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FAU Berlin: Aktuell (Newsfeed)

Die kämpferische Gewerkschaft: Artikel, Pressespiegel, Pressemitteilungen

„Da sind Sie überrascht, was?!“ FAU Berlin erwirkt Honorarnachzahlung von der Crowdworking-Plattform Greatcontent

Veröffentlicht am 12.08.2016 Kategorien: , ,
„Lieben Sie auch den Fluss eines großartig geschriebenen Textes? Macht es Ihnen Spaß, den Prozess der Erstellung kreativen Contents zu begleiten und sogar zu verbessern?“ Die Firma Greatcontent wirbt mit den unvermeidlichen Schlagworten der Startup-Welt und Internetbranche. Wer fragt bei so viel emotionaler Wärme nach angemessener Bezahlung und schriftlichem Vertrag? Erst mit Unterstützung der FAU konnte ein Mitglied eine Honorarnachzahlung durchsetzen.

Die international tätige Aktiengesellschaft Greatcontent produziert u. a. für Online-Händler „Unique Content“, sprich: nicht-maschinell hergestellte Werbetexte. Zu den Kunden zählen unter anderen AKM3, Conrad, Sixt oder Zalando. Laut Eigendarstellung der Firma arbeitet „ein internationales Team“ in Berlin, „um gemeinsam qualitativen Content für Kunden aus aller Welt zu erstellen.“ Konkret: Crowdworker aus aller Welt melden sich auf der Internet-Plattform an, verfassen kurze Texte und erhalten dafür ein geringes Honorar. 

Weil aber bei dieser Form des Crowdworking nicht unbedingt ein lesbarer Text entsteht, spielt „Qualitätssicherung“ eine entscheidende Rolle. Auf einer an die KundInnen gerichteten Internetseite von Greatcontent heißt es denn auch, „unsere internen Sprachexperten“ garantieren „qualitative Inhalte im gewünschten Umfang“. Bei diesen internen SprachexpertInnen handelt es sich allerdings offenbar in mehreren Fällen selbst um Freelancer, die darüber hinaus möglicherweise scheinselbständig beschäftigt werden. Und während sich die AutorInnen wenigstens auf (branchenüblich einseitige) Allgemeine Geschäftsbedingungen berufen können, gibt es für die LektorInnen und KorrektorInnen nicht einmal AGB. Kein Wunder – dadurch würde den KundInnen klar, dass auch dieser Teil der „kreativen“ Textproduktion zumindest teilweise ausgelagert ist. 

Für die Freelance-LektorInnen gibt es keinen Rahmenvertrag. Eine Rechnungsstellung erfolgt nicht, sondern das Honorar wird einseitig von der Auftraggeberin errechnet. Absprachen und Anweisungen erfolgen mündlich oder per Email und werden bisweilen nachträglich revidiert. Die vereinbarten Honorare rangieren de facto zwischen 0,007 Euro / Wort und 0,01 Euro / Wort, wobei die Rate bisweilen während eines laufenden Projektes seitens Greatcontent geändert wird. Die Berechnung ist intransparent: Bisweilen wird das Honorar pro Text (Maximallänge) angegeben. Abgerechnet wird jedenfalls pro Wort auf Grundlage des lektorierten Endprodukts, das durchaus knackiger ausfallen kann. Das bedeutet, wenn einE AutorIn aus der Crowd einen zu langen Text einreicht, muss die Lektorin ihn bearbeiten und kürzen, bekommt dafür aber nur die letztlich veröffentlichte Textmenge vergütet. Und muss ein Text ein zweites Mal lektoriert werden, wird er dennoch nur einmal abgerechnet. 

Insgesamt kommt uns die schöne neue Welt des Crowdworking ziemlich bekannt vor. Das Dreiecksverhältnis auf diesen „Marktplätzen für Unternehmen / Privatpersonen“ – AuftraggeberIn / Internetplattform / AutorIn – erinnert stark an die sogenannte Zeitarbeit, nur eben übers Internet vermittelt und viel „flexibler“, man möchte sagen: Liquid Leiharbeit.

Ein Mitglied der FAU Berlin, das als Lektorin für Greatcontent arbeitete, ließ sich diese Praktiken nicht gefallen. Einfach war die Gegenwehr allerdings nicht. Für viele Kolleginnen und Kollegen scheint die Arbeit nur ein Nebenjob zu sein. Kaum überraschend, denn durchschnittlich erzielte unsere Genossin einen monatlichen Verdienst von rund 450 Euro. Die Fluktuation bei der Firma scheint ziemlich hoch und die Bereitschaft zur Gegenwehr eher gering. Mehrfach hörte die Arbeitsgruppe der FAU Berlin zwar Murren und Beschwerden über die Arbeitsbedingungen, zu einem gemeinsamen Vorgehen ließ sich aber niemand bewegen, die KollegInnen suchten lieber das Weite. 

Auch das FAU-Mitglied arbeitet inzwischen nicht mehr für Greatcontent. Sie hatte offenbar zu oft und zu beharrlich die Korrektur intransparenter Abrechnungen und die Auszahlung eines dreistelligen ausstehenden Honorars verlangt. Daraufhin erteilte ihr das Unternehmen keine Aufträge mehr – ein klarer Fall einer „kalten Kündigung“. 

Die Arbeitsgruppe der FAU Berlin konfrontierte das Management direkt mit den Forderungen: die Auszahlung der noch ausstehenden Honorare und ein angemessenes Ausfallhonorar. Die erste dieser Forderungen erfüllte die Firma, die zweite bis heute nicht. Während wir davon ausgehen, dass für unser Mitglied eine langfristige Beschäftigung bestand und ihre Tätigkeit (Lektorat / Redaktion) nicht durch die AGB für AutorInnen abgedeckt ist, erklärte Greatcontent-Vorstand Michael Draxler, die freiberufliche Zusammenarbeit erfolge immer nur „projektweise“, also kurzfristig. Zudem würden an alle freien MitarbeiterInnen zu Beginn ihrer Tätigkeit entsprechende „Richtlinien“ ausgehändigt – diese konnte er jedoch auch im Nachhinein nicht vorlegen. Die Verhandlungen zwischen FAU und Greatcontent endeten dennoch recht freundlich, da Draxler unserer Genossin eine Festanstellung anbot: „Da sind Sie überrascht, was?“ Das waren wir tatsächlich! Wenig überraschend hingegen der Ausgang: kurz darauf wurde das Angebot „aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage“ der Firma widerrufen.

PS: Dieser Text ist 698 Worte bzw. 96,5 Normzeilen lang, das Lektorat würde also entweder 4,89 Euro kosten (Greatcontent) oder aber 29,92 Euro (FAU Berlin, „Broschüre für alle SpracharbeiterInnen“ 2009) kosten. 

Presse: „Die Masse macht’s“, Neues Deutschland, 10. Juni 2016, https://www.neues-deutschland.de/artikel/1014751.die-masse-machtrs.html

 

Erweiterung des Beratungsangebotes

Veröffentlicht am 28.07.2016 Kategorie:
Ab August bietet die FAU Berlin nun eine feste öffentliche Beratung bei Problemen zum Komplex ALG II zweimal im Monat an (2. und 4. Freitag im Monat). Neben der gewerkschaftlichen Beratung, der Beratung für Kollektivbetriebe (auf Anfrage), der Beratung bei Sexismus am Arbeitsplatz und der Beratung für Mieter*innen durch die Rechtsanwältin Carola Handwerg erweitert die FAU Berlin damit ihr festes Beratungsangebot.

Einen Überblick über die Termine findet ihr in der rechten Spalte oder hier unter "Regelmäßige Termine und Beratungen". Am besten beraten seid ihr natürlich als Mitglieder einer kämpferischen Basisgewerkschaft. Schaut daher gerne auch zur monatlichen Infoveranstaltung "FAU – Wie funk­tioniert das?" jeden 1. Freitag um 19 Uhr oder dem offenen Büro jeden Freitag von 17 bis 20 Uhr im Monat in unserem Gewerkschaftslokal in Berlin-Wedding vorbei und lernt uns kennen!

Die ALG II Beratung erreicht ihr auch per .

Fall Barist erfolgreich beendet

Veröffentlicht am 22.07.2016 Kategorien: ,
Ein Mitglied der FAU Berlin hat seine Lohnklage gegen den Betreiber des Restaurants „Barist“ mit einem Vergleich erfolgreich beendet. Der Betreiber hat seine Widerklage zurückgezogen, in der er Schadenersatzansprüche gegenüber dem FAU-Mitglied geltend machen wollte – wegen angeblich „rechtswidrigen“ Aktionen, zu denen der ehemalige Mitarbeiter seine Gewerkschaft angezettelt haben soll.

Am 20. Juli fand der zweite Gerichtstermin eines FAU-Mitglieds gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber DEVI Gastro GmbH statt. Das Gewerkschaftsmitglied hatte als Eisverkäufer im Restaurant „Barist“ der Firma DEVI Gastro am Hackeschen Markt gearbeitet. Zusammen mit der FAU Berlin forderte der Betroffene eine Nachzahlung von Lohn und Urlaubsgeld seit Oktober 2015. Die FAU Berlin hatte das Unternehmen durch Briefe, Anrufe und Kundgebungen aufgefordert, seinen gesetzlichen Pflichten nachzukommen und das Gewerkschaftsmitglied auszuzahlen.

Beim ersten Gütetermin vom 22. April war der Anwalt von DEVI Gastro der Ansicht, dass Barist dem FAU-Mitglied keinen ausstehenden Lohn schulden würde. Der Anwalt des FAU-Mitglieds bestand auf der Forderung, drückte aber seine Bereitschaft zum Verhandeln aus.

DEVI Gastro hat nun einem Vergleich zugestimmt beim zweiten Gerichtstermin. Von der Leitung unterzeichnete Stundenzettel unterstützten die Forderungen des Gewerkschaftsmitglieds. Der Richter konnte nur beipflichten, dass Angestellte Beweise über ihre Arbeitszeit sammeln sollten. Der Richter hat auch die Forderungen des Gewerkschaftsmitglieds bezüglich des Urlaubsgeldes unterstützt, da dies klar vertraglich geregelt war.

