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Im Land der verwirrenden Lüge

Veröffentlicht am 04.12.2010 Kategorie:
Anté Ciligas Aufzeichnungen aus der frühen Sowjetunion

Buchvorstellung und Diskussion mit den Herausgebern Jochen Gester und Willi Hajek

Am Mi., 15. Dezember um 19.00 Uhr | Ort: FAU-Lokal, Straßburger Str. 38 (U2 Senefelderplatz)

Die Arbeiterbewegung wurde einst von der Hoffnung befeuert, den Kapitalismus überwinden zu können. Doch die revolutionären Veränderungen blieben aus, und so nimmt es nicht Wunder, dass die Revolution von 1917ff in Russland große Sympathien in der internationalen Arbeiterbewegung hervorrief...

Während die AnarchistInnen spätestens 1921 alle Illusionen über das bolschewistische System zu Grabe getragen hatten, verfolgte eine Mehrheit der revolutionären Arbeiterbewegung die Entwicklung mit kritischem Wohlwollen. Andere wiederum glaubten in fast autistischer Weise an die Zukunft des sog. Realsozialismus – bis zu dessen Implosion 1989/90.

In der Linken ist bis heute die Frage nach den systemischen Gründen für dieses Scheitern von Interesse. Mit seinen Aufzeichnungen aus dem „Land der verwirrenden Lüge“, die nun neu herausgegeben wurden, versuchte Anté Ciliga bereits in den 1930ern/40ern, eine Antwort darauf zu finden. Er zeichnet dabei seinen eigenen Lernprozess nach, der ihn, den Komintern-Kader, zunächst zum Gegner des Stalinismus, dann des Trotzkismus und schließlich auch des Leninismus werden ließ.

Neben der Frage, inwiefern das Scheitern des Realsozialismus auf die strategischen Weichenstellungen um die Oktoberrevolution zurückzuführen ist, dürfte ebenso ein Blick auf die antiautoritären Strömungen in der Arbeiterbewegung fruchtbar sein. Wieso wurden sie in jener revolutionären Epoche in den meisten Ländern marginalisiert, obwohl sie in wichtigen Fragen scheinbar die besseren Antworten hatten?

Veranstalterin: „Direkte Aktion“ (anarchosyndikalistische Zeitung).

Das Buch

Anté Ciliga
Im Land der verwirrenden Lüge
Die Buchmacherei, Berlin 2010
Hgg. von Jochen Gester & Willi Hajek
304 Seiten für 12 Euro

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