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Auf zur Demonstration am Frauen*kampftag am 8. März!

Veröffentlicht am 05.03.2017 Kategorien: , , ,
Der Frauen*kampftag am 8. März führt unsere feministischen Kämpfe zusammen und bringt sie hinaus auf die Straße. So lange das Patriarchat besteht, wird es in der Familie, im öffentlichen Raum wie auch im Arbeitsleben reproduziert. Der derzeitige Kapitalismus funktioniert nur auf Grundlage des Patriarchats.
Das kapitalistisch verklärte Ideal der Lohnarbeit, als vermeintliches Allheilmittel zur Emanzipation der Frau*, bietet keine Lösung. Bei all den neoliberalen Erfolgsgeschichten von Frauen*,  die sich in einer "Männerwelt" zu behaupten lernten, wird gerne  verschwiegen, welchen Bedingungen und Problemen die allermeisten Frauen*  am Arbeitsplatz begegnen.

Unser Feminismus bleibt antikapitalistisch!

Das Patriarchat besteht nach wie vor, es zeigt sich in der Familie, im öffentlichen Raum wie auch im Arbeitsleben. Bildung und Erziehung sorgen dafür, dass wir alle lernen, dass Frauen* und ihre Tätigkeiten weniger wert sind.
Die typischen "Frauenberufe" sind schlechter bezahlt als typische "Männerberufe". Auch für gleiche Arbeit bekommen Frauen* in der Regel weniger Lohn als Männer.
Ist eine Frau* transgender, machen ihr trans*feindliche Gewalt und Stigmatisierung die Teilnahme am  Arbeitsmarkt fast unmöglich. Für Frauen* mit so genannten  "Behinderungen" wird der Zugang zu bezahlter Arbeit durch räumliche und  soziale Barrieren besonders erschwert. Folgen davon sind besonders hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosigkeit.
Wenn  es um die "unsichtbaren" Arbeiten im Haushalt, in der Familie geht – ob  pflegen, putzen, kochen, erziehen, umsorgen – in den allermeisten  Fällen sind es Frauen*,  die all dies erledigen. Ohne Bezahlung, dafür immer mit dem sozialen  Druck von "Innen" und "Außen", das "Wohl der Familie" und die "Sorge um  das Heim" nicht aus dem Blick zu verlieren.
Die  traditionelle Rolle der Frau* ist, dem Mann für seine Bedürfnisse zur Verfügung zu stehen - als offenes Ohr, Haushaltsfee, Brutkasten, wie auch Sexobjekt. Im Kapitalismus wurden diese Aufgaben käuflich gemacht: Pflegearbeit, Haushaltshilfe, Sexarbeit, Kinderbetreuung. Ganz den kapitalistischen Gesetzen folgend, erhöht diese "Professionalisierung" den Wert dieser Arbeiten aber nicht. Die Tätigkeiten im Bereich der Sorgearbeit sind üblicherweise äußerst prekär, das heißt: unterbezahlt, befristet,  illegalisiert, stigmatisiert und ohne soziale Absicherung.

Die rassistische Ordnung der Reproduktionsarbeit wird verschärft

Der  Aufstieg einiger Frauen* im Kapitalismus und die damit verbundenen  sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen bringen besonders eine  Verschärfung der rassistischen Ordnung der Reproduktionsarbeit hervor.  Frauen*, die es sich finanziell leisten können, lagern ihre  Fürsorgearbeit so zu sagen "nach unten" aus. Sie leisten sich  Babysitterinnen, Nannies, Putzfrauen, Pflegerinnen. Diese Arbeiten  werden vor allem auf arme, migrantische, illegalisierte Frauen* übertragen. Durch die Ausbeutung dieser Frauen* sichern sich die priviligierteren  Frauen* in unserer kapitalistischen Gesellschaft ihre vermeintliche  Emanzipation. 
Illegalisierte Frauen* können hier keine legalen Arbeitsverträge abschließen, müssen also Arbeitsverhältnisse eingehen, bei denen sie keinen rechtsgültigen Ansprüche besitzen. So sind sie noch stärker von ihren Lohngeber_innen abhängig und leichter auszubeuten. Für sie ist es schwerer, sich gegen Übergriffe und diskriminierende Arbeitsbedingungen zu wehren. Soziale Absicherung bleibt ihnen verwehrt. Prekarisierte Frauen* übernehmen einen Großteil der gesellschaftlich überlebenswichtigen Arbeiten. Doch sie haben kaum Möglichkeiten, an dieser Gesellschaft teilzuhaben und ihr eigenes Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Gegen jede Ausgrenzung!