Nach Beobachtungen der FAU Berlin ist Unterschlagung erworbener Ansprüche von ArbeiterInnen keine Seltenheit – besonders betrifft dies die Gastronomie und migrantische ArbeiterInnen. Viele Lohnabhängige nehmen diese Praxis hin. Doch auch wenn sie sich wehren, sehen sie sich einem für langwierige Arbeitskämpfe finanziell besser ausgestatteten Unternehmen gegenüber. Oft geben die Chefs lieber tausende von Euro für Rechtsmittel aus, als legitimen Forderungen zuzustimmen, bei denen es um ein paar hundert Euro (wie in diesem Fall) geht. Da hilft es, sich frühzeitig gewerkschaftlich zu organisieren.

DEVI Gastro hatte auch eine Widerklage gegen den ehemaligen Mitarbeiter eingereicht, in der Schadenersatzansprüche in Höhe von fast 8,000 € gefordert worden waren, die angeblich aufgrund von „illegalen“ Aktionen der FAU entstanden seien. DEVI Gastro behauptete, dass der ehemalige Mitarbeiter für die Aktionen der FAU Berlin hafte, weil er sie mit den besagten Aktionen beauftragt habe. Der Richter klammerte aber die Frage, ob ein Gewerkschaftsmitglied für die Aktionen der Gewerkschaft haftet, weitgehend aus. Viel mehr ging es bei der Verhandlung darum, inwiefern DEVI Gastro die angeblichen Schäden tatsächlich beweisen konnte.

Die Forderungen des Gewerkschaftsmitglieds wurden durch den Vergleich erfüllt. So ist der Fall für die FAU fast abgeschlossen. Was übrig bleibt, ist die einstweilige Verfügung, die etwa besagt, dass die FAU Berlin gegen das Restaurant nicht protestieren und es im Internet nicht kritisieren darf. Die FAU Berlin hat DEVI Gastro bereits aufgefordert, die einstweilige Verfügung zurückzuziehen.

Einfach, schnell, direkt: Honorar eingetrieben

Veröffentlicht am 21.07.2016 Kategorie:
Am 17.03.2016 hat unser ägyptischer Kollege einen Honorarvertrag als Deutschdozent mit dem privaten Bildungsträger „European Business Academy“ unterzeichnet. Der Regeltarif des Bildungswesens wurde in seinem Vertrag nicht berücksichtigt, so dass der Dozent untertariflich bezahlt werden sollte. Darüber hinaus wurde die Arbeitsdauer im Vertrag nicht festgelegt, sondern ihm lediglich per WhatsApp mitgeteilt, dass der Kurs 8 Wochen dauern sollte. Dies wurde allerdings nicht beachtet und nach 3 Wochen wurde der Kurs aus nicht ersichtlichen Gründen abgebrochen. Dadurch, dass dem Dozenten weniger gezahlt wurde, konnte der Träger vermutlich einfach mehr Profit herausschlagen.

Noch einen drauf setzen?

Als wäre das dem Träger nicht genug, wollte er dem Deutschdozenten die drei Wochen, die er bereits gearbeitet hatte, nicht zahlen. Der Versuch, an die Verantwortlichen heranzutreten, scheiterte, da der verantwortliche Projektleiter ebenso wie eine Person aus der Geschäftsführung schlicht abtauchten, nachdem dem Kollegen versprochen wurde, dass er sein Geld binnen 14 Tagen erhalten würde. Eine andere Person aus der Geschäftsführung versuchte gar unseren Genossen einzuschüchtern.

Nicht mit uns!

Daraufhin schaltete sich die FAU Berlin ein. Es dauerte nach einem Mahnbrief der FAU nur drei Tage, bis unserem Kollegen sein Lohn gezahlt wurde. Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie schnell und einfach es gehen kann, sich gegen Ausbeutung zu wehren, wenn man eine kämpferisch-solidarische Gewerkschaft an seiner Seite hat.

Über den Einzelfall hinaus

Leider muss man davon ausgehen, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt – immer wieder erreichen uns Berichte von Ausbeutung und Entrechtung in der Bildungsarbeit mit Geflüchteten. Die Bildungssektion der FAU Berlin konzentriert sich daher seit einigen Monaten darauf, die Selbstorganisierung von Arbeiter_innen in diesem Bereich zu unterstützen. Wenn ihr in einer ähnlichen Situation steckt und euch am Arbeitsplatz organisieren wollt, meldet euch unter .

DEVI Gastro beantwortet Lohnforderung mit Schadenersatzforderung gegen Gewerkschaftsmitglied

Veröffentlicht am 19.07.2016 Kategorien: ,
Ein Mitglied der Basisgewerkschaft FAU Berlin geht mit einer Lohnklage gegen den Betreiber des Restaurants „Barist“ vor. Der Betreiber hat jedoch eine Widerklage eingereicht, in der er Schadenersatzansprüche gegenüber dem FAU-Mitglied geltend machen will - wegen „rechtswidrigen“ Aktionen, zu denen angeblich der ehemalige Mitarbeiter seine Gewerkschaft angezettelt haben soll.

Am Mittwoch, den 20. Juli, findet der zweite Gerichtstermin eines FAU-Mitglieds gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber DEVI Gastro GmbH statt. Das Gewerkschaftsmitglied hatte als Eisverkäufer im Restaurant „Barist“ der Firma DEVI Gastro am Hackeschen Markt gearbeitet. Zusammen mit der FAU Berlin fordert der Betroffene eine Nachzahlung von Überstundenlohn, Nachtzuschlägen und Urlaubsgeld.

Beim ersten Gütetermin am 22. April war der Anwalt von DEVI Gastro, Dr. Mehmet Koca, der Ansicht, dass Barist dem FAU-Mitglied keinen ausstehenden Lohn schulden würde. Der Anwalt des FAU-Mitglieds, Sebastian Kunz, bestand auf der Forderung, drückte aber seine Bereitschaft zum Verhandeln aus. Der Prozess setzt sich nun nach 3 Monaten fort.

Mittlerweile hat DEVI Gastro auch eine Widerklage gegen den Betroffenen eingereicht, in der Schadenersatzansprüche in Höhe von fast 8,000 € gefordert werden, die angeblich aufgrund von „illegalen“ Aktionen der FAU entstanden sind. DEVI Gastro behauptet, dass der Betroffene für die Aktionen der FAU Berlin haftet, weil er sie mit den besagten Aktionen beauftragt hätte. „In unserer Gewerkschaft gilt: Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle“, meint Markus Weise, Sekretär der FAU Berlin. „Wer denkt, dass ein Mitglied für die Aktionen der Gewerkschaft verantwortlich ist, hat das Konzept einer Gewerkschaft nicht verstanden.“

Die Widerklage erinnert an die einstweilige Verfügung gegen die FAU Berlin, die DEVI Gastro bereits in der Vergangenheit erwirkt hat. Demnach darf die FAU Berlin u.a. keine Kundgebungen mehr gegen die Gaststätte veranstalten, noch ihr Verhalten und ihre Leistung im Internet kommentieren, noch kritische Flugblätter über sie verteilen. Gegen die einstweilige Verfügung hatten am 4. Juni in Berlin mehr als 300 Personen demonstriert. Die FAU Berlin wird juristisch gegen die einstweilige Verfügung vorgehen.

Der Gerichtstermin findet am Mittwoch, den 20. Juli um 9:45 in Raum 224 des Berliner Arbeitsgerichts (Magdeburger Platz 1) statt.

Broschüre: "Ich will mein Geld!" - Tipps und Tricks, um Honorare einzutreiben

Veröffentlicht am 10.07.2016 Kategorie:
Immer mehr Lohnabhängige müssen ihre Arbeitsleistung in Rechnung stellen, auch außerhalb der klassischen "freien Berufe" – und oft genug müssen sie darum kämpfen, ihr Honorar wie vereinbart zu bekommen. Für all diese Kolleginnen und Kollegen hat die Mediensektion der FAU Berlin eine Broschüre zusammengestellt. Sie enthält nützliche Informationen über Vertragsverhandlungen, direkte Aktionen und rechtliche Möglichkeiten, um ausstehende Honorare einzutreiben.

Der Job ist fertig, abgeschickt, erledigt. Alles wunderbar, fehlt nur noch die Bezahlung. Jetzt heißt es: Warten.
Und warten.
Noch ein bisschen warten.
Irgendwann hast du das Gefühl, dass es nun lange genug gedauert hat, bis das Geld endlich auf deinem Konto landet. Also: nachfragen. Je nach Haltung und Situation schüchtern oder höflich oder auch genervt. Oft genug bekommst du dann Ausreden zu hören: „Leider total vergessen …“, „... ist schon auf dem Weg“, „... spätestens in zwei Tagen …“
Und wieder: Warten … Irgendwann ist jeder mit der Geduld am Ende. Aber was jetzt?

Beschäftigte aus der Kultur- und Medienbranche, Künstlerinnen oder freie Journalisten werden traditionell mit Honoraren bezahlt: eine bestimmte Geldsumme für eine bestimmte Arbeit, ohne dass zwischen beiden Seiten ein dauerhafter Arbeitsvertrag besteht. Mittlerweile werden zunehmend Arbeiterinnen und Arbeiter auch in anderen Branchen wie Selbstständige behandelt. Werkverträge und Dienstverträge gibt es heute fast überall – vor allem deswegen, weil Unternehmer keine Beiträge für Sozial- und Rentenversicherungen bezahlen und Arbeitsrechte wie den Kündigungsschutz oder die betriebliche Mitbestimmung aushebeln wollen.

Deshalb müssen immer mehr Lohnabhängige ihre Arbeitsleistung in Rechnung stellen, auch außerhalb der klassischen "freien Berufe" – und oft genug müssen sie darum kämpfen, ihr Honorar wie vereinbart zu bekommen. Für all diese Kolleginnen und Kollegen haben wir eine Broschüre zusammengestellt. Sie enthält nützliche Informationen über Vertragsverhandlungen, direkte Aktionen und rechtliche Möglichkeiten, um ausstehende Honorare einzutreiben.

Die Broschüre kann hier als PDF heruntergeladen werden.

