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Solidarität mit den MCS-Beschäftigten

Veröffentlicht am 06.02.2005 Kategorien: ,
Folgender Offener Brief wird am Donnerstag, den 10. Februar, um 15.00 Uhr,
im Rahmen einer Kundgebung vor der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom,
Jägerstraße 33a-c, von Beschäftigten der MultiCom Services GmbH überreicht werden. Zeigt den Kollegen und Kolleginnen der MCS eure Solidarität und beteiligt euch zahlreich
Außerdem rufen wir dazu auf, ab Donnerstag Protestmails, -faxe und -briefe
an die Telekom zu schicken (siehe unten).

Aufruf - 10.02.05 von Kultursyndikat der FAU Berlin


Solidarität mit den MCS-Beschäftigten


Folgender Offener Brief wird am Donnerstag, den 10. Februar, um 15.00 Uhr,
im Rahmen einer Kundgebung vor der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom,
Jägerstraße 33a-c, von Beschäftigten der MultiCom Services GmbH überreicht werden. Zeigt den Kollegen und Kolleginnen der MCS eure Solidarität und beteiligt euch zahlreich
Außerdem rufen wir dazu auf, ab Donnerstag Protestmails, -faxe und -briefe
an die Telekom zu schicken (siehe unten).



Offener Brief an den Vorstand der Telekom AG

Berlin, den 10. Februar 2005

Sehr geehrter Herr Ricke,

Sie als Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom AG erhielten zum
zehnjährigen Jubiläum der Telekom als Aktiengesellschaft am 19. Januar
viel Lob vom Kanzler. Nicht zuletzt der Umgang mit den
Telekom-Mitarbeitern sei vorbildlich gewesen.

Die Realität sieht leider anders aus.

In Berlin wie in anderen Bundesländern wurden spezielle Subunternehmen
outgesourct, die billige Arbeitskräfte unter schlechten Bedingungen und
mit miesen Folgen beschäftigt haben. Eines dieser Unternehmen ist das
Callcenter MultiCom Services GmbH (MCS) in Berlin-Spandau, welches vor
etwa 4,5 Jahren ausschließlich für die Auskunft 11833 der Deutschen
Telekom gegründet wurde. Sämtliche Betriebsmittel sind Eigentum der
Telekom, Vorgaben und Kontrolle des Betriebsablaufs erfolgen
ausschließlich durch die Telekom AG.

In dieser Firma sind Verletzungen der Rechte der Mitarbeiter an der
Tagesordnung. Während am 19. Januar fürstlich zum Jubiläum der Telekom
Desserts mit einem Streifchen Blattgold gereicht wurden, waren
gleichzeitig zahlreiche Klagen vor dem Arbeitsgericht wegen nicht
gezahlter Löhne anhängig. Krank geschriebenen Kolleginnen und Kollegen
wird mit der Überwachung durch Privatdetektive gedroht. Löhne werden
regelmäßig mit mehrtägigen Verspätungen ausgezahlt. Dies sind nur einige
Beispiele.

Und zum Schluss gab es für die Mitarbeiter von MCS einen Tritt in den
Allerwertesten. Die gesamte Belegschaft erhielt am 31. Januar ohne
Vorwarnung Kündigungen zum 28. Februar. Angeblich hat Ihr Unternehmen den
Vertrag mit der MCS vorzeitig gekündigt. Der Betriebsrat wurde weder über
die am 26. Januar beim Arbeitsamt angemeldeten Massenentlassungen, noch
über die Kündigungen als solche informiert. Betriebsversammlungen, die auf
Grund dieser Situation einberufen wurden, untersagte der Geschäftsführer
Thomas Weisser auf dem Betriebsgelände und zu den vorgesehen Zeiten. Dies
untermauerte er durch die Anwesenheit breitschultriger Security-Kräfte,
die Ihn bereits seit Dienstbeginn begleiteten.

Ihre Strategie, sich durch Outsourcing Ihrer Verantwortung zu entziehen,
lassen wir nicht zu!

Lohnkosten werden zu Lasten der Beschäftigten gedrückt, arbeitsrechtliche
Mindeststandards werden nicht eingehalten und am Ende lassen Sie uns noch
feuern, wenn es Ihnen nicht mehr passt. Die Wahl von Herrn Gerald
I.Brandt als Alleingesellschafter der MCS scheint dabei Methode zu haben.
Wenn man den Veröffentlichungen von US-amerikanischen Gerichten Glauben
schenken darf, wird Ihr Geschäftspartner, Rechtsanwalt aus Frankfurt/M., in
den USA bereits mehrfach im Zusammenhang mit nicht unerheblichen
Wirschaftsvergehen genannt.

Wir akzeptieren Ihr Vorgehen nicht und werden die Deutsche Telekom AG
öffentlich in ihre moralische Verantwortung nehmen. Wir fordern Sie auf,
für die Erfüllung folgender Forderungen zu sorgen:

- Klarstellung und Information der Belegschaft über die Vertragslage
zwischen MCS und Telekom

- Einhaltung der arbeitsrechtlichen Standards

- Pünktliche Auszahlung der Löhne

- Sofortige Auszahlung der ausstehenden Urlaubsgelder und Lohnfortzahlungen

- Weiterbeschäftigung der gekündigten Kolleginnen und Kollegen durch die
Telekom zu den Bedingungen des Telekom-Haustarifvertrags

Bis dahin werden wir mit gewerkschaftlichen Aktionen - auch
international - diese skandalöse Situation in die Öffentlichkeit bringen.

Mit Freundlichen Grüßen

Kultursyndikat der FAU Berlin
Straßburger Str. 38
10405 Berlin
fon: 030-287 008 04
fax: 030-287 008 13
mail: ksy-b(a)fau.org
web: www.fau.org




Musterschreiben für Protestbriefe mit der Bitte um Kopien an das
Kultursyndikat:

Betreff: MultiCom Services GmbH

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben von den unhaltbaren Zuständen in der MultiCom Services GmbH in
Berlin-Spandau erfahren. Wir fordern Sie auf, den Forderungen der
Beschäftigten nachzukommen.

Wir werden die Beschäftigten in ihrem Kampf für ihre Rechte unterstützen.

Name/Unterschrift

An:

Deutsche Telekom AG,
T-Com Zentrale
Friedrich Ebert Allee 140
53113 Bonn
E-Mail: info@t-com.net
fon: +49 (0)69-97 16 9-0
fax: +49 (0)69-97 16 92 22


Kopien an:


MCS MultiCom Services GmbH
Geschäftsleiter: Thomas Weisser
An der Spreeschanze 10-12
13599 Berlin
fon: +49 (0)30-33 77 31-0
fax: +49 (0)30-33 77 31-103
thomas.weisser@multicomservices.de
info@multicomservices.de

Gesellschafter MCS:
Rechtsanwalt Gerald I.Brandt
Siesmayerstr. 44
60323 Frankfurt/M.
fon: +49 (0)69-97 16 9-0
fax: +49 (0)69-97 16 92 22

Regulierungsbehörde für
Telekommunikation und Post,
Tulpenfeld 4
53113 Bonn


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