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FAU Berlin: Aktuell (Newsfeed)

Die kämpferische Gewerkschaft: Artikel, Pressespiegel, Pressemitteilungen

Kündigung bei Cycle Logistics GmbH gekippt!

Veröffentlicht am 17.09.2021 Kategorien: , , , ,
Die Beschäftigten der Cycle Logistics GmbH haben einen wichtigen Sieg errungen: Nach einem sechsmonatigen Gerichtsverfahren hat das Arbeitsgericht Berlin gestern die rechtswidrige Kündigung eines Genossen aufgehoben.

Die Genoss*innen der Cycle Logistics GmbH, auch bekannt als Velogista, kämpfen seit mindestens 2020 für bessere Arbeitsbedingungen. Zu ihren Forderungen gehören sanitäre Grundlagen wie der Zugang zu fließendem Wasser und einer funktionierenden Toilette, Arbeitstage innerhalb der gesetzlichen Grenzen sowie ein Ende der Zahlungsunregelmäßigkeiten. Nachdem sich die Unternehmensleitung nicht bereit gezeigt hatte, die Anliegen der Arbeiter*innen anzuhören oder darauf einzugehen, beschlossen sie, einen Betriebsrat zu wählen. Die Betriebsgruppe der Cycle Logistics GmbH begann im Februar 2021, unterstützt von der FAU Berlin, damit, den Wahlprozess zu organisieren. Zeitgleich mit Beginn dieses Vorgangs versuchte die Geschäftsführung der Cycle Logistics GmbH, einen der Initiatoren und Betriebsratskandidaten unter dem Vorwand der "Vertragsverletzung" zu kündigen.

Im Laufe der Zeit erfolgten noch weitere Versuche, die Betriebsratswahl zu stören oder zu beeinflussen. Sie scheiterten jedoch, die Wahl wurde erfolgreich durchgeführt. Vier der Kandidaten erhielten die überwältigende Mehrheit der Stimmen aus der Belegschaft. Unter diesen vier befand sich auch der Arbeiter, den die Unternehmensleitung, möglicherweise als Reaktion auf die Wahl, zu entlassen versuchte - was ein klarer Fall von Gewerkschaftsfeindlichkeit wäre.

Gestern, nach einem sechsmonatigen Gerichtsverfahren, wurde die rechtswidrige Kündigung verworfen, und der Betriebsrat ist nun endlich wieder vollständig. Der Kampf der Arbeiter*innen für ihre Selbstbestimmung ist ungebrochen.

"Diese Kündigung war eindeutig nicht rechtens, ich glaube, der Chef wusste das sogar, als er sie aussprach", so der zurückkehrende Arbeiter auf Nachfrage. "Leider scheint es dem Management gelungen zu sein, unseren Kampf für bessere Bedingungen vorübergehend zu unterbrechen. Aber zum Glück haben sich meine Kolleg*innen, einschließlich derjenigen im Rat, klar gegen diese Störversuche gestellt. Ich bin ihnen dankbar und freue mich darauf, wieder Seite an Seite arbeiten zu können. Für mich ist dies ein deutliches Beispiel dafür, wie mit einem Angriff auf einen einzelnen Arbeiter versucht wurde, dem gesamten Kampf für bessere Bedingungen zu schaden. Aber wir sehen auch, wie Beharrlichkeit und das Zusammenstehen der Arbeiter*innen zu einem Sieg führen können."

Mit mehreren anderen Klagen gegen die Cycle Logistics GmbH in verschiedenen Stadien hat der Kampf für angemessene Arbeitsbedingungen bei der Cycle Logistics CL GmbH gerade erst begonnen. Der heutige Sieg ist ein großer Schritt nach vorn - wir sind gespannt, was die Zukunft bringt!

Zur Pressemitteilung des Arbeitsgerichts

Komm mit uns zum Arbeitsgericht!

Veröffentlicht am 15.09.2021 Kategorien: , , , ,
Einer unserer Rider kämpft aktuell gegen seine unrechtmäßige Kündigung. Der Konflikt läuft seit Beginn des Jahres - nun wurde ein letzter Gerichtstermin für den 16.9. anberaumt. Hierfür brauchen wir deine Unterstützung! Komm am Gericht vorbei, trink einen Kaffee mit uns und unterstütze die Genoss*innen. Lasst uns unsere Stärke als Arbeiter*innen zeigen - und einen wahrscheinlichen Sieg bei der Aufhebung der Kündigung feiern!

Datum: 16. September
Ort: Magdeburger Platz 1
Versammlungszeit: 9:00 Uhr
Verhandlungszeit: 11:00 Uhr

Unser Fall wird um 11:00 Uhr verhandelt, aber wir versammeln uns bereits um 9:00 Uhr, um eine Kollegin aus einem anderen Unternehmen bei ihrem Fall zu unterstützen. Komm gerne zu beiden Verhandlungen!

Warum wurde unser Genosse entlassen?

Gute Frage! Zum Zeitpunkt der Kündigung (17. März) wurde unserem Mitglied weder mündlich noch schriftlich ein Grund genannt. Selbst auf Nachfrage des Richters gab das Management nur die vage Erklärung ab, dass der Arbeitnehmer eben "gegen seinen Vertrag verstoßen” und es versäumt habe, “seine Vorstellungen von einer künftigen Zusammenarbeit zu äußern”. Weitere Erklärungen oder Begründungen wurden nicht geliefert.

Das deutet auf einen Versuch von Union Busting hin: Das Management scheint nicht in der Lage zu sein, konkrete Begründungen für die Kündigung zu liefern - und das widerum legt nahe, dass Cycle Logistics CL GmbH die Gründung eines Betriebsrats zu verhindern versucht. Genau ab dem Zeitpunkt nämlich, an dem das Unternehmen von den Organisierungsbemühungen unseres Mitglieds erfuhr, wurde es bedrängt, das Unternehmen zu verlassen. Als sich die Vorgänge hin zur Betriebsratswahl konkretisierten, wurde ihm schließlich die Kündigung ausgesprochen. Zufall?

Aber Moment mal, ist es nicht illegal, jemanden zu feuern, weil er einen Betriebsrat gegründet hat?

Ist es! Es ist sogar eine Straftat, die mit bis zu einem Jahr Gefängnis geahndet wird (Betrvg § 119), und ein schwerer Verstoß gegen die demokratischen Rechte der Arbeitnehmer*innen.

Wie sind die Aussichten vor Gericht?