"Ich will mein Geld!" - Ein Ratgeber für alle, die auf ihr Honorar warten

Veröffentlicht am 06.07.2016 Kategorie:
Der Job ist fertig, abgeschickt, erledigt. Alles wunderbar, fehlt nur noch die Bezahlung. Jetzt heißt es: Warten. Und warten. Noch ein bisschen warten. Irgendwann hast du das Gefühl, dass es nun lange genug gedauert hat, bis das Geld endlich auf deinem Konto landet. Also: nachfragen. Je nach Haltung und Situation schüchtern oder höflich oder auch genervt. Oft genug bekommst du dann Ausreden zu hören: "Leider total vergessen", "ist schon auf dem Weg", "spätestens in zwei Tagen". Und wieder: Warten ... Irgendwann ist jeder mit der Geduld am Ende. Aber was jetzt? Die folgenden Tipps sind keine Handlungsanleitung, die ihr einfach übernehmen könnt. Diese Broschüre beschreibt einige Möglichkeiten, um den Auftraggeber / die Auftraggeberin dazu zu bringen, das ausstehende Honorar zu bezahlen, und wir warnen vor Fehlern, die es dabei zu vermeiden gilt.

Wie ihr tatsächlich vorgeht, muss auf eure individuellen Umstände passen. Zum Beispiel: Kann der Auftraggeber nicht zahlen oder will er nicht? Verbindet euch eine langfristige Geschäftsbeziehung, oder war es der erste Auftrag? Oder auch: Müsst ihr schnell an euer Geld kommen? Wie viel Zeit und Energie wollt ihr auf die Auseinandersetzung verwenden? Der Weg über ein gerichtliches Klageverfahren beispielsweise dauert länger und bedeutet in der Regel den Verlust des Auftraggebers, ist aber dafür „gründlicher“.

Die Broschüre kann hier als PDF heruntergeladen werden.

 

Eine Publikation der Mediensektion der FAU Berlin
Kontakt: faub-medien@fau.org


80 Jahre Spanische Revolution: Filmreihe und neue Doku

Veröffentlicht am 04.07.2016 Kategorien: ,
Diesen Monat jährt sich zum 80. mal der Beginn des Spanischen Bürgerkrieges und der damit einhergehenden Sozialen Revolution. Aus diesem Anlass findet im Lichtblick-Kino eine Filmreihe statt. Außerdem kommt aus selben Anlass der neue Dokumentarfilm »Memoria Viva« über unsere spanische Schwestergewerkschaft CNT in die Kinos und es wird in Berlin mehrere Vorführungen in Anwesenheit der Filmemacher geben. Sowohl Filmreihe wie auch Kinostart finden in Kooperation mit der FAU Berlin statt.

Am 18. Juli 1936, vor 80 Jahren, putschte Franco gegen die Republik. Einen Tag später antworteten große Teile der Arbeiterschaft mit einer Sozialen Revolution. Welche historische Bedeutung der Spanische Bürgerkrieg und die einhergehende Revolution haben, lässt sich auch an der Vielzahl der Filmen ablesen, die sich mit ihm auseinandersetzen.

Das Lichtblick-Kino zeigt nun vom 14. Juli bis 3. August unter dem Titel A las Barricadas – Bürgerkrieg und Revolution in Spanien 1936–1939 eine Auswahl hiervon. Zu sehen sind  »Klassiker« wie Ken Loachs »Land and Freedom«, Hans Magnus Enzensbergers Film über Durruti oder Pepe Danquarts Frühwerk »Die lange Hoffnung«, aber auch zeitgenössische Produktionen der CNT und aktuelle Werke. 

Der neuste Film der Reihe ist Memoria Viva - Lebendige Erinnerung, der am 14. Juli bundesweit in den Kinos startet, flankiert von einer Kinotour mit Regisseur und Produzent.

»Memoria Viva« erzählt die über hundertjährige Geschichte der CNT aus der Sicht ihrer Protagonisten – einfachen Arbeitern und Arbeiterinnen. Mit ihnen erleben wir ihre Geschichte, ihre Kämpfe, ihre Hoffnungen und Erwartungen. Eine Reise in die Utopie derjenigen, die eine neue Welt in ihren Herzen tragen.

A las Barricadas – Bürgerkrieg und Revolution in Spanien 1936–1939

Filmbeschreibungen und Termine finden sich hier

Memoria Viva - Lebendige Erinnerung

Berliner Vorführungen mit dem Regisseur Antonio J. García de Quirós Rodríguez und Produzent Gonzalo Palomo»Memoria Viva«:

Do 14.07.2016 18:15 Uhr Moviemento Kino
Fr 15.07.2016 21:45 Uhr Freilichtbühne Weißensee
Sa 16.07.2016 19:30 Uhr Lichtblick-Kino

Weitere Informationen und Termine finden sich hier

„Gratisarbeit“ für die Rosa-Luxemburg-Stiftung: Historikerin um über 3.000 € Honorar geprellt

Veröffentlicht am 28.06.2016 Kategorie:
Eine Berliner Journalistin und Historikerin wurde vom Direktor des Regionalbüros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in São Paulo mit einem Rechercheprojekt beauftragt, er hat das fertige Projekt abgenommen und redigiert - aber sobald es um das Honorar ging, will keiner es gewesen sein. Der Direktor in São Paulo sagt, er bekäme kein Geld aus Berlin, die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin sagt, der Direktor hätte keine Vollmacht, einen solchen Auftrag zu erteilen. Die Journalistin bleibt sitzen auf unbezahlter Arbeit für über 3.000 €. Das Muster ist uns bekannt: Unternehmer scheuen die Verantwortung für unbezahlte Löhne und beschuldigen sich gegenseitig. Ein „linkes“ Image wie bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung macht hier keine Ausnahme.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) ist eine parteinahe Stiftung der Linkspartei, die zu den privaten Trägern politischer Bildungsarbeit gehört. Bundesweit beschäftigt sie hunderte MitarbeiterInnen, und hat Regionalbüros weltweit, so auch in São Paulo, Brasilien.

Einer auf Lateinamerika spezialisierten Journalistin und Historikerin wurde Ende April 2015 vom Direktor des Regionalbüros in São Paulo ein Projekt für die RLS angeboten. Das Ergebnis sollte zum 40. Jahrestag der sogenannten „Operation Condor“ im November 2015 in Paraguay vorgestellt werden. In Emails und Skype-Telefonaten wurde von der Journalistin und von dem Direktor eindeutig bestätigt, dass sie das Rechercheprojekt nur beginnt, wenn es tatsächlich vergütet wird, entsprechend dem in ihrer Projektbeschreibung genannten Tagessatz.

Im September 2015 übersandte die Journalistin das Rechercheergebnis mit einer Rechnung über ca. 3.000 €. Der Direktor redigierte den Text sofort und schickte ihn ihr zurück. Eine Woche später teilte er ihr aber zu ihrer großen Verwunderung mit, dass weder die RLS sie für das Projekt beauftragt hätte, noch könne er sie für die erbrachte Arbeit entlohnen, da ihm leider keine Mittel aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bereitgestellt würden.

Als die Journalistin den Direktor an die Vereinbarung erinnerte, schickte er ihr per Email plötzlich einen Honorarvertrag mit Briefkopf der RLS von 900 € für ein Projekt zu einem völlig neuen Thema. Das schon fertige Projekt zur Operation Condor blieb aber unbezahlt.
Weitere Mahnungen und Zahlungsaufforderungen seitens der Journalistin wie auch der Rechtschutzstelle der Gewerkschaft Ver.di blieben unbeachtet. Die Journalistin hat nun eine Klage gegen die RLS eingereicht. Der Prozess wird am 7. Juli, um 9.15 Uhr im Amtsgericht Tempelhof, Möckernstr. 130, Zimmer 258 stattfinden. Die Mediensektion der FAU Berlin, in der die Journalistin mittlerweile Mitglied ist, ruft auf zur Unterstützung.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung setzt sich für Arbeitnehmerrechte und soziale Gerechtigkeit ein, und gegen Sexismus und Rassismus. Jedoch ist der Fall der um ihr Honorar geprellten Lateinamerikanistin offenbar nicht das erste Mal, dass die Stiftung auf die Rechte ihrer eigenen MitarbeiterInnen pfeift. 2015 wurde etwa, wie in der Presse berichtet wurde, im New Yorker Büro der RLS einer Mitarbeiterin gekündigt, nachdem sie gewerkschaftlichen Protest gegen den fehlenden Kündigungsschutz organisiert hatte. Wie sich zudem herausgestellt hat: Unter den vier ProjektmanagerInnen des New Yorker Büros hatten die Frau und ihr schwarzer Kollege ein niedrigeres Einstiegsgehalt als die beiden weißen, männlichen Kollegen erhalten.

Auch mit einem „linken“ Image sieht der Kapitalismus letzten Endes doch immer gleich aus.

Staatsterror gegen Lehrergewerkschaft in Mexiko

Veröffentlicht am 24.06.2016 Kategorie:
Die Repression gegen unsere mexikanischen Berufs- und GewerkschaftskollegInnen der 'Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación' (CNTE), der Nationalen Koordination der BildungsarbeiterInnen, hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Am 19. Juni 2016 sind in der Ortschaft Nochixtlán im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca mindestens zwölf Kollegen von Polizeieinheiten erschossen und weitere 30 DemonstrantInnen zum Teil schwer verletzt worden.

Die Bildungssektion der FAU Berlin solidarisiert sich mit den widerständigen Lehrerinnen und Lehrern und hat bei der mexikanischen Botschaft sowie bei den mexikanischen Konsulaten in Deutschland Beschwerde (siehe unten) eingereicht. Desweiteren wurden die Gewerkschaften ver.di und GEW aufgerufen, ebenfalls aktiv zu werden.

 

 

 

 

Beschwerde über mörderische Polizeirepression gegen mexikanische Lehrerbewegung

 

Sehr geehrte Botschafterin Frau Patricia Espinosa Cantellano,

 

mit größtem Entsetzen musste die Bildungssektion der Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) Berlin zur Kenntnis nehmen, dass die Repression gegen unsere mexikanischen Berufs- und Gewerkschaftskollegen der CNTE, der Nationalen Koordination der Bildungsarbeiter, einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Am 19. Juni 2016 wurden in der Ortschaft Nochixtlán im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca mindestens zwölf Kollegen von Polizeieinheiten erschossen und weitere 30 Demonstranten zum Teil schwer verletzt.

