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Aktivierende Umfrage zu Arbeitsbedingungen von Promovierenden

Veröffentlicht am 22.11.2016 Kategorien: , ,
In der kommenden Woche steht der erste Gerichtstermin unserer Kolleginnen an, die die Technische Universität auf Versetzung und Schmerzensgeld wegen Mobbing verklagt haben. Die Universitätsleitung tut bisher nur wenig gegen die untragbaren Arbeitsbedingungen im Team des millionenschweren Drittmittelprojekts „Rural Futures“. Eine aktivierende Umfrage soll nun den Arbeitsalltag von Promovierenden erforschen und zu gelebter Solidarität ermutigen.

Direkt zu der Umfrage gelangt ihr hier.

Im Gütetermin könnte die Technische Universität nun zeigen, dass ihnen die Rechte ihrer Arbeiter*innen nicht egal sind, endlich Verantwortung übernehmen und auf unsere Forderungen eingehen. Wie der Termin auch ausgehen mag, die Bildungssektion der FAU Berlin wird sich weiterhin für gute Arbeitsbedingungen an den Universitäten einsetzen.

Denn eines zeigt der Fall klar: im Wissenschaftsbetrieb mangelt es eklatant an praktischer Solidarität und an unabhängigen Selbsthilfestrukturen. Nur in seltensten Fällen, wie hier in Frankfurt, können Arbeiter*innen statusübergreifend organisiert werden. Die Wenigen, die sich überhaupt organisieren, kämpfen um bessere Tarife jeweils nur für die eigene Statusgruppe - bundesweit gibt es dabei keine nennenswerte Organisation, die sich für die Arbeitsverhältnisse der Promovierenden stark macht. Obwohl kaum ein Drittmittelprojekt, die heute für die Unis überlebenswichtig sind, ohne den Einsatz von Doktorand*innen durchgeführt werden könnte, wird ihre Arbeit nur selten als solche anerkannt.

Exemplarisch für die gesellschaftliche Abwertung der Arbeit von Promovierenden stehen die chauvinistischen Kommentare, die sich beispielsweise unter einem Tagesspiegel-Artikel zum Fall tummeln. Getreu dem Motto „wer in die Wissenschaft will, muss erst einmal einstecken“ wird hier den Betroffenen jegliches Recht auf einen Arbeitskampf abgesprochen. Obwohl Promovierende oft jahrelang Vollzeit auf nur halben Stellen für Prestigeprojekte der Uni arbeiten und zeitgleich an der Promotion schrauben müssen, gelten für sie anscheinend die gängigen Regeln der Arbeitswelt als aufgehoben.

Die Organisierung wagen

Daher wird die Bildungssektion der FAU Berlin in Zukunft vermehrt zum Aufbau solidarischer Strukturen im Wissenschaftsbetrieb und zu prekären Arbeitsbedingungen von Promovierenden arbeiten und informieren.

Als ersten Schritt haben einige Unterstützer*innen des Arbeitskampfes, einen aktivierenden Fragebogen erarbeitet. Dieser soll mit den Mitteln der militanten Untersuchung Promovierende deutschlandweit dazu anregen, sich kritisch mit ihren Arbeitsverhältnissen auseinanderzusetzen und mögliche Auswege aufzeigen.

Macht mit und verbreitet die Umfrage: http://bit.ly/2f0ODn8

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