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Arbeitskampf wie im Kino

Published on Jul 18, 2009 Tags: ,
Peter Nowak
Wer in den nächsten Tagen einen schönen Kinoabend im Berliner Kino »Babylon« im Stadtbezirk Mitte verbringen will, könnte dort unversehens mit den Arbeitsbedingungen der Kinomitarbeiter konfrontiert werden: Seit Anfang Juli verteilen regelmäßig Mitglieder der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Freie ArbeiterInnen Union (FAU) vor dem Eingang einen Boykottaufruf. Mit diesem Mittel soll ein in langen Verhandlungen mit den Mitarbeitern ausgearbeiteter Haustarif durchgesetzt werden.

Er sieht Stundenlöhne zwischen 11,84 Euro und 14,47 Euro, Nacht- und Feiertagszuschläge sowie unbefristete Arbeitsverträge vor. Bisher liegen die Brutto-Stundenlöhne nach Angaben eines FAU-Sprechers bei 5,50 Euro für Kartenabreißer und 8 Euro für Filmvorführer.

Die Tarifauseinandersetzung verdient nicht nur wegen des in der Gewerkschaftsbewegung nicht unbekannten, aber wenig genutzten Kampfmittels des Boykotts Beachtung. Sie lenkt den Blick auf die prekären Arbeitsbedingungen von Menschen, die den Kinobetrieb am Laufen halten.

Denn das Kino Babylon ist hier nicht das berühmte Schwarze Schaf in einer Branche, die schon längst zur Niedriglohnzone geworden ist. Im Jahr 2007 beispielsweise machte eine Berliner Initiative im Rahmen des internationalen Filmfestivals »Berlinale« die schlechten Arbeitsbedingungen mit wenig Erfolg zum kurzfristigen Gegenstand einer Kampagne.

Der Arbeitskampf im Babylon setzt bei den Mitarbeitern an und hat damit bessere Erfolgsaussichten. In dem Programmkino mit einem nicht nur kulturell, sondern auch politisch ambitionierten Filmprogramm sind die Kunden leichter für die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter zu sensibilisieren als in den riesigen Multiplex-Kinos. Tatsächlich bestätigte denn auch der FAU-Sprecher positive Reaktionen des Publikums vor dem Kino.

Ein Erfolg der Babylon-Mitarbeiter könnte das Signal aussenden, dass Kämpfe um Verbesserungen von Arbeitsbedingungen auch in einer Branche möglich sind, in der die Fluktuation groß und die Organisierungsbereitschaft bisher gering war. Vielleicht siegt die Gerechtigkeit mal nicht nur im Spielfilm, sondern auch im realen Arbeitsleben.

Quelle: Neues Deutschland, 17.07.09.

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