Unsere Kollegen der CNTE hielten aus Protest gegen die desaströse Bildungsreform von Präsident Enrique Peña Nieto seit einer Woche einen Abschnitt einer Bundesstrasse besetzt. Zu keiner Zeit ist von dieser Blockade eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit ausgegangen. Viel mehr gehört diese legitime Aktionsform zu den alltäglichen Mitteln der mexikanischen Arbeiter, Bauern und Indigenen und rechtfertigt in keiner Weise einen derartigen Polizeieinsatz. Die Bildungssektion der FAU Berlin kann in dieser blutigen Aktion der Staatsgewalt bloß eine Absicht erkennen, nämlich jene, die Bewegung der Lehrerinnen und Lehrer mit Gewalt zu terrorisieren.

Dass sich im Nachgang dieser brutalen Unterdrückung unserer Kollegen das Ministerium für Öffentliche Sicherheit wie auch die Nationale Sicherheitskommission mit glatten Lügen behelfen mussten, ist ein Hohn für die Angehörigen der getöteten Lehrer, Bauern und Studenten. Wie Ihnen bekannt sein wird, vermeldeten genannte Stellen, die Beamten der Bundes- und Staatspolizei hätten während der Räumung der Blockade „nicht einmal Schlagstöcke“ getragen. Enrique Galindo, der Chef der Bundespolizei, behauptete zudem, während der Polizeiaktion seien nicht Schüsse, sondern bloß detonierende Feuerwerkskörper hörbar gewesen. Und selbst Innenminister Osorio Chong stimmte in diesen Chor ein und ließ die Medien wissen, dass die Beamten „keine Waffen getragen“ hätten.

Doch dann publizierte mitunter die renommierte Nachrichtenagentur „Associated Press“ Video- und Fotomaterial, in dem eindeutig erkennbar ist, wie Uniformierte der Polizei ohne die geringste Not die Demonstranten mit Hand- und Schnellfeuerwaffen unter Beschuss nehmen. Sofort reagierte die Bundespolizei und behauptete nun, dass die Schüsse „von Personen außerhalb der Blockade“ abgegeben worden seien.

Die Bildungssektion der FAU Berlin ist empört über diese Lügen und die leicht durchschaubare Strategie der Einschüchterung einer sozialen Bewegung. Als Gewerkschaft wird die FAU Berlin Maßnahmen treffen, die den Kampf unserer Kollegen der CNTE unterstützen. So werden die organisierten Lehrkräfte diesen staatlichen Terror sowie die deutschen Waffenexporte nach Mexiko vermehrt an deutschen Universitäten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zur Sprache bringen. Zudem hat die FAU Berlin auch die Lehrkräfte der Gewerkschaften ver.di und GEW dazu aufgerufen, sich mit den mexikanischen Kollegen zu solidarisieren und in diesem Sinne in Aktion zu treten. Die Gewalt gegen unsere Kollegen gehört sofort beendet und die politischen Gefangenen gehören bedingungslos freigelassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Bildungssektion der Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) Berlin

 

Kopie an: Auswärtiges Amt, Berlin, Mexikanische Konsulate in Frankfurt, Düsseldorf, Bremen, Hamburg, Hannover.

(23.06.2016)

Kundgebung in Malaga für die Gewerkschaftsfreiheit in Deutschland

Veröffentlicht am 19.06.2016 Kategorien: , ,
Am Montag den 6. Juni führte die CNT Malaga eine Kundgebung vor dem deutschen Konsulat durch, um die Gewerkschaft FAU zu unterstützen. Dabei wurden hunderte Flugblätter verteilt, die von den Passanten interessiert zur Kenntnis genommen wurden. Außerdem wurde im Konsulat ein Protestbrief überreicht.

Das Konsulat nahm den Brief entgegen, um ihn an die Botschaft weiterzuleiten, verweigerte jedoch ihn mit einem entsprechenden Eingangsstempel zu versehen. Dies entsprach der Weisung, die sie erhalten hatten, denn sie waren bereits über unserer Protestaktion vor ihrer Tür informiert. Wir werden so oft wie nötig wiederkommen, bis unsere Genossen von der FAU ihre legitimes Recht auf gewerkschaftliche Aktion ausüben können.

Während der Kundgebung wurde ein Flugblatt mit folgendem Inhalt verteilt. Weiter unten veröffentlichen wir den Inhalt des Protesbriefes:

Flugblatttext

Das Arbeitsgericht in Berlin hat die gewerkschaftliche Aktion der Gewerkschaft Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU) verboten. Die Ursache ist die Anzeige eines Unternehmers mit dem sie in einem Konflikt standen, den dieser hatte mehr als 1000€ an Löhnen geprellt.

In der Folge wurde es der FAU verboten öffentliche Kundgebungen vor dem Unternehmen abzuhalten, unter der Androhung einer Geldstrafe von bis zu 250.000€ oder sechs Monaten Gefängnis.

Es ist bedauerlich und beschämend, dass in einem Land, welches sich selbst zu einem der herausragendsten Verteidigern der Freiheiten und Rechte erklärt, die legitime gewerkschaftliche Aktion verboten wird, welche eine Gewerkschaft anwenden muss, um sich den Übergriffen der Unternehmern entgegenstellen zu können.

Bereits 2010 hatte die FAU Probleme, weil der deutsche Staat sie nicht als Gewerkschaft anerkannte. Nach einer internationalen Kampagne, die aus fünf Kontinenten Unterstützung erhielt, erkannte das Berufungsgericht die Gewerkschaft an.

Seitdem hat die FAU die Verteidigung der Arbeiter fortgesetzt und zahlreiche Konflikte insbesondere für die prekärsten Arbeiter ausgefochten.

Die Gewerkschaft CNT Malaga, assoziiert mit der FAU, betont ihre maximale Unterstützung für diese Gewerkschaft. Wir werden so oft auf die Straße gehen, wie es notwendig sein wird, bis sie ihr legitimes Recht auf gewerkschaftliche Aktion zurück erlangen.

Protestbrief

An den Direktor des Konsulates:

Sehr geehrten Damen und Herren,

seitens des Syndikates von Malaga der Confederación Nacional del Trabajo möchten wir größte Sorge bezüglich des jüngsten Verbotes der gewerkschaftlichen Aktionen der Gewerkschaft Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) durch das Berliner Arbeitsgericht ausdrücken. Dies geschah aufgrund eines Ersuchens nach einstweiliger Verfügung seitens eines Restaurants, mit dem sich die Gewerkschaft FAU in einem Konflikt um ausstehende Lohnforderungen befindet.

Deshalb ist es der FAU derzeit bei Strafe von 250.000 Euro oder sechs Monaten Gefängnis untersagt, vor dem Restaurant zu demonstrieren oder Flugblätter zu verteilen. Gegen einen Genossen wird in dieser Frage ermittelt.

Bereits 2010 wurde versucht, der FAU Berlin zu verbieten, sich als „Gewerkschaft“ zu bezeichnen. Schließlich wurde in einem Revisionsverfahren zu Gunsten unserer Genossen von der FAU entschieden. Monatelang gab es eine Unterstützungskampagne, die internationalen Charakter hatte und in deren Verlauf Solidaritätskundgebungen auf allen fünf Kontinenten stattfanden.

Seitdem ist die FAU damit fortgefahren, die Rechte der Arbeiter zu verteidigen, insbesondere die der schutzlosesten, der migrantischen Arbeiter und kämpft dabei gegen Unternehmer, die sich nicht an die Bestimmungen halten.

Es ist uns unbegreiflich, dass eine Gewerkschaft ihre legitimen gewerkschaftlichen Aktionen nicht durchführen darf. Die Vereinigungsfreiheit und die Gewerkschaftsfreiheit sind von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als fundamentale Menschenrechte anerkannt. Deutschland hat als Mitglied dieser Organisation „die Grundsätze betreffend die grundlegenden Rechte, die Gegenstand dieser Übereinkommen sind, in gutem Glauben und gemäß der Verfassung einzuhalten, zu fördern und zu verwirklichen“.

Dies beinhaltet die Vereinigungsfreiheit, die Gewerkschaftsfreiheit und die Anerkennung des Rechtes auf Tarifverhandlungen. Bestandteil der Gewerkschaftsfreiheit ist „die kollektive Freiheit der gewerkschaftlichen Aktion“ und darin enthalten sind unter anderem folgende Freiheiten: Durchführung von politischen Aktivitäten im Zusammenhang mit den Interessen der Vertretenen, die Möglichkeit, sich zu versammeln und sich öffentlich Gehör zu verschaffen, öffentliche Verlautbarungen abzugeben und zu streiken.

Deshalb und als Gewerkschaft, die mit der FAU seit Jahren in der Internationalen ArbeiterInnen Assoziation verbunden ist, möchten wir vor den deutschen Behörden – und in diesem Fall mittels der ihrigen – unsere ausdrückliche Solidarität und Unterstützung dieser Gewerkschaft bekunden. Wir erwarten, dass diese Situation baldmöglichst geklärt wird und die FAU ihr legitimes Recht auf Durchführung gewerkschaftlicher Aktionen zurückerhält.

[Update] Kämpfe in Frankreich | Solidarität mit der CNT-F Lille

Veröffentlicht am 14.06.2016 Kategorien: ,
[Update | 17. Juni] Am 14. Juni wurde erneut auch während der EM in Paris gegen die Arbeitsmarktreform demonstriert. Auch französische syndikalistische Schwester-Gewerkschaften sind von Beginn an an den Protesten beteiligt und werden nunmehr durch die Justiz verfolgt und eingeschüchtert. Die FAU Berlin ruft daher zur Unterstützung der CNT-F Lille auf, deren Lokal am 18. April verwüstet wurde. Am Samstag ruft zudem die radikale linke | berlin zu einer Solidaritätskundgebung anlässlich der Kämpfe in Frankreich auf. Konto: Allgemeines Syndikat Berlin IBAN: DE45 1605 0000 3703 0017 11 BIC: WELA DE D1 PMB Verwendungszweck: Soli Spende CNT-F

Solidarität mit den CNT-Gewerkschaften

Die CNT-Gewerkschaften haben als Antwort auf ihre beharrlichen Proteste erhebliche Repressionen erfahren. Informiert euch bei der CNT-F, CNT SO und CNT-AIT über ihre Aktivitäten. Zeigt eure Solidarität, indem ihr der CNT-F in Lille, die erhebliche Probleme mit der französischen Klassenjustiz hat, Geld spendet. Die FAU Berlin wird eure Spende weiterleiten.