Auch Sexarbeiter_innen sehen sich wieder mit verstärkter Repression konfrontiert. Die FAU Berlin unterstützt  die politischen Forderungen von Sexarbeiter_innen. Sexarbeit muss  endgültig entkriminalisiert werden! Sie ist Lohnarbeit, kein Verbrechen!
Die aktuelle rechtliche Situation ist entmündigend, stigmatisierend und damit inakzeptabel. Das neue sogenannte „Prostituiertenschutzgesetz“, das angeblich die  Sexarbeiter_innen schützen soll, tut genau das Gegenteil.  Sexarbeiter_innen werden reguliert und illegalisiert, die Gestaltung der  eigenen Arbeit, die Rahmenbedingungen und die Selbstbestimmung wird  ihnen verwehrt. Proteste und Organisierung von Sexarbeiter_innen werden  kontinuierlich ignoriert und kleingeredet. 
Als Basisgewerkschafter_innen unterstützen wir die die Sexarbeiter_innen im Arbeitskampf. 
Als Feminist_innen unterstützen wir den Kampf der Sexarbeiter_innen gegen Stigma, Illegalisierung und Gewalt. Wer Sexarbeiter_innen angreift, greift die Selbstbestimmung aller an!
Die Bedingungen mit denen sich lohnarbeitende Frauen* konfrontiert sehen, sind Ergebnis der kapitalistischen Verdrehung und  Vereinnahmung von feministischen Forderungen. Diese Vereinnahmung ist  nur in einer patriarchalen Gesellschaft möglich. Patriarchat und Kapitalismus gehen Hand in Hand. Was uns heute als allgemeine Emanzipation der Frau* verkauft wird, ist in Wirklichkeit nur das Privileg einer bestimmten Gruppe von Frauen*, andere zu unterdrücken. Feminismus ohne grundsätzliche Kritik an Klasse, Gesellschaft und Rassismus ist zu kurz gedacht. Unser Feminismus ist der solidarische  Kampf von und mit uns trans*Frauen, armen Frauen*, Sexarbeiter_innen, Migrantinnen*, illegalisierten Frauen* und Frauen* mit so genannten Behinderungen.
Unsere Antwort, als Gewerkschafter_innen der FAU Berlin, ist die gemeinsame und selbstorganisierte Gegenwehr! Wo die großen Gewerkschaften oft daran scheitern, die Interessen von prekarisierten und insbesondere illegalisierten Frauen* zu vertreten, kämpfen wir selbstorganisiert für das, was uns zusteht.
Ob im Betrieb, zu Hause, auf der Straße, in den eigenen politischen Reihen - wir stellen uns gegen jede Form von patriarchalen Verhältnissen und Sexismus.
Für ein selbstbestimmtes, emanzipiertes Leben, Lernen und Arbeiten!
 

Auf zur Frauen*kampftagsdemonstration am 8. März! Wir sehen uns ab 17 Uhr am Hermannplatz im linksradikalen Block.

Zur Abschlusskundgebung um 18 Uhr am Oranienplatz schließt sich unsere Demo zusammen mit der internationalistischen Frauen*kampfdemo, an die wir unseren solidarischen Gruß richten!

#
 
* Die Worte "Frau" und "Mann" sind mit einem Sternchen markiert.
Das * soll darauf hinweisen, dass es unterschiedliche Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit gibt, aber auch Vorstellungen, die sich nicht mit Zweigeschlechtlichkeit beschreiben lassen.
Dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vorherrschende Vorstellung von Geschlecht – die der vermeintlichen Naturgegebenheit von zwei Geschlechtern, "Mann" und "Frau",  - die aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen schafft, denen wir uns nicht entziehen können.
Die kämpferische Gewerkschaft

Einfach ausfüllen und abschicken: Hier geht's zum MitgliedsantragDie FAU Berlin ist eine un­abhängige Basis­gewerkschaft. Sie ist bundesweit in der Gewerkschaftsföderation FAU organisiert. Tretet bei, bringt euch ein, werdet aktiv.

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Offenes FAU-Lokal: Jeden Freitag, 17–20.00 Uhr.
Gewerkschaftliche Beratung: Immer am 2. und 4. Freitag im Monat, 17–18.00 Uhr. Anmeldungen bitte vorab per E-Mail an .
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Beratung zu Sexismus am Arbeitsplatz: Immer am 1. Freitag im Monat, 18–19.00 Uhr. Beratung zu sexualisierter Diskriminierung/Gewalt am Arbeitsplatz & beim Jobcenter. Nur nach vorheriger Anmeldung unter .
Offene Beratung für Kollektivbetriebe: Nur nach vorheriger Anmeldung an .
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