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[Gewerkschaftsfreiheit] Zu kämpferisch für die IG Metall?

Published on Jul 01, 2010 Tags: , ,
Heute folgten etwa 120 Menschen, darunter viele KollegInnen aus dem Daimler-Werk in Sindelfingen dem Aufruf der „Alternative“, einer kämpferischen Liste der IGM zu einer Kundgebung vor das IG-Metall-Haus. Es ging dabei um nichts geringeres, als den geplanten Ausschluss von 3 Aktiven der Liste und Rügen gegen weitere AnhängerInnen der linksgewerkschaftlichen Opposition.

Die Kollegen der „Alternative“ sollen wegen „gewerkschaftsschädigenden Verhaltens“ aus der IGM ausgeschlossen werden. Das Schädigende war, dass sie sich der Interessen ihrer KollegInnen angenommen haben, und nicht weiter den sozialpartnerschaftlichen Kurs und die Elendskooperation der „loyalen“ IGM-Liste weiterführen wollten und deshalb eine „Alternative“-Liste gründeten, wie es sie auch in anderen Niederlassungen gibt.

Die Empörung ist groß, wo in Zeiten der Krise sich Gewerkschaftsfunktionäre und Unternehmen aufeinander einschmieden und die Durchhalteparolen und Verzichtsdevisen an die Belegschaften aussenden, und kämpferische und antikapitalistische Betriebsarbeit, die den standortnationalen Einheitssegen zu stören vermag konsequent verbannt werden soll.

Auch Aktive der FAU Berlin zeigten ihre Solidarität und verlasen eine Solidarisierungserklärung des Bundeskongresses der FAU vom 23. Mai diesen Jahres (siehe unten). Der Fall der Kolleginnen und Kollegen ist ebenfalls ein Angriff auf deren individuelle Gewerkschaftsfreiheit, in der sie selbst entscheiden wollen wie für sie gewerkschaftliche Arbeit aussieht. Strikte Interessenvertretung und eine kämpferische Einstellung sollen hier zugunsten von Burgfrieden und sozialpartnerschaftlichen Einheitsschritt ausgeschlossen werden.

Wir unterstützen die KollegInnen für ihre Vorstellung von kämpferischer Betriebsarbeit! Solidarität mit der ALTERNATIVE

Mehr zum Thema auch in der Direkten Aktion 198 (Interview) und 199 (Bericht).

Solidarisierungserklärung des FAU-Bundeskongresses

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir, die Delegierten des Bundes-Kongresses der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU), drücken hiermit unsere Solidarität mit Euch aus. Meinungsvielfalt und Demokratie sind die Grundpfeiler einer lebendigen und kämpferischen Gewerkschaftsbewegung. Gerade in Zeiten der Krise und fortwährender Einschränkungen der Arbeitnehmerrechte brauchen wir eine lebendige und kämpferische Gewerkschaftsbewegung mehr denn je. Gerade auch Minderheiten können hierzu wichtige Impulse setzen. Eine vereinte Arbeiterbewegung entsteht nicht durch erzwungenen Gleichtritt, sondern erwächst und wird gestärkt durch deren vielfältige Impulse und Erfahrungen. Wir wünschen Euch viel Erfolg in Eurer Auseinandersetzung gegen die Ausschlussverfahren und Funktionsverbote.

Einstimmig gefasster Beschluss des Bundes-Kongresses der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union
Dörverden, den 23. Mai 2010

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