Solidarität mit der Bewegung in Frankreich

Zudem wird es am heutigen 14. Juni auch in Deutschland Solidaritätsaktionen in verschiedenen Städten geben. Hier findet ihr einen Überblick auf labournet. Ihr könnt euch außerdem hier über anstehende Streiks in Frankreich informieren und hier über die Nuit Debout.

FAU Berlin

Samstag, 18. Juni - 14 Uhr. Haus der Wirtschaft
[by: radikale linke | Berlin]

Eine anarchosyndikalistische Sicht auf die Kämpfe gegen das neue Arbeitsgesetz

 

Mall of Shame: Prozessmarathon gegen Subunternehmen erfolgreich beendet, aber immer noch kein Lohn

Veröffentlicht am 12.06.2016 Kategorien: ,
Anderthalb Jahre haben die zehn Klageverfahren gedauert, gegen zwei Subunternehmen, die Arbeiter am Bau der „Mall of Berlin“ im Frühjahr und Sommer 2014 beschäftigt hatten, und sie um den Löwenanteil der ihnen versprochenen Hungerlöhne von 4-6 €/Std. geprellt hatte. Sieben der Arbeiter hatten sich in der FAU Berlin organisiert und die beiden Subunternehmen, bei welchen sie beschäftigt waren - openmallmaster GmbH und Metatec-Fundus GmbH & Co. KG, vor dem Arbeitsgericht verklagt. Am vergangenen Freitag fand der voraussichtlich letzte Gerichtstermin in den Verfahren gegen die Subunternehmen statt.

Zu dem Termin vor der zweiten Instanz des Landesarbeitsgerichtes erschien jedoch kein Vertreter der beklagten Firma openmallmaster. Nach dem plötzlichen Todesfall des bisherigen Anwaltes wurde von der Rechtsanwaltskammer eine Vertretung zur Abwicklung der Verfahren bestellt. Später wurde bekannt, dass der Vertretungsanwalt nicht zum Gerichtstermin am Freitag erschien, weil er sein Mandat bereits wieder niedergelegt hatte.

Die Richterin hat in Abwesenheit des beklagten Subunternehmens ein Versäumnisurteil zugunsten des Klägers erteilt: openmallmaster muss laut Urteil auch diesem Arbeiter den Lohn zahlen, für den er gearbeitet hat - eine Summe von über 5.000 €.

Zwei Jahre Kampf und immer noch kein Lohn

Ob openmallmaster GmbH, eine Firma, deren einzige bekannte Anschrift eine Briefkasten-Adresse bei einer Anwaltskanzlei in Frankfurt am Main ist, nun zahlt, bleibt abzuwarten. Bereits vor Monaten wurde gegen den in Karlsruhe gemeldeten Geschäftsführer der Firma ein Haftbefehl erlassen, weil dieser die Vermögensauskunft nicht abgegeben hatte.

Das andere beklagte Subunternehmen, Metatec, hatte Insolvenz angemeldet, kurz nachdem es in drei Lohnklagen von ehemaligen Bauarbeitern und FAU-Mitgliedern zur Zahlung verurteilt wurde.

Fast allen Lohnklagen der FAU-Mitglieder wurde im Laufe des letzten Jahres vor Gericht Recht gegeben, aber bis heute hat keiner der Arbeiter seinen Lohn gesehen.

Der Auftraggeber haftet laut Arbeitnehmer-Entsendegesetz

Die Arbeiter wurden ohne schriftliche Verträge zu rechtswidrigen Niedriglöhnen beim Bau der Mall of Berlin beschäftigt. Das Bauprojekt wurde zuletzt von der Fettchenhauer Controlling & Logistic GmbH als Generalübernehmerin unter Investor Harald Huth betreut. Auch der Generalunternehmer ist seit Dezember 2014 insolvent.

Während die Arbeiter, die Huths „Mall of Berlin“ errichteten, den Herbst 2014 zeitweise auf der Straße verbrachten, und später Tag für Tag in der Kälte demonstrierten, übernahm der Investor zu keinem Zeitpunkt die Verantwortung für das, was auf seiner Baustelle geschah. Während die Arbeiter ihre mickrigen Löhne einforderten, hat sich Huth wohl, nach Informationen aus seinem Arbeitsumfeld, kurz vor Weihnachten einen neuen Oberklassewagen gegönnt.

Im § 14 des Arbeitnehmer-Entsendegesetz ist geregelt, dass in Ketten von Sub- und Sub-Sub-Unternehmen stets das übergeordnete Unternehmen für die Auszahlung der Löhne durch die untergeordneten haftet. Man spricht von der sogenannten „Auftraggeberhaftung“. So trägt also auch im Fall der „Mall of Shame“ der Investor die Verantwortung für Lohnzahlungen der insolventen Subunternehmen.

Sofern sich Investor Harald Huth nicht endlich doch noch seiner Verantwortung für die um ihre Löhne geprellten Arbeiter stellt, wird dem für die Ansprüche der Arbeiter erfolgreichen Prozessmarathon ein weitere Etappe hinzugefügt werden. Die gegen den Investor und Auftraggeber.

Gewonnen und doch verloren

Kategorie:
"Trotz positiver Gerichtsentscheide haben die Bauarbeiter des Einkaufszentrums »Mall of Berlin« noch immer kein Geld gesehen. Grund sind insolvente oder nicht erreichbare Subunternehmen. "

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Die Masse macht's

Kategorie:
"Immer mehr Menschen in Deutschland verdienen sich ein karges Zubrot mit Crowdwork. Gewerkschaften tun sich schwer damit, in diesem Sektor Fuß zu fassen."

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Noch immer kein Lohn

"PROZESS Die rumänischen Bauarbeiter, die am Bau der Mall of Berlin beteiligt waren, kämpfen weiter"

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FAU Demo - Arbeitskämpfe in Berlin und darüber hinaus

Das Berliner A-Radio berichtet in seinem Libertären Podcast von der Demonstration der FAU Berlin für Gewerkschaftsfreiheit am 04.06.2016.

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Die Deutschen lernen streiken, die Medien nicht

"Die Streikbereitschaft hat in Deutschland zugenommen. Das Recht zum Arbeitskampf wird vielfach als eine Art "Gnadenerweis" vermittelt"

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"Unser Kampf war nicht erfolglos"

SMALLTALK in der Jungle World zu den Mall-Arbeitern und den Stand der Mall-Prozesse

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Demonstration für Gewerkschaftsfreiheit durch Berlin

Veröffentlicht am 06.06.2016 Kategorien: , , ,
Unter dem Motto „Gewerkschaftsfreiheit statt Klassenjustiz“ zogen am Samstag rund 300 Personen lautstark durch Berlin-Mitte. Zur Demonstration aufgerufen hat die anarchosyndikalistische Basisgewerkschaft Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) Berlin.

Rund 300 Personen folgten am Samstag einem Demonstrationsaufruf der FAU Berlin. Unter gleißender Sonne zog die außerordentlich lautstarke Menge vom Hackeschen Markt via Oranienburger- und Friedrichstraße vor die Französische Botschaft beim Brandenburger Tor und schließlich zum Einkaufscenter „Mall of Berlin“. Die DemonstrantInnen forderten nicht nur die sofortige Zahlung ausstehender Löhne für einen Gastronomie- und sieben Bauarbeiter, sondern protestierte auch gegen den Versuch der Unternehmerseite, die Gewerkschaft mittels einstweiligen Verfügungen und Strafanzeigen gegen AktivistInnen zum Schweigen zu bringen.

Bereits am Hackeschen Markt wurde deutlich, womit die Basisgewerkschaft zu kämpfen hat. Einem dort ansäßigen Restaurant, mit dem die FAU Berlin in einem Lohnkonflikt steht und das deshalb vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen die Gewerkschaft erwirkt hat, ist auch am Samstag überzogene staatliche Fürsorge zugekommen. Die Polizei untersagte der FAU kurzerhand jegliche Reden vor dem und gegen das Restaurant und drohte mit Platzverweisen. Der ehemalige Angestellte des Restaurants hielt die Eröffnungsrede unbeirrt außerhalb der polizeilichen Bannmeile, was ihrer Wirkung keinerlei Abbruch tat.

Laute und internationale Demo

Umso lauter bewegte sich die Demonstration durch Berlin-Mitte, wo verdutzte PassantInnen einen lebhaften Anblick dessen bekamen, was so gerne für tot erklärt wird: Einer sozialrevolutionären Arbeiterbewegung. Reden in englischer und deutscher Sprache, eine Grußbotschaft aus Frankreich, der Aufruf auch in türkischer, arabischer und polnischer Fassung, sowie italienische und griechische Parolen verdeutlichten den internationalen Charakter der anarchosyndikalistischen Bewegung. Besondere Aufmerksamkeit kam der spanischen Gewerkschaft CNT zuteil, gegen die wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird. Spontan schlossen sich der Demonstration auch einige Personen aus dem Bündnis "Alle Bleiben" an, die neulich am "Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma" für Bleiberecht protestiert hatten. Unter Beifall verurteilte deren Sprecher die Abschiebungen in angeblich sichere Herkunftsländer.

Solidarität mit der Bewegung gegen das „Loi Travail“

Vor franzoesische BotschaftVor der Französischen Botschaft beim Brandenburger Tor solidarisierten sich die DemonstrantInnen mit der aufständischen Bewegung gegen das neue Arbeitsgesetz, welches der sozialistische Präsident François Hollande in autoritärer Manier durchzusetzen versucht. Die FAU verlas eine Solidaritätserklärung für die Schwestergewerkschaft CNT-F, die unlängst Ziel massiver polizeilicher Repression geworden ist. Erinnert wurde auch an den Antifaschisten und syndikalistischen Gewerkschafter Clément Méric, der vor drei Jahren in Paris von Neonazis ermordet wurde.