* Einwandfreies Verhalten des Arbeiters, kein greifbarer Grund für die Kündigung, zusätzlicher Kündigungsschutz durch die Betriebsratswahl, ein klares Muster von Schikanen und Vergeltungsmaßnahmen wegen des Eintretens des Arbeiters für die Belegschaft - in diesem Fall könnte nicht klarer sein, dass die Kündigung rechtswidrig ist. Aber nichts ist zu 100 % sicher, bis die*der Richter*in eine Entscheidung getroffen hat.

Was ist der Stand im Betrieb?

Der Betriebsgruppe Cycle Logistics ist es gelungen, einen Betriebsrat zu gründen - trotz verzweifelter Versuche des Unternehmens, den Prozess zu stören und zu beeinflussen. Durch den Betriebsrat konnten schon mehrere Arbeiter*innen vor willkürlichen Kündigungen geschützt werden und haben nun ein weiteres Tool an der Hand, mit dem sie sich zur Wehr setzen können.

Warum ist dieser Fall wichtig?

Ein Chef, der versucht, Arbeiter*innen einzuschüchtern und die Zusammensetzung eines Betriebsrats zu ändern oder ihn gar zu verhindern sowie Dynamiken des Union Busting können in keinem Betrieb toleriert werden. Die Arbeiter*innen haben das grundsätzliche Recht, sich zu vereinigen und gewerkschaftlich zu organisieren. Von kleinen Unternehmen wie Cycle Logistics CL GmbH bis hin zu großen Start-ups wie Gorillas Technologies GmbH sehen wir, wie Unternehmen versuchen, Arbeiter*innen anzugreifen, wenn sie sich organisieren. Das zeigt, dass sie Angst davor haben, wie mächtig die Arbeiter*innen sind, wenn sie sich zusammenschließen!

Was kannst du tun, um uns zu unterstützen?

* Komm am Donnerstag, den 16. September, zum Magdeburger Platz 1, Treffen ab 9:00 Uhr bis zum Prozess um 11:00 Uhr.
* Bring deine Freund*\innen mit!
* Poste in den sozialen Medien und verbreite die Infos, unterstütze die Kundgebung und lasst uns die Cycle Logistics CL gebührend empfangen!

Workers Group Lieferando calls for Protest

Veröffentlicht am 11.08.2021 Kategorien: , ,
INVITATION for all delivery, restaurant and supermarket workers in Berlin. Come to the "#Friday13th" actions by the "Action against labour injustice".

We platform workers give away our basic rights, our privacy and our private belongings for companies that exploit our services, our bodies, our emotions and our identities.

  • These companies call our exploitation: "Startup", "Tech platform" or "Unicorn".
  • Managers call our exploitation: "Family", "Flexibility", "Growth", "Competition" or "Flat hierarchy".
  • Politicians call our exploitation: "Gig economy", "Platform work" or "Digital work".
  • Scientists call us exploited: "Clickworkers", "Gigworkers" or "Platform workers".
  • They all call us exploited: "pickers", "riders", "drivers", "callers" or "cleaners".

 

We - the Lieferando riders of the Free Workers Union (FAU) Berlin - call all delivery  workers to take actions against our exploiters on Friday 13th.

 

We are not getting paid for

  • being living advertisements. 
  • collecting data with our own devices and giving it to other companies. 
  • recovering physically and mentally from our work. 
  • subsidizing our companies lack of responsibility.
  • putting our support, emotions and care into our daily work, our workplace and our fellow workers.

 

You do deliveries for restaurants or supermarkets?

You work for restaurants, supermarkets or companies like Dominos Pizza, Getir, Gorillas, Flink, Bringoo, Brings, Wolt, Bolt, Uber Eats, Foodpanda, Flaschenpost, Durstexpress, VeloCarrier, VeloGista or CycleLogistics?

Come join the Friday13th day of action on 13.08.2021!

This friday delivery workers and supporting restaurant and supermarket workers will be protesting the horrible working conditions at delivery companies in Berlin, Germany and Europe.

 

Friday13th action route:

  1. 15:30 @ Gorillas XBERG: Muskauer Straße 48 (Kreuzberg)
  2. 16:30 @ Lieferando Office: Cuvrystraße 50-54 (Kreuzberg)
  3. 17:00 @ Wolt: Am Postbahnhof 17 (Friedrichshain)
  4. 18:00 @ Gorillas FHAIN: Gürtelstraße 25 (Friedrichshain)

 

Come angry and loud in your company gear (jacket, helmet, backpack). Bring banners, posters and signs or make them with us on the spot. Bring your friends and all your problems to the streets!

 

We demand from the "platforms" we work for:

  • Pay for all our equipment (bikes, locks, clothes, phones, power and data)!
  • Pay us wages we can live off without depending on bonuses or tips!
  • Pay us our wages on time and correct (no more "technical problems")!
  • Pay sick leave and holiday leave according to the law (not luck!)
  • Pay our full social, pension and health insurance!
  • Stop collecting and selling our data!
  • Stop union busting!
    • No more probation periods!
    • No more contract limitations!
    • No more arbitrary terminations!
    • No more repression against unionizing!

 

 

More infos

 

More Infos about Friday13th:

 

More Infos about us:

Wilder Streik bei den Gorillas: Das Unternehmen hat „alles“ zu verlieren

Die Angestellten des Lieferdienstes streiken seit Wochen – selbst organisiert. Die Basisgewerkschaft FAU solidarisiert sich mit ihnen. Ein Gespräch.

Wilder Streik bei den Gorillas: Das Unternehmen hat „alles“ zu verlieren - Mehr…

Wild bestreikt

Die Gorillas-Riders streiken unorganisiert – das ist selten, sagt die Basisgewerkschaft FAU. Solche Proteste seien aber oft von Mi­gran­t:in­nen getragen.

Wild bestreikt - Mehr…

Mit Austerität die Welt retten? Ein Gespräch über Klimakrise, Ungleichheit und nachhaltige Klassenpolitik

Veröffentlicht am 06.07.2021 Kategorie:
Mit Matthias Becker und Simon Schaupp. Die Klimakrise nimmt unübersehbar dramatische Ausmaße an. Die herrschenden Klassen reagieren unterdessen mit mehr vom selben: Mehr „Emissionshandel“, mehr „technische Lösungen“ (wie Wasserstoff als Energieträger), mehr leere Versprechungen. Durch höhere Verbraucherpreise soll der Kapitalismus ökologisch werden – diesmal wirklich, ganz ehrlich. Ist ein CO2-Preis das kleinere Übel? Muss in den westlichen Metropolen der Lebensstandard der unteren Klassen sinken, damit wir die Welt retten?
In seinem Buch „Klima Chaos Kapital“ (2021, Papyrossa) analysiert Matthias Becker, wie ökonomische und ökologische Krisentendenzen zusammenhängen.
In seinem Beitrag "Jenseits der Austeritätsökologie“ (2020, Sozialgeschichte Online) lotet der Soziologe Simon Schaupp die Möglichkeiten und Schwierigkeiten einer „Umweltpolitik von unten“ aus. Gemeinsam argumentieren sie, dass nur ökologische Klassenpolitik die Chance bietet, die Erderhitzung schnell genug zu bremsen.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Buchladen zur schwankenden Weltkugel.

