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Liebe Gäste und Künstler der Linken Kinonacht

Veröffentlicht am 08.05.2010 Kategorien: ,
wir, Beschäftigte im Berliner Babylon Mitte und Mitglieder der Betriebsgruppe der FAU, freuen uns bei unserer Arbeit Künstler wie Euch zu Gast in unserem Kino zu haben. Wir wundern uns aber auch, warum die Linke Kinonacht, bei der Ihr auftreten werdet, von der Partei die Linke ausgerechnet im Babylon Mitte stattfindet. Das Babylon Mitte steht wie kaum eine andere öffentlich geförderte Berliner Spielstätte für miese, prekäre Arbeitsbedingungen, offensives Vorgehen gegen aktive Beschäftigte wie Betriebsräte, Missachtung des Arbeitsrechts, einen eingefädelten Tarifvertrag und ein niederschmetterndes Engagement der Geschäftsführung gegen Basisorganisierung, das darin gipfelt, dass es der Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union Berlin derzeit verboten ist sich als Gewerkschaft zu bezeichnen.

Wer es im Babylon wagt in Betriebsversammlungen seine Meinung zu sagen muss damit rechnen, dass ihm noch am selben Tag die Kündigung nahe gelegt wird, oder erhält haltlose Abmahnungen. Andere unbequeme Kolleginnen oder Kollegen verlieren ihren Job und müssen sich vielfach Arbeitsplatz oder Abfindung und Lohn vor Gericht erstreiten. Im Lauf eines Jahres wurde die Belegschaft um die Hälfte reduziert. Seit sich der Betriebsrat gezwungen war, arbeitsrechtliche Mittel gegen die Geschäftsführung anzuwenden, sehen sich die Betriebsratsmitglieder vom Versuch einer „kalten Kündigung“ bedroht. Schon Anfang 2009 klagte der Betriebsrat:
„Miserable Löhne, unbegründete Kündigungen und eine Atmosphäre in der keiner, der seinen Job behalten will, es wagt um Urlaub zu bitten, prägen das Arbeitsklima.“

Nachdem wir gemeinsam Urlaub forderten ist es der Geschäftsführung Anfang 2010 erstmals gelungen die Urlaubsansprüche der Beschäftigten auszurechnen. Es tut sich also was im Babylon, auch aufgrund des Engagements der FAU Berlin in der sich viele von uns zusammenschlossen, nachdem uns ver.di die kalte Schulter gezeigt hatte. Nachdem wir als FAU aktiv wurden, einen Haustarif forderten und der Druck auf die Geschäftsleitung unausweichlich wurde, organisiere die Partei die Linke wie sie stolz selbst schreibt ver.dis Eingreifen. Schnell wurde ein billiger Haustarif abgeschlossen, um die Geschäftsleitung vom Vorwurf schlechter Arbeitsbedingungen reinzuwaschen und das gelbe Kino rot zu übertünchen.

Ein schlechter Tarif ist besser als keiner, und ein erster kleiner Schritt in Richtung besserer Arbeitsbedingungen im Babylon. Das wir diesen Schritt erzwingen konnten verdanken wir auch der Solidarität, die wir von Künstlern wie Harun Farocki, Ursula Werner, Billy Bragg und vielen anderen erfahren, die auch im Babylon auftreten und von der Bühne angemessene Arbeitsbedingungen auch in diesem Kino fordern, auch wenn sie damit den Zorn der Geschäftsführung provozieren: Seit Billy Bragg „There is Power in a Union“ uns Beschäftigten widmete, findet das Festival Musik und Politik nicht mehr im Babylon statt.

Wir sind sicher Ihr lasst Euch auf keiner Bühne vorschreiben worüber Ihr zu reden habt. Wenn ihr Euch zum Babylon äußert sind wir gespannt auf eure Meinung.

Sehr gerne stehen wir Euch zur Verfügung wenn ihr Fragen zu Babylon habt. Vor Ort werdet Ihr unter Umständen nur ausgewähltem Personal begegnen.

Mit besten Grüßen,

Beschäftigte im Berliner Babylon Mitte und Mitglieder der Betriebsgruppe der FAU

Weitere Informationen:

o Nicht befriedet, nicht befreit – Begleitprogramm zur Linken Kinonacht
o Blog der Beschäftigten im Kino Babylon (siehe insb. auch die Chronologie)
o Lesenswert: Im letzten express erschien ein Artikel von Gregor Zattler zur Organisierung prekär Beschäftigter, zum Hergang des Arbeitskampfes und zum von der Babylon-Geschäftsführung angestrengten De-facto-Gewerkschaftsverbot.
o Zur aktuellen Situation im Kino gibt es ein Interview von Jochen Gester mit den Babylon-Betriebsräten A. (FAU) und R. (ver.di) zur Genesis des aktuellen Arbeitskampfes

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