Mall of Shame – Pay the workers!“

Nach rund zweieinhalb Stunden endete der Protestzug vor der Mall of Berlin. Beim Bau dieses fragwürdigen Shoppingcenters wurden mehrere rumänische Bauarbeiter ausgebeutet und um ihren Lohn geprellt. Bis heute kämpft die FAU Berlin juristisch und gewerkschaftlich dafür, dass das elementare Recht, für geleistete Arbeit bezahlt zu werden, nicht bloß ein schönes Versprechen bleibt.

 

 

 

 

 

 

Arbeitsgericht Berlin gängelt Gewerkschaft

Der Informationsdienst der aktion ./. arbeitsunrecht berichtet über die Hintergründe der Demonstration für Gewerkschaftsfreiheit am 04.06.2016.

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FAU Berlin ruft zur Demonstration am 4. Juni gegen antigewerkschaftliche Repression auf

Veröffentlicht am 02.06.2016
Die Basisgewerkschaft Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) Berlin wird immer häufiger mit Klagen gegen die Veröffentlichung von Lohnbetrug und Missachtung elementarer Arbeitsrechte eingedeckt. Mit einer Demonstration durch Berlin-Mitte fordert die FAU Berlin nun die Achtung der Gewerkschaftsfreiheit, die Zahlung ausstehender Löhne sowie die sofortige Einstellung der Angriffe auf die Schwestergewerkschaften CNT (Spanien) und CNT-F (Frankreich).

Mall of Berlin: Noch immer kein Lohn!

Die FAU Berlin steckt derzeit in mehreren zähen Lohnkämpfen. So haben die acht rumänischen Kollegen, die beim Bau der „Mall of Berlin“ perfide ausgebeutet wurden, nach über zwei Jahren Kampf noch immer keinen Lohn gesehen! Die Verantwortlichen verstecken sich hinter einer Kette von Subunternehmen und versuchen die Basisgewerkschaft mit langwierigen Gerichtsprozessen zum Aufgeben zu bringen.

Gastrobetrieb: Einstweilige Verfügung gegen FAU Berlin

Ein italienischer Kollege wurde von einem Restaurant um über 1.000 Euro geprellt. Das ist alles andere als untypisch für die Berliner Gastrobranche. Doch in diesem Fall will der Chef nicht nur partout nicht zahlen, sondern hat zusätzlich eine einstweilige Verfügung gegen die FAU Berlin erwirkt. Der Gewerkschaft ist es nun bei Strafe von bis zu sechs Monaten Haft für den verantwortlichen Sekretär oder 250.000 Euro Buße untersagt, öffentlich Anschuldigungen gegen das Restaurant zu erheben. Bereits läuft gegen einen Genossen eine Untersuchung wegen Nötigung. Anstatt dass der Arbeitgeber die für ihn läppische Summe einfach bezahlt, zieht er es vor, Unsummen in Anwälte und Gerichte zu investieren.

An mutigen KollegInnen wird Exempel statuiert

Zunehmend sind kämpferische Gewerkschaften Ziel juristischer Angriffe. Die Strategie der UnternehmerInnen ist dabei offensichtlich. Sie scheuen keine Kosten, wenn es darum geht eine Gewerkschaft mundtot zu machen. Die Chefs befürchten, dass weitere Beschäftigte ihre Rechte einfordern. Deshalb wird an den KollegInnen, die sich zu wehren trauen, ein Exempel statuiert. Dabei wissen die UnternehmerInnen genau, dass sich kaum ein/e ArbeiterIn einen Gerichtsprozess leisten kann. Doch die UnternehmerInnen haben die Rechnung ohne die FAU Berlin und ihre FreundInnen gemacht. Als solidarische Gewerkschaft kämpft die FAU Berlin mit vielseitigen Mitteln bis zum Schluss.

Angriff auf die Gewerkschaftsfreiheit: Auch in Spanien und Frankreich!

Die Angriffe auf die Gewerkschaftsfreiheit folgen auch in anderen Regionen Europas einem Muster. In Barcelona wird seit Kurzem gegen unsere spanische Schwestergewerkschaft CNT ermittelt, die der „Erpressung“, „Nötigung“ und „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ verdächtigt wird, weil sich CNT-GewerkschafterInnen selbstorganisiert gegen die prekären Arbeitsbedingungen in der Gastro-Branche zur Wehr setzen. Und in Frankreich, wo vor dem Hintergrund des Ausnahmezustandes ein ganzes Bündel von Gesetzen gegen die Rechte der Lohnabhängigen durchgepeitscht werden soll, hat die Polizei in den letzten Tagen Gewerkschaftslokale der CNT-F gestürmt und mehrere GewerkschafterInnen verletzt und inhaftiert.

FAU Berlin ist alarmiert und geht in die Offensive

Die FAU Berlin ist alarmiert über derartige Angriffe auf die Organisationen der ArbeiterInnenklasse und unterstützt die verfolgten GenossInnen. Mit der kommenden Demonstration geht die FAU Berlin in die Offensive und zeigt ihren GegnerInnen, dass sie sich nicht mundtot machen lässt. Weiterhin wird jedes Unternehmen, das die Rechte der ArbeiterInnen missachtet oder Löhne nicht zahlt, mit einem zermürbenden Kampf mit der FAU Berlin rechnen müssen.

Demonstration „Gewerkschaftsfreiheit statt Klassenjustiz“, Samstag 4. Juni 2016, 14 Uhr, Hackescher Markt.

FAU wehrt sich gegen Maulkorb

"Linksfraktion kritisiert Beschränkungen von Gewerkschaftsfreiheit und unzureichende Antworten der Bundesregierung. Ein Restaurantbetreiber in Berlin-Mitte soll einen Beschäftigten um Lohn betrogen haben und geht gegen die Gewerkschaft vor, die das behauptet. Ein fast alltäglicher Fall."

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Am 4. Juni: Demo! Gewerkschaftsfreiheit statt Klassenjustiz!

Veröffentlicht am 23.05.2016 Kategorien: , ,
Immer häufiger müssen wir uns mit Klagen gegen die Veröffentlichung von Lohnbetrug, Missachtung elementarer Arbeitsrechte und Ähnlichem in Bezug auf gewerkschaftliche Auseinandersetzungen beschäftigen. Am 4. Juni gehen wir auf die Straße um zu zeigen, dass wir uns vom Union-Busting nicht einschüchtern lassen werden. Kommt vorbei. Helft uns, ein unmissverständliches Zeichen zu setzen!

Unser Aufruf zur Demonstration in..

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Auf die Strasse! Damit die Bosse endlich zahlen!

Mit unserer Basisgewerkschaft, der Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) Berlin, gewinnen wir unsere Arbeitskonflikte oft nach kurzer Zeit. Schließlich sind die Verstöße der Bosse meist jenseits von Gut und Böse, weshalb oft schon ein kleineres Säbelrasseln zur Einsicht und Erfüllung unserer Forderungen führt. Doch derzeit stecken wir in mehreren zähen Lohnkämpfen! So haben unsere acht rumänischen Kollegen, die beim Bau des Konsumtempels „Mall of Berlin“ perfide ausgebeutet wurden, nach über zwei Jahren Kampf noch immer keinen Lohn gesehen! Die Verantwortlichen verstecken sich hinter einer Kette von Subunternehmen und versuchen uns mit langwierigen Gerichtsprozessen zum Aufgeben zu bringen.

Ein anderer Kollege wurde von einem Restaurant um über 1.000 Euro geprellt. Das ist zwar alles andere als untypisch für die Gastrobranche. Doch in diesem Fall will der Boss nicht nur partout nicht zahlen, sondern hat zusätzlich eine einstweilige Verfügung gegen uns erwirkt. Der FAU Berlin ist es nun bei Strafe von bis zu sechs Monaten Haft oder 250.000 Euro Buße untersagt, öffentlich Anschuldigungen gegen das Restaurant zu erheben. Es läuft bereits eine Untersuchung wegen Nötigung gegen einen unserer Genossen! Anstatt dass der Boss die für ihn läppische Summe endlich bezahlt, steckt er sein Geld lieber in Anwälte und Gerichte.

Immer öfters sind wir Ziel solcher juristischer Angriffe. Das ging schon soweit, dass es der FAU Berlin im Jahr 2010 untersagt war, sich „Gewerkschaft“ zu nennen. Die Strategie der Bosse ist dabei offensichtlich. Sie scheuen keine Kosten, wenn es darum geht eine kämpferische Gewerkschaft mundtot zu machen. An den KollegInnen, die sich zu wehren trauen, soll ein Exempel statuiert werden. Denn auf keinen Fall sollen weitere Beschäftigte auf die Idee kommen, ihre Rechte einzufordern. Und die Chefs wissen, dass es sich kaum ein/e ArbeiterIn leisten kann, Gerichtsprozesse zu führen. Vor dem Recht sind wir eben nur scheinbar alle gleich.

Die Bosse haben diese Rechnung aber ohne die FAU Berlin und ihre FreundInnen gemacht! Als solidarische Gewerkschaft kämpfen wir mit vielseitigen Mitteln bis zum Schluss. Wir zählen aber auch auf Unterstützung „von außen“. Zeigt euch solidarisch mit den kämpfenden KollegInnen und kommt auf die Demo. Ein Angriff auf eine/n, ist ein Angriff auf uns alle!

Die Angriffe auf die Gewerkschaftsfreiheit richten sich allerdings nicht nur gegen die FAU. Sie folgen einem Muster auch in anderen Regionen Europas. In Barcelona wird seit Kurzem gegen unsere spanische Schwestergewerkschaft CNT ermittelt, die der „Erpressung“, „Nötigung“ und „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ verdächtigt wird, weil sich CNT-GewerkschafterInnen selbstorganisiert gegen die prekären Arbeitsbedingungen in der Gastrobranche zur Wehr setzen. Und in Frankreich, wo vor dem Hintergrund des Ausnahmezustandes ein ganzes Bündel von Gesetzen gegen unsere Rechte durchgepeitscht werden soll, hat die Polizei in den letzten Tagen Gewerkschaftslokale der CNT-F gestürmt und GewerkschafterInnen verletzt oder inhaftiert.