Wann: 16.07. 19:30
Wo: Hybrid (Lokal in der Grüntaler Str. 24; zusätzlich online)
Anmeldung erforderlich! - faub-lokal-basis@fau.org

Einladung: Stadttour durch den Regenbogenkiez

Veröffentlicht am 02.07.2021
Am 10.07. um 13Uhr geht es ab in den Schöneberger Norden: Die schwul-lesbische/ queere Geschichte des Kiezes in den 20er/ 30er Jahren bildet den Schwerpunkt der Tour. Allerdings werden wir auch zeitgeschichtliche Ausflüge in die 80er sowie die Gegenwart machen. Gelegentlich wird auch auf das jüdische Leben im Kiez aufmerksam gemacht.

Am 10. Juli um 13:00 Uhr wollen wir uns gemeinsam mit dem Pädagogen und Sozialwissenschaftler David auf eine historische Stadttour durch den Regenbogenkiez im Schöneberger Norden begeben.

Die schwul-lesbische/ queere Geschichte des Kiezes in den 20er/ 30er Jahren bildet den Schwerpunkt der Tour. Allerdings werden wir auch zeitgeschichtliche Ausflüge in die 80er sowie die Gegenwart machen. Gelegentlich wird auch auf das jüdische Leben im Kiez aufmerksam gemacht.

Treffpunkt: Ecke Frobenstraße/Bülowstraße (U-Bhf: Bülowstraße)
Dauer: ca. 1-1,5h
Kostenpunkt: Für FAU-Mitglieder kostenlos. Für Freund*innen/ Gäste usw. gegen Spende von mind. einem Schein.
Sprache: Deutsche Lautsprache (Du hast Lust zu übersetzen? Dann melde dich gern.)

Du willst mitkommen? Dann melde dich bitte mit deinen Kontaktdaten bei Judith (faub-lokal-basis@fau.org) an. Die Teilnehmer*innenzahl ist momentan auf 20 Personen begrenzt, sag also bitte auch Bescheid falls du doch nicht kommen kannst um eventuell anderen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.

Pandemie: Lass dich bitte vor der Tour noch schnell testen, oder durchimpfen. Für die säumigen oder verträumten werden wir auch ein paar Schnelltests vor Ort haben, außerdem heben wir deine Kontaktdaten für 14 Tage nach der Veranstaltung auf und vernichten sie anschließend.

Wir freuen uns auf dich!

Alle Rider stehen still

Kategorien: ,
Das neue Gesicht der Arbeiter*innenklasse zeigte sich in den letzten Tagen beim Streik des Lebensmittellieferanten „Gorillas“. Es ist jung, spricht Englisch und Spanisch

Alle Rider stehen still - Mehr…

Ausbeutung in der Cloud

Wie wird der digitale Arbeitskampf in Zukunft aussehen?

Ausbeutung in der Cloud - Mehr…

Ausgebeutet bei SYKES

Veröffentlicht am 22.06.2021 Kategorie:
Ein Interview über eine erfolgreiche Lohnklage gegen das multinationale Call-Center-Unternehmen SYKES.

Das vollständige Interview ist in unserer Zeitung Direkte Aktion zu lesen:

https://direkteaktion.org/ausgebeutet-bei-sykes

BG Lieferando solidarisiert sich mit inhaftiertem Rider in China

Veröffentlicht am 15.06.2021 Kategorien: , ,
Mengzhu ist bereits seit Februar inhaftiert. Er ist ein bekanntes Gesicht, wenn es um unabhängige Organisierung beim chinesischen Lieferando-Pendant Ele.me geht.

Als Lieferando-Betriebsgruppe der FAU Berlin sprechen wir unserem Kollegen und Gewerkschafter Mengzhu unsere Unterstützung aus.
Menghzu ist ein Delivery-Worker bei Ele.me und wurde in Peking verhaftet, nachdem er ein Video von sich gepostet hatte, in dem er die neue Bonuspolitik des Unternehmens anprangert. Er ist als Gewerkschaftsaktivist bekannt, der die unabhängige Organisierung der Zustellarbeiter in China vorantreibt.
Wir fordern die sofortige Freilassung von Menghzu. Gewerkschaftliche Organisierung ist kein Verbrechen!
Wir rufen auch alle Essenslieferanten zur Solidarität auf. Jeder hat das Recht, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, ohne im Gefängnis zu landen!
Lasst Mengzhu frei!

Mehr Informationen

Wir unterstützen das Gorillas Workers Collective in ihrem aktuellen Arbeitskampf

Veröffentlicht am 11.06.2021 Kategorien: , ,
#wewantsantiback - Rider des Lebensmittel-Lieferdienstes Gorillas greifen nach fristloser Kündigung eines Kollegen zur Direkten Aktion. Wir erklären uns solidarisch mit den Arbeiter*innen und rufen zur Unterstützung auf.

 

Am vergangenen Mittwoch hat der Konflikt um die Arbeitsbedingungen bei der Gorillas Technologies GmbH einen neuen Höhepunkt erreicht: Nach der fristlosen Kündigung eines Riders haben die Kolleg*innen den Lagerbetrieb zum Erliegen gebracht.
Der Fall ist exemplarische Folge eines Systems aus Kurzzeitverträgen, prekären Probezeitbedingungen und Gewerkschaftsfeindlichkeit - alles Dinge, die in vielen Lieferbetrieben zu beobachten sind. Wir unterstützen die Organisierung in diesem Bereich und erklären daher nicht nur unsere Solidarität mit dem aktuellen Arbeitskampf, sondern rufen Mitglieder, Gewerkschafter*innen und Sympathisant*innen dazu auf, die Rider in ihrer aktuellen Situation zu unterstützen.

 

„Wir wollen uns lebend!“ - wir unterstützen das Netzwerk gegen Feminizide

Veröffentlicht am 25.05.2021 Kategorien: , , ,
Als Gewerkschaft steht für uns fest: Patriarchat und Ausbeutung lassen sich nicht getrennt voneinander betrachten. Klassenkampf muss feministisch sein - und Feminismus klassenkämpferisch! Deshalb unterstützen wir das Netzwerk gegen Feminizide und seine Kampagne „Wir wollen uns lebend!“.

