Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen
Sie sind hier: Startseite / Reclaim your Life: MayDay-Parade in Berlin

Reclaim your Life: MayDay-Parade in Berlin

Veröffentlicht am 27.04.2007 Kategorien: ,
Berlin. April 2007. Auf den Straßen Kreuzbergs herrscht ein Kleinkrieg, der den Auseinandersetzungen in der Graffiti-Szene ähnelt: Der erste Mai lässt nicht mehr lange auf sich warten. Es werden Plakate geklebt, auf denen Vermieter ganz Linkspartei-like mit Heuschrecken verglichen werden, diese werden dann von anderen mit dem Verweis auf antisemitische Ungeziefer-Vergleiche überklebt. Wieder andere rufen mit leicht abgewandelten Plakaten seit 20 Jahren zur Revolution auf, während es für manche schon es am Vorabend ums Ganze geht. Gebrochen wird das Straßenbild von einer Plakatreihe, die zur MayDay-Parade aufruft. Auf diesen bunt, aber abstrakt gehaltenen Plakaten sind drei Peronen abgebildet, die sich sinnbildlich verbiegen müssen, um den Zumutungen des kapitalistischen Alltags in seiner heutigen Form entgegenstehen zu können.

Auch auf Indymedia ist schon seit langem der Kampf um die Köpfe und die Massen ausgebrochen: Seit Januar werden in bester 1. Mai-Manier Spaltungs- und Reformismus-Vorwürfe vorgetragen und die alten Artikel immer wieder von fleissigen Szene-Schreiberlingen in der Kommentar-Spalte ergänzt. Soweit - so bekannt. Unbeeindruckt davon laufen während dessen die Vorbereitungen zum ersten Mai als Kampf- und Feiertag der Prekarisierten auf Hochtouren. Mal sehen, was der MayDay dieses Jahr so kann?

Vorspann
Die Vorgeschichte des diesjährigen MayDays begann bereits im März mit der Veranstaltung in der Humboldt-Uni zu möglichen Politiken der Entprekarisierung mit Klaus Dörre, einem Soziologen der Uni Jena und Efthimia Panagiotidis, aktiv bei Kanak Attak und in der Vorbereitung des Euromaydays in Hamburg. Im April wurde die Hier und Jetzt-Broschüre veröffentlicht und wie der Untertitel schon vermuten lässt geht es in diesem kostenlosen Heft um die Frage von linken Gegenstrategien als "Anleitung für ein schönes Leben. Schluss mit dem prekären Quatsch!”. Neben einigen kleineren Veranstaltungen trat das MayDay-Bündnis dann wieder auf dem 1. Berliner Sozialforum durch verschiedene Workshops in Erscheinung. Kontroverse Positionen wurden auf der Abschlussveranstaltung des Sozialforums zur Frage "Prekarisierung - Chance oder Schicksal?" ausgetauscht. Mit Holm Friebe, Mitherausgeber der Wochenzeitung Jungle World und Autor des Buches "Wir nennen es Arbeit" wurde hier ein durchaus umstrittener Gast eingeladen, dessen Konzept von Prekarisierung als Chance für eine junge und kreative digitale Boheme mit der sozialen Realität der Anwesenden konfrontiert wurde.

Der Endspurt zum MayDay ist aber noch nicht zuende: Wer sich an der Vorbereitung des Mayday kreativ beteiligen möchte, hat die Chance dies am Samstag in Friedrichshain zu tun, wo "allerhand tolles Zubehör für die Mayday-Parade" hergestellt werden soll. Am Tag danach, dem 29. April wird an der Warschauer Brücke in Friedrichshain ab 20 Uhr eine Videokundgebung "gegen Prekarisierung - für den Mayday!" stattfinden, auf der Kurzfilme zum Thema unsichere Arbeits- und Lebensverhältnisse und die Kämpfe dagegen gezeigt werden.

