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Wir sind keine Maschinen!

Veröffentlicht am 30.07.2012 Kategorien: , ,
Veranstaltung mit polnischen ArbeiterInnen von Chung Hong. 25 ArbeiterInnen wurden bei Chung Hong in Polen wegen Streiks gefeuert. Wir haben mehrere ArbeiterInnen aus dem Werk eingeladen. Sie werden am Dienstag über den Streik und die Situation in den polnischen Sonderwirtschaftszonen erzählen.

Dienstag, 31. Juli, 19.30 Uhr, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Berlin, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin. Eine Veranstaltung der FAU Berlin und des Arbeitskreises Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West.

Veranstaltung mit polnischen ArbeiterInnen von Chung Hong

"Wir sind keine Maschinen"

Seit Monaten kämpfen ArbeiterInnen von Chung Hong in Polen für die Verbesserung ihrer Löhne und Arbeitsbedingungen.

Die chinesische Firma Chung Hong betreibt seit fünf Jahren in einer Sonderwirtschaftszone bei Wroclaw eine Fabrik, in der Mainboards für Fernseher von LG montiert werden. Die Beschäftigten sind zum großen Teil junge Frauen. Die meisten leben in bis zu 100 km vom Werk entfernten Kleinstädten mit hoher Arbeitslosigkeit, von wo sie täglich mit Werksbussen zur Arbeit gebracht werden. Die Löhne liegen um die 350 Euro brutto im Monat für 2- bis 3-Schichtbetrieb (je nach Saison) und regelmäßige Samstagsarbeit. In den letzten zwei Jahren hat sich die Situation noch einmal deutlich verschlechtert durch Abschaffung von Überstunden- und Wochenendzulagen zugunsten von flexiblen Arbeitszeitkonten, Abschaffung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes und massive Einführung von Leiharbeit.

Die ArbeiterInnen haben im Dezember 2011 eine Betriebskommission der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Arbeiterinitiative (Inicjatywa Pracownicza: IP) gegründet, der etwa 80 der über 200 Beschäftigten beigetreten sind. Da es außer der Arbeiterinitiative keine andere Gewerkschaft im Betrieb gibt, haben sie nach polnischem Arbeitsrecht ein Vertretungsmandat für die ArbeiterInnen im Betrieb. Sie fordern von Chung Hong u.a.:

* Erhöhung der Monatslöhne um 70 Euro
* Wiederherstellung des Sozialfonds (Urlaubs- und Weihnachtsgeld usw.),
* Wiederherstellung der Zuschläge
* Festeinstellung statt befristete Verträge und Leiharbeit
* Rücknahme der angekündigten Abschaffung der kostenlosen Werksbusse

Chung Hong hat die ArbeiterInnen zunächst über Monate ignoriert, hingehalten und Verhandlungen verweigert. Als die IP dann die Urabstimmung für einen Streik organisiert hat, hat die Geschäftsführung dies mit allen Mitteln sabotiert und schließlich einen "Rädelsführer" entlassen. Als Reaktion auf die Entlassung sind etwa 40 ArbeiterInnen spontan in den Streik getreten. Die Firma hat die Streikenden aus dem Werk ausgesperrt und die übrigen ArbeiterInnen massiv unter Druck gesetzt. Inzwischen wurden weitere 24 Streikende entlassen.

Chung Hong tritt das Streikrecht mit Füßen und verletzt damit auch in Polen die geltenden Gesetze. Aus Protest gegen die Komplizenschaft der staatlichen Institutionen haben die ArbeiterInnen am 16. Juli die für die Sonderwirtschaftszonen zuständige Industrieentwicklungsagentur in Warschau besetzt.

Wir haben mehrere ArbeiterInnen aus dem Werk eingeladen. Sie werden am Dienstag über den Streik und die Situation in den polnischen Sonderwirtschaftszonen erzählen.

Zeit: Dienstag, 31. Juli, 19.30 Uhr
Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte
, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
Veranstalter: FAU Berlin und Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West

Hintergrundmaterial auf deutsch im Netz:
Website der IP (bis 11.07. - die aktuellsten Meldungen sind oben, für die Chronologie daher von unten lesen)
Bericht bei der FAU-B

Die Streikenden brauchen auch finanzielle Unterstützung. Die IP ist nicht in der Lage, Streikgeld zu zahlen (Streikgeld von Gewerkschaften wird in Polen üblicherweise generell nicht gezahlt). Wegen angeblich selbst verschuldeter Kündigungen haben die Entlassenen zusätzlich vom Arbeitsamt eine Sperre reingedrückt bekommen.

Wir werden bei der Veranstaltung Geld sammeln. Spenden sind aber auch per Überweisung möglich:

Kontoinhaber: Allgemeines Syndikat Berlin
Kontonummer: 3703001711
Bankleitzahl: 16050000 (Mittelbrandenburgische Sparkasse)
Verwendungszweck: "Chung Hong Solidarity Strike Fund"

Update: Bei der Veranstaltung hat die FAU Berlin mehrere hundert Euro an die KollegInnen weiterreichen können. Allen Spenderinnen und Spendern an dieser Stelle einen herzlichen Dank! Die Soli-Sammlung geht indes weiter.

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