 

Feminizide sind wohl der extremste Ausdruck komplexer patriarchaler Gewalt, der durch staatliches Handeln und kapitalistische Ausbeutung unterstützt wird und das Leben von FLINTA* extra prekär macht.

Schlechter oder gar kein Lohn für Reproduktionsarbeit und die Kriminalisierung von Sexarbeit sind dabei zwei Beispiele, die aufzeigen, dass für viele Personen die Arbeits- und Lebensumstände deutlich schlechter sein können, weil sie ein bestimmtes Geschlecht haben (oder nicht haben). Prekäre Lebenssituationen, finanzielle Abhängigkeit, unsichtbare oder kriminalisierte Arbeit – all das ist nicht nur für sich genommen schon Teil des Patriarchats – all diese Faktoren erhöhen außerdem das Risiko, von Gewalt und Hassverbrechen gegen die eigene, als weiblich gelesene Geschlechtsidentität– also von Feminiziden - betroffen zu sein.

Als Gewerkschaft steht für uns fest: Patriarchat und Ausbeutung lassen sich nicht getrennt voneinander betrachten. Klassenkampf muss feministisch sein - und Feminismus klassenkämpferisch!

Wir müssen uns gegen Ausbeutung, Repression und Gewalt organisieren – in der FAU Berlin zum Beispiel in der AG 8.März und der AG Sexarbeit – aber auch darüber hinaus. Deshalb unterstützen wir das Netzwerk gegen Feminizide und seine Kampagne „Wir wollen uns lebend!“.

Lest hier den offenen Brief der Kampagne

 

1. Mai Demonstration: Nicht auf unserem Rücken!

Veröffentlicht am 28.04.2021
Wir rufen gemeinsam mit anderen Initiativen zur klassenkämpferischen Demo am 1.Mai auf. 11 Uhr | S-Bhf Hackescher Markt | Achtet auf Masken und Abstand "In der aktuellen Corona-Pandemie werden die Lasten vor allem von den Lohnabhängigen getragen, während die Reichen ihr Vermögen noch vergrößern. In Betrieben wie bei Tönnies, Amazon und vielen anderen müssen die Beschäftigten in großen Gruppen arbeiten und setzen mitten in der Pandemie tagtäglich ihre Gesundheit aufs Spiel."

Lohnabhängige haben mit Massenentlassungen, Kurzarbeit, Union Busting, Schikanen vom Jobcenter und hohen Mieten zu kämpfen. Insbesondere migrantische Arbeiterinnen werden als Leiharbeiterinnen oder über Werkverträge zu Dumpinglöhnen ausgebeutet. Uns reicht´s: Die Krise darf nicht auf unserem Rücken ausgetragen werden! Die Reichen sollen zahlen!

Schon vor der Pandemie waren die Zustände in den Krankenhäusern durch Personalmangel, Arbeitsdruck, Outsourcing und schlechte Bezahlung geprägt. Wir kämpfen für Krankenhäuser, in denen die Bedürfnisse der dort Arbeitenden und der Patient*innen im Vordergrund stehen und keine Krankenhauskonzerne, die Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit machen. Das System der Fallkostenpauschalen und mit ihm die Profitorientierung gehören abgeschafft. Die Krankenhäuser müssen rekommunalisiert und demokratisiert werden!

Ebenfalls gehen wir gemeinsam mit der Kampagne Deutsche Wohnen & Co enteignen für die Vergesellschaftung der Wohnungssunternehmen auf die Straße!

Der Berliner Senat hat mit Ausgründung von Krankenhaustöchtern und Unterfinanzierung die Daseinsvorsorge untergraben. Berliner Schulen und Beschäftigte wurden vor der Pandemie unzureichend geschützt, während Geld genug da ist für Räumungen und Polizeirepression, sowie Abschiebungen von migrantischen Kolleg*innen weiterhin Alltag sind.

Gegen die herrschenden Zustände können wir nur gemeinsam etwas ausrichten. Statt Sozialpartnerschaft und Zugeständnisse an die Unternehmen, brauchen wir kämpferische Gewerkschaften und Widerstand im Betrieb und auf der Straße! In verschiedenen Bereichen schließen sich Beschäftigte zusammen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Am 1. Mai 2021 wollen wir mit unserer Demonstration diesen Basisinitiativen Raum geben, um von ihren Kämpfen und Erfahrungen zu berichten und uns solidarisch aufeinander beziehen.

Wir nehmen das Pandemiegeschehen ernst und wollen das Infektionsrisiko auf unserer Demonstration deswegen minimieren. Deshalb tragt während der gesamten Aktion eine medizinische Maske und haltet den Mindestabstand ein!

Kommt zur klassenkämpferischen Demonstration!

Heraus zur Klassenkämpferischen Demonstration am 1.Mai | 11 Uhr | Hackescher Mark

Kommt auch am 30.04. zur Demo „Von der Krise zur Enteignung!“ um 17 Uhr am Leopoldplatz im Wedding und am 1. Mai um 17 Uhr zur Revolutionären 1.-Mai-Demo vom Hermannplatz in Berlin-Neukölln

Wir unterstützen "Deutsche Wohnen & Co enteignen"!

Veröffentlicht am 22.03.2021 Kategorien: ,
Bereits in der Vergangenheit hat die FAU Berlin immer wieder mietenpolitische Aktionen z.B. gegen Zwangsräumungen und Mieterhöhungen unterstützt. Uns war und ist bewusst, dass Wohn- und Arbeitkämpfe zwei Seiten derselben Medaille sind.

Wir begrüßen deshalb die Kampagne "Deutsche Wohnen & Co enteignen" und rufen zur Teilnahme am "Wählt Selbstorganisierung!"-Block der Mietenwahnsinndemo am 27.03 (Treffpunkt um 12 am Neptunbrunnen) auf. Auch wenn ein Volksbegehren die alltägliche Organisierung im Betrieb wie im Stadtteil nicht ersetzten kann, unterstützen wir diese stadtpolitische Initiative, die eine entscheidene Frage wieder breitenwirksam auf die Tagesordnung setzt - die nach den Eigentumverhältnissen.

Die Listen zum Unterschreiben gibt es u.a. in unserem Lokal in der Grüntaler Straße 24. in Berlin Wedding.

Mehr Infos zur Kampagne auf: https://www.dwenteignen.de/

Für mehr Vergesellschaftung - auch in der Produktion!