Kein Boss und kein Gericht wird uns zum Schweigen bringen! Gewerkschaftsfreiheit verteidigen!

 

DEMONSTRATION am Samstag 4. Juni, 14 Uhr am Hackeschen Markt.


Solidarität mit den Protesten gegen die Arbeitsmarktreform in Frankreich

Veröffentlicht am 15.05.2016 Kategorien: ,
Die Bildungssektion erklärt sich solidarisch mit den Genoss*innen der anarchosyndikalistischen CNT Lille, die im Rahmen der Proteste gegen die „Arbeitsmarktreform“ Opfer polizeilicher Repression wurden. Solidarität geht auch raus an die Dresdner Genoss*innen der FAU, denen auf einer Soli-Demo das Kapuzentragen verboten wurde. Außerdem rufen wir auf: Informiert euch über die kommenden Streiks in Frankreich! Beteiligt euch an der internationalen Nuit Debout und anderen solidarischen Protestaktionen!

Seit zwei Monaten gibt es in Frankreich vielfältige Proteste gegen den Entwurf für ein inzwischen durchgesetztes Arbeitsgesetz. Die Regierung verspricht eine „Flexibilisierung“ des Arbeitsmarktes und Abbau der Arbeitslosenzahlen. Ob so wirklich mehr Lohnarbeitsbetroffene und Ausbeutungsplätze geschaffen würden, ist unklar. Klar ist: „flexibel“ heißt willkürliche Verfügung über Arbeitszeit, unbezahlte Mehrarbeit, Erleichterung von Kündigungen – je nach Markt- und Auftragslage.

Hunderttausende antworten darauf mit allwöchentlichen Demos, Streiks, Platzbesetzungen und Blockaden von Schultoren - ganz nach dem Motto „Niedriglohn, Zwangsarbeit, dafür ham wa keene Zeit!“. Um die Proteste einzudämmen, setzt die Regierung auf Spaltung, Befriedung durch laue Zugeständnisse, Erschöpfung der Platzbesetzungen und rohe Polizeigewalt. Ein Beispiel: in Lille wurde ein CNT-Lokal von Cops auseinandergenommen und zwei anarchosyndikalistische Genoss*innen festgenommen. Zuweilen kommt auch vor, dass Ordner*innen des Gewerschaftsbunds CGT auf Demos Hilfspolizist*innen spielen, unter anderem aufgestachelt vom französischen Innenminister, der die inneren Widersprüche der Bewegung zu nutzen versucht. Doch statt einer Spaltung der Bewegung wird öffentliche Kritik gegenüber der rigiden Polizeigewalt laut. Und in der Nationalversammlung, selbst in der Regierungspartei herrscht Unmut über den Gesetzentwurf, beugen Parlamentarier*innen sich dem Druck der Straße, schließlich will man ja gewählt werden. Die Reform wurde deshalb nun ganz tricky an jeglichen Abstimmungen vorbei durchgedrückt, was Fans der repräsentativen Demokratie äußerst peinlich ist. Und die Bosse jammern auch noch, dass die Rechte von Arbeiter*innen nicht noch mehr beschnitten werden.

In Deutschland fiel die Reaktion bisher eher verhalten aus, dabei ist das Arbeitsrecht hier ähnlich verstümmelt, der Staat ähnlich unsozial und brutal, das Kapital ähnlich dreist und dominieren diese Zustände in ähnlicher Weise unseren Alltag. Was in Frankreich geschieht, bedroht nicht nur die Existenz französischer Arbeiter*innen. International können sich die Herrschenden in der Unverhohlenheit der eigenen Ausbeutungstechniken nun einmal mehr bestätigt fühlen – oder das „Loi Travail“ dient ihnen als Vorbild. Prekarisierung, Vereinzelung, Konkurrenzwahn, nationalistische, rassistische, klassistische, heteronormative und sexistische Spaltungen werden auch durch solche Attacken auf das Arbeitsrecht begünstigt. Eine mögliche Antwort der Betroffenen: eine antinationale Solidarität, die denjenigen, die Keile zwischen uns treiben wollen, den Mittelfinger zeigt.

In einigen Städten weltweit wird mit der „Nuit Debout“ der friedlichere Teil der Bewegung übernommen – nächtliche Versammlungen auf öffentlichen Plätzen. Wir hoffen auf ein produktives und antiautoritäres Chaos, welches sich nicht vereinnahmen und befrieden lässt, konkrete alltägliche Kämpfe generalisiert und zusammenführt und auch denjenigen Solidarität entgegenbringt, die nicht mehrere Nächte hintereinander im Freien durchmachen können. Macht die öffentlichen Assambleas zum Ausgangspunkt für Kämpfe gegen Rassismus, Ausbeutung und soziale Ausgrenzung in euren Kiezen, Schulen, Unis und am Arbeitsplatz! Organisiert euch!

In Frankreich wird weiter gestreikt und protestiert werden. Informiert euch!

Und in Dresden? Da hat die FAU am 29. April den Genossen aus Lille ihre Solidarität demonstriert. Die Staatsgewalt hatte nichts besseres zu tun, als die Demo mit wirren Auflagen zu schikanieren: Kapuzenverbot! Geht's noch!?

Deshalb: Kommt nach vorne. Und vergesst den Kapuzenpulli nicht.

  • Wie praktisch: Diese Karte zeigt die Nuit Debout in deiner Nähe an.
  • Solidaritätserklärung der Bundes-FAU
  • Aktuelle Infos zu den Protesten der lokalen Anarchosyndikalist*innen: Seiten der CNT-F, deren Lokal in Lille zerlegt wurde, und der CNT-AIT.

Eure Bildungssektion der FAU Berlin - 15. Mai 2016

 

Update: Die FAU Berlin am 1. Mai

Veröffentlicht am 02.05.2016 Kategorien: ,
Die Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union Berlin beteiligte sich verschiedentlich an Aktionen rund um den Kampftag der Arbeiter_innenklasse, dem 1. Mai.

Bereits am 30. April war die FAU Berlin im Wedding an der antikapitalistischen Demonstration „Organize! Nachbar_innen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung“ präsent. Mit tausenden Teilnehmer_innen setzten wir ein deutliches Zeichen gegen hohe Mieten, Verdrängung und die menschenverachtende Lagerunterbringung Geflüchteter. In einer Rede machten wir auf die juristischen Angriffe gegen unsere Gewerkschaft aufmerksam und appellierten an die Solidarität aller Lohnabhängigen. Auf einem Banner warb die Bildungssektion der FAU Berlin für mehr Organisierung „gegen Vereinzelung und Ausbeutung im Bildungsbetrieb“. Auf einem weiteren Banner drückten wir unsere Solidarität mit der aufständischen Bewegung in Frankreich aus, wo noch immer erbitterter Widerstand gegen das neue Arbeitsgesetz geleistet wird.

Für diese Kiezdemo haben wir mit aufgerufen nicht nur weil unser neues Gewerkschaftslokal in der unmittelbaren Nachbarschaft liegt, sondern besonders weil wir die Ansätze der Selbstorganisation „von unten“ teilen.

Gewerkschaftsdemo am ersten Mai

Am Morgen des 1. Mai beteiligte sich die FAU Berlin mit rund 250 Frühaufsteher_innen im „klassenkämpferischen Block“ an der „Gewerkschaftsdemo“, die insgesamt rund 3000 Menschen zählte. Am Hackeschen Markt hielt ein Genosse eine Rede zu dem dort ansässigen Restaurant Barist - was dort los ist?, lest es hier! Ein zweiter Redebeitrag vor der Mall of Berlin erinnerte daran, dass trotz beachtlicher juristischer und gewerkschaftlicher Erfolge noch immer keine Löhne gezahlt worden sind, und dass deshalb der Kampf unvermindert weitergeht. Lautstark zeigten sich die Anwesenden solidarisch mit den um ihren Lohn geprellten Arbeitern und ihrer Gewerkschaft. Auf einem Transparent wurde der DGB kritisiert, da er – wie jüngst während eines von der FAU Berlin ausgetragenen Konflikts ersichtlich wurde – in seinen eigenen Jugendbildungsstätten nicht von prekären Arbeitsbedingungen abrücken will und gewerkschaftlicher Organisierung dagegen feindlich gegenübersteht. Internationale Unterstützung bekam unser Block von Genoss_innen der polnischen Basisgewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (IP), welche den grenzüberschreitenden Konflikt mit Amazon vorantreiben.

Wir sehen uns auch im Rest des Jahres bei den schwarz-roten Fahnen!

Das nächste mal am 4. Juni für "Gewerkschaftsfreiheit statt Klassenjustiz"

 

Mit anarchosyndikalistischen Grüßen

Eure FAU Berlin

Unmut im Unterbau

Artikel über die Neugründung einer agilen Basisgewerkschaftsinitiative an der Frankfurter Universität, die von den Konzepten der FAU Berlin inspiriert wurde.

Unmut im Unterbau - Mehr…

Erster Gütetermin im Fall Barist

Veröffentlicht am 26.04.2016 Kategorien: , , ,
Am Morgen des 22. April versammelten sich FAU-Mitglieder vor dem Berliner Arbeitsgericht, um für Gewerkschaftsrechte zu demonstrieren. Anlass war der erste Gütetermin eines FAU-Mitglieds gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, das Restaurant Barist. Der Prozess geht um die Forderung nach ausstehendem Urlaubsgeld sowie ausstehenden Löhnen. Die geschwärzte Stelle auf ihrem Transparent – „Mit erhobener Faust gegen ...“ – wies darauf hin, dass es ihnen aufgrund einer einstweiligen Verfügung untersagt war, gegen Barist zu demonstrieren.

Die FAU Berlin machte das erste Mal im November 2015 gegenüber Barist geltend, dass das Restaurant ihrem Mitglied noch über 1000 Euro an Urlaubsgeld und Lohnrückstand schuldete. Als Barist es ablehnte, diese Forderung anzuerkennen, ging die FAU dazu über, den Fall durch Demonstrationen und Veröffentlichungen auf ihrer Website öffentlich zu machen. Schließlich reichte das FAU-Mitglied beim Arbeitsgericht Klage ein.

