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Abfindung erstritten - Boss fragt: Ist das fair?

Veröffentlicht am 04.10.2021 Kategorien: , , ,
Die Mitarbeiter*innen des Café Cinema haben Aufhebungsverträge vorgelegt bekommen, um ihr Anstellungsverhältnis zu beenden. Bloß ein Mitglied der FAU wehrte sich und konnte vor Gericht zumindest eine Abfindung erstreiten.

Im Juni 2021 wurde das in alternativen Kreisen beliebte Café Cinema als eines von zwei gemeinsam betriebenen Cafés verkauft. Die überzähligen Beschäftigten, die in den Zeiten von Lockdown und Kurzarbeit ihrem Boss treu geblieben waren, wurden mit Aufhebungsverträgen vor die Tür gesetzt. Nur ein Mitglied der FAU Berlin wollte sich seine Rechte nicht für weniger als ein Linsengericht abkaufen lassen. Zwölf Jahre hat es dem Boss seine Cafés am Laufen gehalten. Dann erhielt es eine Reihe von Kündigungen. Als unser Mitglied sich dagegen mit einer Kündigungsschutzklage wehrte, zählte die jahrelange Zusammenarbeit nichts mehr.
Plötzlich bekam unser Mitglied neue Arbeitszeiten zugewiesen, neue Arbeitsanweisungen und Aufenthaltsverbote. Für angebliche Verfehlungen wurden Abmahnungen ausgesprochen.
“Ich hatte bis dahin mehr oder weniger die wichtigsten Aufgaben im Betrieb und plötzlich änderte der Boss den Ton gravierend. So wurde mir untersagt, mich mit den Kolleg*innen zu unterhalten. Mir war klar, dass er versucht, mich mit allen Mitteln loszuwerden”, so unser Mitglied.


Trotz kämpferischen Mutes hinterließ das Geschehen — wie so oft — seine Spuren bei unserem Mitglied. Eine Weiterarbeit war ihm nicht möglich.
Mit Unterstützung der FAU Berlin konfrontierte es den Boss mit offenen Forderungen und einem Vorschlag zur Abfindung für das Ausscheiden.
Am 16.09.2021 fand vor dem Arbeitsgericht Berlin die Güteverhandlung statt. Unterstützt von über zehn Genoss*innen vor Ort konnte unser Mitglied die Abfindung und einen Teil der ausstehenden Forderungen erstreiten. Vor Gericht fragte der Boss, ob es fair sei, wenn er eine Abfindung zahlen soll. Immerhin falle sein Unternehmen nicht mehr unter das Kündigungsschutzgesetz, seitdem die Belegschaft durch die Aufhebungsvertragswelle halbiert wurde. Die FAU Berlin stimmt ausnahmsweise einem Boss zu: In der Tat ist der Ausgang nicht fair. Von reihenweise rausgedrängten langjährig Beschäftigten nimmt am Ende nur eine Person eine moderate Abfindung mit nach Hause. Aber wir sind froh, immerhin dieses Minimum erreicht zu haben.


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