Workshop: feministischer politischer Streik

Veröffentlicht am 21.03.2021 Kategorien: , , , , ,
Seit Jahren steht der politische Streik als Kampfansage für den 8. März zur Debatte. Streiks waren schon immer ein gewerkschaftliches Mittel, um für die Veränderungen zu kämpfen, die wir wirklich brauchen. Und besonders aus einer feministischen Arbeiter*innen-Perspektive gibt es einige Dinge, die sich dringend ändern müssen: Gender-Pay-Gap, Sexismus und Rassismus am Arbeitsplatz und in der deutschen Bürokratie, unbezahlte und unsichtbare Pflegearbeit und Carearbeit im Privaten, Marginalisierung und Illegalisierung von migrantischen Arbeiter*innen, ungerechte und ungleiche Verteilung von Sozialleistungen und Gesundheitsschutz - die Liste ist lang...

Es reicht nicht aus, diese Probleme immer und immer wieder zu analysieren.
Wir müssen sie lösen! Und Lösungen werden uns nicht geschenkt. Minimale Zugeständnisse sind Verbesserungen, die wir uns einerseits hart erkämpfen müssen und die uns andererseits ruhig stellen sollen. Doch wir wollen nicht länger dem Gutdünken von Chef*innen und dem System ausgeliefert sein. Eine grundlegende Veränderung der Verhältnisse ist unser Ziel! Und um unseren Forderungen auf dem Weg dahin Schlagkraft zu verleihen, brauchen wir eine feministische Streikbewegung!


Im Laufe des nächsten Jahres wollen wir die notwendigen Verbindungen aufbauen, gute Taktiken und langfristige Strategien finden und diese in die Tat umsetzen. Wir wollen die Ressourcen schaffen, die wir brauchen, um unsere Kämpfe so zu führen, dass wir sie gewinnen können.
Zusammen haben wir die Macht, das System in unserem Sinne zu verändern.


Lasst uns einen feministischen Streik im März 2022 möglich machen!

Ihr seid herzlich eingeladen zu unserem Workshop zum feministischen politischen Streik.

Wir werden über folgende Fragen sprechen und diskutieren:

Warum ist es wichtig, zu streiken? Wie kann Streik unsere Probleme lösen?
Was ist die aktuelle juristische Situation in Deutschland was Streik im allgemeinen und politischen Streik im speziellen angeht?
Wie könnte ein feministischer politischer Streik aussehen? Was könnten Strategien sein, um unsere Forderungen (z.B. den 4-Stunden-Arbeitstag) durchzusetzen?

Wann: Sonntag, 28. März, 15 - 18 h
Wo: Online in einem BigBlueButton Room. Melde dich an unter faub-frauenkampftag@fau.org!
Sprachen: Deutsch mit englischer Übersetzung

Facebook-Veranstaltung

Terminkalender

Velogista riders are facing repression while organizing for basic rights

Veröffentlicht am 12.03.2021 Kategorien: , , , ,
On Tuesday the 23rd of February a small rally was held by the FAU Berlin outside of the Cycle Logistics (which also works under the name Velogista) depot in Kreuzberg. Members of the FAU had gathered to support the worker's group at Cycle Logistics GmbH who are actively fighting for better conditions at their workplace. The employer has ignored multiple letters from the FAU asking for a collective answer to the problems and has up until this point resisted dealing with the problems in the company collectively as demanded by the worker's group.
The rally lasted for an hour and a half, flyers were handed out, good coversation were made with the staff and laughs shared. It was the first action in support of the Cycle Logistics workers group but bigger and more frequent actions will happen unless the demands of the worker's group are acted upon. 
The worker's group are asking for an open, transparent and collective process for dialogue with the owner of the company. Many issues have been raised in recent months but the biggest at the moment regards the attempted wage theft due to unjustifiable minus hours as well as the lack of transparency in how these calculations have been made. At the very least we ask Velogista at a minimum to follow the basic legal law in regards to this matter and to deal with this, with the workers as a group and not to target individual workers and push them into possibly detrimental personal arrangements.
As a grassroots trade union, we believe workers are stronger when they stand together. We stand up for adequately paid, safe and fair working conditions for everyone. Like all couriers in the city of Berlin and beyond, the staff at Cycle Logistics Gmbh face day to day hardships and work in all weather conditions whether it's the deepest darkest winter or the warmest days in Summer as well as working for the entirety of the pandemic. They deserve to be treated with dignity and respect and have their basic conditions met by their employer. 
The FAU along with other grassroots unions all over the world has been helping couriers self organise and fight for what they deserve, the struggle with Cycle Logistics Gmbh is just one link in the chain in the struggle for all delivery workers for better working condititions. 
We stand in solidarity with the Cycle logistics workers group and will continue to provide the support they need to fight for their rights as well as better working conditions in the future! 
The riders united, can never be defeated!

Das Radiofeature zum 8.März

Veröffentlicht am 06.03.2021 Kategorien: , , ,
Vor ca. einem Jahr wurde unser aller Alltag komplett umgekrempelt. Vieles ist seitdem anders als sonst - eine Sache jedoch gilt auch und gerade in Zeiten der Pandemie: #8M war, ist und bleibt ein feministischer Kampftag! Unsere AG 8.März hat anlässlich des #8M2021 ein Radiofeature produziert. Klickt auf die Beitragsüberschrift, um zum Player zu gelangen!

Der Beitrag ist im Podcast des A-Radio zu hören. Unter anderem kommen Basta, Respect Berlin und das Frauen*streikkommitee Wedding zu Wort.

Hier gehts zur März-Folge des A-Radio-Podcast (60min), unter anderem mit Beiträgen zum Gedenken an Hanau, racial Profiling in Berlin und einem Vortragsteaser zum Thema Trans* Menschen in Haft. 

Und hier ist der Beitrag der AG 8.März noch einmal extra:

Wir wünschen angenehmes Hören!

Der 8. März war, ist und bleibt ein feministischer Kampftag!

Veröffentlicht am 04.03.2021 Kategorien: ,
Deshalb gehen wir am 8.März auf die Straße: "Our life our resistance, break the silence break the system" (FLINT-Demo um 14 Uhr vor der Europäischen Komission - Vertetung in Deutschland). Und deshalb haben wir basierend auf Jahrhunderten von Erfahrungen feministischer Kämpfe unsere aktuellen Ziele formuliert - sowie Wege, um diese zu erreichen!

