 zur Erinnerung: Von diesem Bruttobetrag müssen Freiberufliche ganz alleine für Sozialversicherungsbeiträge und Steuern aufkommen.

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