Beim ersten Gütetermin am 22. April behaupteten Barists Anwälte weiterhin, dass Barist dem FAU-Mitglied kein Geld schuldete und dass sie ihm keinen Cent bezahlen würden. Der Anwalt der FAU bestand auf der Forderung, drückte aber seine Bereitschaft zum Verhandeln aus. Der Richter bat beide Parteien, schriftliche Stellungnahmen einzureichen. Der Prozess wird wohl in 3 Monaten fortgesetzt.

Die einstweilige Verfügung, die von Barist beantragt wurde, ist bis dato beispiellos. Mit der einstweiligen Verfügung argumentiert das Arbeitsgericht, dass es das Monopol darüber hat, Konflikte zwischen einzelnen ArbeiterInnen und Chefs zu lösen. Öffentliche Meinung ist anscheinend nicht willkommen: Einfache Dinge wie eine Kundgebung abzuhalten, Flyer zu verteilen oder einen Artikel zu schreiben, um auf wahrgenommene Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen und mit Hilfe der öffentlichen Meinung Druck zu machen, sind durch diese einstweilige Verfügung unterbunden. Die Versammlungsfreiheit und die Meinungsfreiheit sollen das Geschäft nicht vermiesen, das durch eine Gewerkschaft nur während eines Arbeitskampfes, also einem Streik, gestört werden darf. In Deutschland dürfen Gewerkschaften aber wiederum nur mit dem Ziel eines Tarifabschlusses streiken. Also darf die einzelne Arbeiterin in Fällen wie dem vorliegenden nur vor dem Arbeitsgericht ihre Rechte einfordern. So scheint es jedenfalls. Die FAU Berlin wird natürlich gegen diese einstweilige Verfügung angehen.

Organize! Gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung!

Veröffentlicht am 25.04.2016 Kategorien: , ,
United Neighbours - Organize! Antikapitalistische Demonstration 30.04.2016 | 16:30 Uhr | U-Bhf Osloer Straße | Berlin – Wedding Unser Aufruf zur Demo von Hände weg vom Wedding. Im Wedding, vom Wedding, fürn Wedding.

United Neighbours - Organize!
Yeah! Die FAU kommt im Wedding an. Nach unserem Umzug freuen wir uns wie Bolle über die vielen sympathischen Nachbar*innen im Kiez. Dazu gehören auch „Hände weg vom Wedding“. Diese rufen alljährlich zur Demo am Vorabend zum 1. Mai auf. Ihren mehrsprachigen Aufruf zur Demo feiern wir – und deshalb mischen wir gerne mit. Organisiert euch und seid dabei!

Wie, was, „Organize“?!
Die Demo ist eine Kiezdemo. Es werden einerseits klare An- und Absagen an Staat und Kapital, andererseits wird eine Einladung an die Nachbarschaft durch die Straßen schallen. Eine Einladung zu Widerstand und Selbstverwaltung, zu gemeinsam geführten Kämpfen und Kreativität von unten. Dabei wird solidarisch angeknüpft an die alltäglichen Kämpfe der Arbeiter*innen, Mieter*innen, Geflüchteten, Familien, Arbeitslosen, Wohnungslosen und Jugendlichen im Kiez. Und das unbeeindruckt vom Willen der Herrschenden. Die wollen die Armen in der Gesellschaft spalten, vereinzeln und gegeneinander ausspielen. Nicht mit uns!  

Organize!
„Die derzeitige Situation wurde von Menschen gemacht und kann auch von Menschen verändert werden“ heißt es im Aufruf zur Demo. Das gilt auch für die heutige Arbeitswelt. Deshalb nehmen Mitglieder der FAU Probleme am Arbeitsplatz lieber kämpferisch und solidarisch selbst in die Hand als dies Gewerkschaftsfunktionär*innen zu überlassen. Und sie erfahren dafür immer wieder Repression: „Einstweilige Verfügungen“ sollen die kämpferische Basisgewerkschaft in Arbeitskämpfen bei Strafe mundtot machen. Aktuell geschieht das im Arbeitskampf gegen ein Restaurant am Hackeschen Markt, zuletzt galt eine solche Repressalie dem Kampf gegen die Subunternehmerkette der „Mall of Shame“. Deshalb tragen wir zur Demo bei: Organize! Gewerkschaftsfreiheit verteidigen!

Organisiert eure Häuser, Straßen, Kieze!
Organisiert euch am Arbeitsplatz, in Schulen und Unis!
Kollektive Selbstverwaltung statt Vereinzelung und Hierarchien!
Selbstbestimmtes Leben statt Stress mit Jobcenter und Ausländerbehörde!
Menschenwürdige Arbeit statt Prekarität und Ausbeutung!
Selbstgestalteter Lebensraum statt Stadtentwicklung von oben!
Bezahlbarer Wohnraum statt Leerstand und Ferienwohnungen!
Recht auf Wohnen statt Lagerunterbringungen und Zwangsräumungen!
Soziale Zentren und Jugendclubs statt Luxusprojekte!
Friedliches Miteinander statt Polizeigewalt und Überwachung!
Emanzipierte Kieze statt Gefahrengebiete!
Eine soziale Stadt für alle statt Profite für wenige!

Bis dann im Wedding!
Eure FAU Berlin.

30.04.2016 | 16:30 Uhr | U-Bhf Osloer Straße | Berlin – Wedding


Gute Arbeit? Gerechtigkeit? Solidarität? - Nicht beim DGB!

Veröffentlicht am 07.04.2016 Kategorie:
Am 06. April fand beim Sitz des DGB Bezirk Berlin Brandenburg in der Keithstraße eine Konferenz mit dem Titel "Prekäre Beschäftigung in Berlin: Was ist zu tun?" statt. Während drinnen wichtige Persönlichkeiten des DGB sowie Senatsmitglieder über bessere Arbeitsbedingungen diskutierten, ging es draußen vor dem Gebäude etwas lauter zu. Denn die FAU Berlin rief parallel zu einer Kundgebung unter dem Motto "Gute Arbeit? Gerechtigkeit? Solidarität? - Nicht beim DGB!" auf.

Anlass der Kundgebung war in erster Linie der Konflikt eines FAU-Mitglieds mit der DGB Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin. Dort sind Honorare für Seminar-Leiter*innen nicht nur äußerst gering, diese werden seit Jahren oftmals auch nicht fristgerecht gezahlt und Mahnschreiben werden ignoriert.

Zwar wurde dem betroffen Mitglied das ausstehende Geld nach einem persönlichen Besuch von FAU-Vertreter*innen bei den DGB-Verantwortlichen überwiesen, allerdings wurde wenig später dessen Rahmenvertrag gekündigt.

Doch es ging bei der Kundgebung nicht nur um diesen Einzelfall. Der reale Stundenlohn vieler Bildungsarbeiter_innen bewegt sich nach aktuellen Recherchen oft unter dem Mindestlohn denn von ihrem Honorar müssen freiberuflich Tätige allein für Sozialversicherungsbeiträge aufkommen und mit Vorbereitung und Betreuung vor Ort in der Regel auch wesentlich mehr Arbeit leisten, als die reine Seminarzeit: Auch die DGB-Jugend Berlin-Brandenburg bezahlt Seminar-Leiter_innen auf diese Weise miserabel.

Siehe: https://prekaereswissen.wordpress.com/2016/03/25/honorare-in-bildungs-und-wissenschaftsbetrieb-oft-unterhalb-des-mindestlohns/

 

An der Kundgebung beteiligten sich FAU-Mitglieder, Kollegen und weitere solidarische Unterstützer*innen. Vor den 3 großen Schlagworten, welche am Gebäude in der Keithstraße prangen (Gute Arbeit, Gerechtigkeit, Solidarität) wurde mit Transparanten und Redebeiträgen auf die widersprüchliche, gar arbeitgeberähnliche Praxis des DGB aufmerksam gemacht.  Passant*innen wurden mit Flyern über den Konflikt und die prekären Arbeitsbedigungen im Bildungswerk des DGB informiert.

Auch wurden den Verantwortlichen in der Keithstraße per Megaphon hilfreiche Tips gegeben, was sie konkret gegen "Prekäre Arbeit" tun können, anstatt nur im Rahmen der Konferenz darüber zu reden. Im eigenen Hause damit anzufangen, wäre wohl der erste logische Schritt: Angemesse Löhne und Honorare garantieren, pünktlich zahlen sowie bessere Partizipationsmöglichkeiten für Arbeiter*innen im Betrieb und in der Gewerkschaft etablieren.

Ob sich die Verantwortlich diese Tips zu Herzen nehmen, bleibt zu bezweifeln. Trotzdessen war die Kundgebung ein voller Erfolg und hat wieder einmal gezeigt:

"Ein Angriff auf Einzelne ist immer ein Angriff auf uns alle!"

 

 

Artikelaktionen

Die kämpferische Gewerkschaft

Einfach ausfüllen und abschicken: Hier geht's zum MitgliedsantragDie FAU Berlin ist eine un­abhängige Basis­gewerkschaft. Sie ist bundesweit in der Gewerkschaftsföderation FAU organisiert. Tretet bei, bringt euch ein, werdet aktiv.

Wir kommen wieder!

Die FAU Berlin befindet sich gerade in einer Neustrukturierungsphase! Das bedeutet, dass wir einige unserer öffentlichen Aktivitäten herunterfahren, um uns auf die künftige Strategiefindung zu konzentrieren. Während dieser Zeit werden wir unsere Mitglieder selbstverständlich weiterhin unterstützen. Wenn du als Mitglied Hilfe brauchst, dann kannst du dich gern an deine Sektion/Betriebsgruppe wenden - oder du schaust einfach freitags im offenen Lokal vorbei!

Einstieg und Beratung
Für die Einführung von Neumitgliedern sind die Sektionen oder Betriebsgruppen verantwortlich – fragt dort nach!
Immer am 4. Freitag im Monat gibt es Einführungen für Mitglieder, die keiner Sektion oder Betriebsgruppe angehören. Anmeldung unter .
Offenes FAU-Lokal: Freitags, 17.00–20.00 Uhr.
Gewerkschaftliche Beratung: immer am 2. und 4. Freitag im Monat, 18.30–19.30 Uhr.
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