Am Anfang stand nicht nur der Kampf um das Wahlrecht, sondern immer auch der Kampf gegen Armut und für bessere Arbeitsbedingungen - kurz: für ein menschenwürdiges Leben für uns alle! Unter den verschiedenen - oft massiv von Repressionen betroffenen - feministischen Kämpfen im späteren 19. und frühen 20. Jahrhundert ragt der Lawrence-Textilstreik von 1912 heraus. Mit Hilfe der Industrial Workers of the World schlossen sich Arbeiterinnen aus mehr als 51 Nationalitäten zusammen, um sich erfolgreich gegen Lohnkürzungen zu wehren und prägten die ikonische Forderung nach "Brot und Rosen". Praktisch kein Klassenkampf wäre ohne die Arbeit und Unterstützung von Frauen möglich gewesen, auch wenn sie oft unsichtbar gemacht wurden. Aber die Ungerechtigkeit konnte nicht für immer unsichtbar gemacht werden. Über die Jahre wurde der Ruf nach gleichem Lohn laut, oft erfolgreich begleitet von Streikaktionen: Vom 1960er Streik der Näherinnen bei Ford in Dagenham bis zu landesweiten feministischen Streiks 1975 in Island und 1991 in der Schweiz.

Und heute? Wir haben nun das Recht zu wählen und können uns zwischen Parteien entscheiden, die keine oder nur geringfügige Reformen der aktuellen Abtreibungsregelungen versprechen - während wir stattdessen lieber sichere und kostenlose Abtreibung für alle und überall hätten. Wir haben nun auch weibliche Bosse (meist aus wohlhabenden Familien), die uns ausbeuten - während wir stattdessen lieber keine Bosse und keine Ausbeutung hätten. Die meisten von uns müssen immer noch in unterbesetzten und überlasteten Umgebungen arbeiten, müssen immer noch sexistische und rassistische Behandlungen von Bossen und Kund*innen ertragen, müssen immer noch ganz allein das Problem der Pflegearbeit lösen, werden immer noch im Durchschnitt 30% geringer bezahlt als unsere männlichen Genossen, müssen immer noch wegen fehlender Dokumente oder der ständigen Überwachung durch das Jobcenter kämpfen. Einige von uns sind auf einmal auf wundersame Weise systemrelevant, d.h. wir riskieren unsere Gesundheit für schlechte Arbeitsbedingungen und ein bisschen Applaus!

Kurzum: Viel zu viel Stress für viel zu wenig Lohn! Wenn wir überhaupt einen bekommen: Eine Menge Arbeit wird immer noch nicht als Arbeit gewertet, weil sie zu Hause und nicht im Büro erledigt wird! Ausbeutung und Diskriminierung sind nicht verschwunden, der Kapitalismus hat sich nur eine schöner klingende Ausrede einfallen lassen, warum "jeder seines Glückes Schmied" ist und wir selbst schuld sind, wenn das für viele von uns einfach nicht funktioniert.

Wofür wir 2021 kämpfen:

  • Gesundheitsschutz für alle! Gesundheitsversorgung ist nicht gerecht verteilt. Viele Menschen fallen aus unserem absurden Versicherungssystem heraus. Und selbst wenn wir drin sind, heißt das nicht unbedingt, dass wir Zugang zu dem haben, was wir brauchen: Wenn es einfach zu wenig medizinische Einrichtungen in unserer Nachbarschaft gibt oder keinen Arzt, der bereit ist, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen. Auch kann im Moment nicht jede*r zu Hause bleiben und arbeiten. In vielen prekären (und feminisierten!) Branchen müssen die Arbeiter*innen immer noch jeden Tag nach draußen. In vielen Fällen ist es auch nicht sicher, zu Hause zu bleiben, da häusliche Gewalt stark angestiegen ist. Solange die Löhne niedrig, aber die Mieten und wirtschaftlichen Abhängigkeiten hoch sind, werden alle Lösungen ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Wir brauchen Solidarität mit den Risikopersonen, aber auch ein Gesundheitssystem, das sich nicht an Profiten orientiert, sondern an den Bedürfnissen der Patient*innen und der Beschäftigten im Gesundheitswesen!

  • 4-Stundentag, Menstruationsfreistellung und bezahlte Haushalts- und Pflegearbeit! Während Covid-19 hatten deutsche Behörden nichts Besseres zu tun, als die Arbeitszeitgrenzen aufzuweichen. In China wurde dagegen festgestellt, dass das Gesundheitspersonal die Pandemie am effektivsten bekämpft, wenn die Arbeitszeiten radikal reduziert werden. Warum sollten wir nicht für alle eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich haben? Wenn gleichzeitig zudem Haushalts- und Pflegearbeit endlich finanziell gleich entlohnt wird, können wir tatsächlich sowohl eine gerechte Verteilung der Arbeit als auch wirtschaftliche Sicherheit erreichen. Dazu gehört auch ein Recht auf bezahlten monatlichen Freistellung bei Menstruation. Es gibt so viel zu gewinnen, was die Gesundheit, die Umwelt und die Gemeinschaft anbelangt. Der 8-Stunden-Arbeitstag wurde von Arbeiter*innen erkämpft, jetzt ist es Zeit für den nächsten Schritt!

  • Legalisierung und gleicher Lohn für alle! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Aber worauf basiert diese Gleichheit überhaupt? Warum wird die Pflege von Menschen so viel weniger wertgeschätzt als die Pflege von Maschinen? Und wo ist diese Gleichheit für die tausenden von migrantischen Arbeiter*innen mit oder ohne Papiere, die sich in deutschen Haushalten, auf Baustellen und in der Landwirtschaft abrackern? Menschen für illegal zu erklären, sorgt dafür, dass sie sich leichter in beschissenen Arbeitsbedingungen ausbeuten lassen. Arbeit als weiblich zu bestimmen, macht es akzeptabel, weniger zu zahlen und mehr zu verlangen. Menschen eine "andere Farbe" zuzuschreiben, entzieht ihnen die Solidarität, wenn sie schlecht behandelt werden. (Jetzt stellt euch vor, ihr müsst gegen alle drei Hindernisse kämpfen!) Wenn wir also gleichen Lohn fordern, dann fordern wir ihn für alle und überall und jederzeit. Stoppt die Diskriminierung und beginnt mit der Legalisierung Jezt!