"Wir bleiben in Bewegung" MayDay 2007
Wie schon im letzten Jahr wird es auch 2007 verschiedene Themenwagen geben, die unsichere Arbeits- und Lebensverhältnisse und die Kämpfe dagegen in den Mittelspunkt stellen. Ebenso prominent vertreten sind diesmal die Proteste gegen den G8-Gipfel. Die Berliner Gruppen ALB und FelS gestalten gemeinsam einen "Make Capitalism History"-Wagen, mit dem gut ein Monat vor dem Beginn des Gipfels in Heiligendamm Kritik an der globalen Ausbeutungsverhältnissen geübt wird. Auch das Berliner Sozialforum wird dieses Jahr erstmalig mit einem eigenen Wagen vertreten sein, ebenso wie die frisch gegründete Hedonistische Internationale, die auch in Zukunft noch einiges vor hat: den G8-Gipfel wegbassen. Zudem schliessen sich auch Teile von Attac, Jugendgruppen wie die Berliner Falken, die anarcho-syndikalistische Gewerkschaft FAU und viele andere der Parade an. Die Demonstration wird ähnlich wie im letzten Jahr am Lausitzer Platz in Kreuzberg starten und über die Hobrechtbrücke vorbei an Lidl und der Rütli-Schule ziehen, um am Hermannplatz zu enden.

Vor der Parade, bereits ab 13.45, wird das Auftaktkonzert für die Demonstration mit der Hamburger ElektroPop-Agitatorin Bernadette La Hengst und den dem Berliner Queer-Duo Rhythm King and her Friends stattfinden. La Hengst, die sich unlängst bei einem Konzert für die Hamburger Superhelden selbst ins Kostüm der prekären Robin Hoods schwang, hat auf ihrem neuen Album auch gleich dem Motto des diesjährigen Mayday vorgegriffen: Nicht umsonst reimt sich das „Nicht Organisieren“ auf La Hengsts Platte "La Beat" so treffend auf „Verlieren“. Der Sound von RKAHF "strahlt zugleich Kühle und Wärme, Entspannung und Protest aus und kickt kritisch Kontexte: Sex und Gender, Arbeit und Ausbeutung, Sexismus und Kapitalismus als Teile von zentralen Zusammenhängen". Wo wären sie damit besser aufgehoben als auf dem Mayday?

Lohnend ist auch ein Besuch der Ausstellung work is elsewhere, die anlässlich der Parade auf dem Lausitzer Platz gastieren wird. Nachdem sie schon im Prager Hauptbahnhof und im U-Bahnhof Alexanderplatz zu sehen waren, werden die Ausstellungsstücke, auf denen Menschen aus Osteuropa vor dem Hintergrund von Arbeitsmobilität, Grenzen und normalem Leben portraitiert werden, nun kurzzeitig in Kreuzberg zu sehen sein.

Next Steps
Doch das ist nicht genung: Auch für die Zeit nach der Mayday-Parade ist bereits vorgesorgt: Am 7. Juni wird es ein öffentliches Nachtreffen geben, bei dem auch die zukünftigen Aktionsfelder des MayDays Thema sein werden. Der Ort und der genaue Termin wird demnächst auf http://berlin.euromayday.org bekanntgegeben. Und auch für den G8-Gipfel im Juni hat sich das Berliner MayDay-Bündnis schon etwas vorgenommen: Block G8

Quelle: Indymedia

Die kämpferische Gewerkschaft

Einfach ausfüllen und abschicken: Hier geht's zum MitgliedsantragDie FAU Berlin ist eine un­abhängige Basis­gewerkschaft. Sie ist bundesweit in der Gewerkschaftsföderation FAU organisiert. Tretet bei, bringt euch ein, werdet aktiv.

#deliverunion

Deliverunion Banner

Einstieg und Beratung
Infoveranstaltung: FAU – Wie funk­tioniert das? Immer am 1. Freitag im Monat, 19.00 Uhr.
Offenes FAU-Lokal: Jeden Freitag, 17–20.00 Uhr.
Gewerkschaftliche Beratung: Immer am 2. und 4. Freitag im Monat, 17–18.00 Uhr. Anmeldungen bitte vorab per E-Mail an .
MieterInnenberatung: Immer am 4. Montag im Monat, 18–19.00 Uhr. In Kooperation mit Rechtsanwältin Carola Handwerg.
Offene Beratung für Kollektivbetriebe: Siehe die Beratungs-Seite der union coop // föderation.
Mall of Shame

Banner Mall of Shame

Petition: change.org
Alle Meldungen: berlin.fau.org/mall

Folge uns via...
Spenden willkommen

Konto-Inh.: Allgemeines Syndikat Berlin
IBAN: DE45 1605 0000 3703 0017 11
BIC: WELA DE D1 PMB
Verwendungszweck: Spende