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Mexiko: Gewerkschafter/innen bedroht und entführt – Schluss damit!

Published on Jun 19, 2012 Tags: ,
FAU Berlin solidarisiert sich mit CAT Puebla. Es ist leider nichts Neues, dass gefährlich lebt, wer sich in Lateinamerika für die Rechte der Beschäftigten und für Gewerkschaften einsetzt. So auch in Mexiko. Obwohl die Großstadt Puebla vom „Drogenkrieg“ weitgehend verschont ist, kommt es auch hier zu systematischer Gewaltanwendung. Zuletzt ist das „Zentrum zur Unterstützung der Arbeiter/innen“ CAT (Centro de Apoyo al Trabajador) wieder ins Visier seiner Gegner geraten: Der Kollege José Enrique Morales Montaño wurde am 15. Mai 2012 entführt und während seiner 17 Stunden währenden Gefangenschaft schwer gefoltert und massiv – die Pistole an der Schläfe – mit dem Tode bedroht. Die Morddrohung galt erklärtermaßen auch anderen Aktivist/innen des CAT.

Am frühen Morgen des folgenden Tages ließen die Entführer ihr Opfer auf einer Autobahn zurück, nicht ohne das Handy und den Rucksack von Morales Montaño zu behalten. Der Kollege schaffte es, schwer verletzt, nach Hause. Am Abend dieses Tages erhielt die Vorsitzende des CAT, Blanca Velazquez, über das gestohlene Handy Morales Montaños eine SMS mit dem Text: „Du wirst sterben Schlampe!“

Blanca Velazquez, die im November 2011 auf Einladung des Arbeitskreis Internationalismus (AKI) der IG Metall Berlin in der Bundesrepublik zu Besuch war, ist seither untergetaucht. Denn der geschilderte Vorfall ist nicht der erste, bei dem Aktivisten/innen des CAT Opfer physischer Angriffe oder Verwüstungen ihres Büros werden. Die Engagierten des CAT können sich offensichtlich nicht auf den Schutz durch den mexikanischen Staat verlassen. (Polizeiliche Schutzmaßnahmen wurden 2011 ohne Durchführung einer Risikoanalyse wieder beendet – ohne irgendeinen nennenswerten Fortschritt bei der Untersuchung der vorliegenden Bedrohungen.) Vielmehr sieht sich das CAT einer Verleumdungskampagne ausgesetzt, welche von Regierungsmitgliedern sowie Akteuren (multinationaler) Unternehmen und anderen Personen des öffentlichen Lebens betrieben wird. So bezeichnete der Präsident der Nationalen Handelskammer das CAT unlängst als „eine Gefahr für Puebla“.

Das CAT versteht sich als Nichtregierungsorganisation: demokratisch und solidarisch, unabhängig von Staat, Parteien und Religionen. Mit ihrem Engagement wollen die Aktivist/innen beitragen zur Verteidigung der Menschen- und Arbeitsrechte und zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen. Ihre Tätigkeit besteht vor allem in der Ausrichtung von Workshops zur Fortbildung und Schulung über Menschen- und Frauenrechte sowie über Arbeitsrecht und Gewerkschaftsarbeit. Im CAT aktiv sind Gewerkschaftsmitglieder, Schüler/innen, Studierende, Künstler/innen und Rechtsanwält/innen. Sie alle eint das Ziel, soziale und demokratische Bewegungen aufzubauen und zu festigen.Die Organisation CAT bietet Arbeiternehmer/innen, die an ihrem Arbeitsplatz Alternativen zu den offiziell anerkannten Gewerkschaften ins Leben rufen möchten, Informationen und Schulungsmaßnahmen an. Denn letztere blicken auf eine lange Geschichte eines mit den Firmenleitungen abgestimmten Vorgehens zurück. Bestrebungen zur Gründung unabhängiger Gewerkschaften wird vielfach mit Feindseligkeit und Gewalt begegnet. Auch den Behörden wird vorgeworfen, solche Anschläge weder zu verhindern noch die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Die FAU Berlin solidarisiert sich mit den Aktivist/innen des Centro de Apoyo al Trabajador. Die Macht kommt nicht aus den Gewehren, sie kommt aus der Kooperation! Für Gewerkschaftsfreiheit – weltweit, jederzeit.

Weitere Informationen

Infos des CAT auf Deutsch (PDF).

AKI der IGM (PDF).

Amnesty International mit Adressen für Protestschreiben.

Die Website des CAT.

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