Wie wir 2021 kämpfen:

  • Zusammen und kreativ die kleinen Kämpfe kämpfen: Wir sind vielleicht nicht die typischen Industriearbeiter, die Seite an Seite am Fließband arbeiten. Aber egal, ob wir kellnern, putzen, kochen, pflegen, assistieren, Kinder betreuen, Haare schneiden, Nägel machen, Texte lektorieren, sexy chatten, tanzen, telefonieren, belegte Brötchen verkaufen, ob wir scheinselbstständig sind, Minijobber*innen, AlgII-gefördert, ohne Aufenthaltsstatus oder noch in Ausbildung. Das alles heißt nicht, dass wir uns nicht zusammenschließen, organisieren und als Gewerkschaft kämpfen können. Solange wir alleine sind und an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen müssen, zermürben uns Arbeitgeber und Behörden mit der Verweigerung unserer Rechte und ständigen Forderungen nach mehr Dokumenten. Aber wie unsere jüngsten Fälle bei im Callcenter und in Bahnhofsbäckereien zeigen, ist das nicht das Ende der Fahnenstange: gemeinsame Treffen, gegenseitige Bildung und Hilfe in allen Lebensbereichen sowie Solidaritätsfonds wie z.B. während Corona machen es tatsächlich möglich, langfristige klassenkämpferische Ziele in Angriff zu nehmen. Indem wir uns gegenseitig unterstützen, uns wiedersetzen und uns gegenseitig zum Gericht oder zum Büro der Bosse begleiten, können wir den Spieß umdrehen!

  • Die neue Gesellschaft in der Schale der alten aufbauen: Gewerkschaftsarbeit entlastend und energertisierend für alle Genoss*innen machen, denn wenn du drei Jobs machst und auch noch Kinder zu erziehen hast, bleibt einfach nicht viel Zeit für Versammlungen und Treffen. Wenn du dich schon im Alltag ständig mit Rassismus, Sexismus und all dem anderen Scheiß auseinandersetzen musst, bleibt einfach nicht viel Energie übrig, um sich auch noch im Plenum damit auseinanderzusetzen. Lasst uns also Dinge wie Kinderbetreuung und emotionale Arbeit als eine gemeinsame Aufgabe unserer Gewerkschaftsarbeit sehen und nicht als eine individuelle!

  • Künstliche Barrieren zwischen den Ländern einreißen: Die Konzerne halten sich sowieso nicht daran! Die Streiks der Textilarbeiterinnen in Bangladesch waren erfolgreich, weil wir gemeinsam ihre Unternehmen sowohl am Ort der Produktion als auch am Ort des Verkaufs in die Verantwortung genommen haben. (Überhaupt, warum sind die produzierenden Arbeiter*innen illegal, wenn sie hierher kommen, aber nicht die Produkte?) Unsere internationalen Genoss*innen zeigen einen Weg auf, wie wir weiter kämpfen können: Sei es in Spanien mit ihrem beeindruckenden landesweiten feministischen Streik am 8. März, oder in Polen, wo unsere Schwestergewerkschaft IP den massiven Protest gegen die absurden Abtreibungsgesetze mit aktiven Streikaufrufen unterstützt.

  • Eine breite feministische Streikbewegung aufbauen: Das deutsche Arbeitsrecht ist bekanntlich ziemlich strikt gegenüber allen Aktionen, die tatsächliche Veränderungen außerhalb des ziemlich eng definierten Tarifzirkus fordern. Aber alte Gerichtsurteile können außer Kraft gesetzt und neue Arbeitsgesetze erkämpft werden. Die aktuellen Arbeitsgesetze sind auch nicht aus dem Nichts gekommen oder nur eine Gefälligkeit der Arbeitgeber. Fangen wir also an, eine dauerhafte Streikbewegung aufzubauen. Und ja, Care-Arbeiter*innen können streiken - nicht gegen, sondern mit und für die Menschen, für die sie sorgen! Wie es die Kampagne für mehr Personal in Krankenhäusern ausdrückt: Mehr von uns ist besser für alle! Wenn wir streiken, steht die ganze Welt still!

Wir sagen: Jeder Tag ist 8. März! Lasst uns jeden Tag zu einem feministischen Kampftag machen!
Eure feministischen Genoss*innen der AG8M - FAU Berlin

Rücksichtslose Arbeitszeitplanung, erschwerte Kontaktbeschränkungen - kognitive Höchstleistungen im Grimm-Zentrum!

Veröffentlicht am 02.03.2021 Kategorien: , ,
Servicekräfte der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität kämpfen gegen autoritäre Vorgesetzte, die während der anhaltenden Covid-19-Pandemie unsinnige Arbeit anordneten.

Update:

Inzwischen hat der Personalrat der studentischen beschäftigten eine Solidaritätsbekundung veröffentlicht!

Die Konflikte im Servicebereich der Universitätsbibliothek (UB) Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum (GZ) der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) reißen nicht ab. Die Beschäftigten wurden erst über Jahre hinweg im falschen Tarifvertrag als studentische Hilfskräfte unterbezahlt - und nach der Tarifumstellung wurden ihre Tätigkeiten formell so gravierend eingeschränkt, dass sie nach der niedrigst-mögliche Entgeltgruppe bezahlt werden können. [1] Der zuständige Personalrat Hochschulbereich (PR HSB) hatte diese Stellenbeschreibungen durchgewunken, anstatt die Gelegenheit zu nutzen und neben der richtigen Eingruppierung der Servicekräfte auch das Entgelt der übrigen Belegschaft der Universitätsbibliotheken zu überprüfen und zu korrigieren. [2] 
Neben diesem strukturellen Konflikt um angemessene Bezahlung kämpfen die Servicekräfte aber auch mit autoritären Vorgesetzten, die unsinnigste Arbeiten während der anhaltenden Covid-19-Pandemie anordneten. Dadurch waren die Kolleg*innen dazu gezwungen, öfter als zwingend notwendig zur Arbeit zu fahren und sich und andere der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen. [3] Die Auseinandersetzung um die Verteilung der Arbeitszeit hält bis heute an. War es den Servicekräften unter dem alten Tarifvertrag möglich, ihre Arbeitszeit frei zu verteilen, wurde dies unter dem neuen Tarifregime willkürlich auf eine Mindestanwesenheitszeit von drei Tagen ausgeweitet. Da die Kolleg*innen des Servicebereiches in der Regel knapp zehn Stunden in der Woche arbeiten, heißt dies, dass sie mindestens dreimal in der Woche jeweils für nur etwas mehr als drei Stunden arbeiten sollen. Die Verteilung der zehn Stunden wäre auch auf mehr, allerdings nicht auf weniger Tage möglich, da die auszuführenden Arbeiten "kognitiv zu anstrengend" seien, so die Leitung der Abteilung. Wohlgemerkt, es handelt sich angeblich um einfache Tätigkeiten, die nach Entgeltgruppe E3 bezahlt und durch größtenteils akademisch gebildete Personen ausgeführt werden. 
Nun hat sich ein großer Teil der Kolleg*innen organisiert und sich schriftlich an den Ende 2020 neugewählten Personalrat HSB gewandt, in der Hoffnung, dass sich dieses neue alte Gremium für die Beschäftigten einsetzt.
Die Betriebsgruppe Humboldt-Universität erklärt sich mit den Kolleg*innen des Servicebereichs solidarisch und dokumentiert den anonymisierten Brief an den Personalrat Hochschulbereich (PR HSB).

#RidersOnTheStorm - Riders in Berlin fordern Mitbestimmung!

Veröffentlicht am 16.02.2021 Kategorien: , ,
Berliner Lieferdienstfahrer* innen ("Rider"), erleben gerade heftige Tage. Zur Corona Pandemie kam in der letzten Woche ein Kälteeinbruch und Schneesturm hinzu. Bei Glatteis, Minusgraden, Wind und Schnee sitzen unsere Kolleg* innen bis zu Zehn Stunden täglich auf dem Rad, um für Unternehmen wie Wolt oder Lieferando Essen auszuliefern. Die Risiken die dabei momentan entstehen sind nicht zumutbar! Die sogenannten Arbeitgeber*innen scheinen daran bisher nicht interessiert zu sein.

Wie schon zu Beginn der Corona-Krise geben sich die Unternehmen als kaltschnäuzige Krisengewinner*innen, die nicht einmal nachfragen, was Arbeiterinnen zu ihren mehr als lückenhaften Arbeits- und Gesundheitsschutzkonzepten sagen. Die "Kontaktlose Lieferung" ist nicht kontaktlos. Fahrerinnen bekommen nur schwer Zugang zu sanitären Einrichtungen. Schutzmasken werden gar nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung gestellt. Ebenso fehlen angemessene Winterkleidung und Winterreifen für die Fahrräder.

In den Betrieben bleibt ein solches Vorgehen nicht folgenlos. Rider von mehreren Lieferdiensten haben selbstorganisierte Gruppen aufgebaut, in denen Mitglieder von Betriebsgruppen der FAU Berlin aktiv beteiligt sind. Die Rider vernetzen sich immer mehr. Hierbei werden sie von der FAU Berlin solidarisch unterstützt.

Die Betriebsgruppe Lieferando der FAU Berlin hat gemeinsam mit Ridern des Lieferdienstes Wolt die folgenden Forderungen aufgestellt:

 

1. Angemessene Ausstattung!

Wir fordern angemessenes Equipment für Winter und Sommer, welches rechtzeitig zur Verfügung gestellt wird. Ausrüstung in der Zentrale (Hub) abzuholen kostet Zeit und muss als Arbeitszeit angerechnet werden. Wir haben das Recht darauf, für all unsere Arbeitszeit bezahlt zu werden. Wenn wir nicht dafür bezahlt werden das Equipment abzuholen, muss es uns nach Hause geschickt werden.

2. Sichere Arbeitsbedingungen!

Wenn sichere Arbeitsbedingungen nicht gewährleistet werden können, sollte der Betrieb gestoppt werden. Keine Fahrerin sollte sich dazu gezwungen sehen unter gefährlichen Bedingungen zu arbeiten. Dazu zählen Glatteis, starker Schneefall, starker Wind/Böen und extreme Kälte.

3. Mitarbeiter*innen Mitbestimmung!

Mitarbeiterinnen und Managerinnen müssen zusammen entscheiden, welche Arbeitsbedingungen akzeptabel sind. Wir fordern,dass beide Parteien zusammen klare und zuverlässige Kriterien erstellen - und zwar anhand von Feedback der Fahrer*innen - sodass wir vorab abschätzen können, ob und wann eine Schließung stattfinden wird.

4. Schlechtes Wetter? Betrieb einstellen, Lohn weiter zahlen!

Wir bestimmen nicht das Wetter, wir können nur sicher stellen, dass wir für unsere Schichten verfügbar sind. Wir fordern volle Bezahlung von Schichten, wenn eine Einstellung des Betriebs durch ein unsicheres Arbeitsumfeld notwendig ist. Unsere Arbeitsunfähigkeit ist unter solchen Bedingungen nicht unsere Schuld, somit sollten wir nicht den Preis dafür zahlen müssen. Tage, an denen der Betrieb eingestellt werden muss, dürfen nicht von Urlaubstagen abgezogen werden.

5. Arbeitsmittel bezahlen, reparieren, ersetzen!

Wenn etwas von unserem persönlichen Equipment durch das Arbeiten in schlechtem Wetter kaputt geht, muss das Unternehmen für den Schaden aufkommen.

6. Zugang zu sanitären Einrichtungen!

Wir fordern, dass das Unternehmen dafür sorgt, dass wir garantierten und einfachen Zugang zu Toiletten und Waschräumen während unserer Schicht haben. Dies ist ein Gesundheits- , Sicherheits- und Gleichstellungsrecht: Wir haben ein erhöhtes Risiko, dem Coronavirus ausgesetzt zu sein. Unsere Kolleginnen leiden hierunter besonders. Lieferando muss Restaurants bezahlen, damit Fahrer*innen Zugang zu den Toiletten gewährt werden kann. Zudem muss Lieferando eigene Toiletten bereitstellen.

 

Zur Durchsetzung der Forderungen sind unsere Kolleg* innen und Genoss* innen auch auf die Öffentlichkeit, nicht zuletzt aber auf die Solidarität der Kund*innen angewiesen. Im stressigen Arbeitsalltag ist Essensbestellung oft eine einfache Lösung. Wenn ihr die Rider in diesen Tagen unterstützen wollt, könnt ihr das schon durch ein bis zweimal selbst Kochen tun. Wenn ihr bestellen wollt, dann am besten bei Lieferdiensten, in denen Rider selbstbestimmt entscheiden können, ob es für sie sicher ist zu liefern oder nicht. Zum Beispiel bei berliner Lieferdienstkollektiven (kolyma2.de or foodfairies.de).

Am Ende wird es dann aber auch das Wetter selbst sein, das Fakten schafft. In der Lieferando Betriebsgruppe der FAU Berlin machen sich die kalten Tage durch einen hohen Krankenstand bemerkbar. Auch viele andere Betriebsabläufe sind stark verlangsamt. Die privaten Handyakkus scheitern an der Kälte, gefrorene Straßen verlangsamen die Zustellung. Fehlende Winterreifen und Winterkleidung führen zu Unfällen und Erkrankungen.

 

Wir bedauern diese Umstände sehr und erklären uns solidarisch mit unseren Kolleg*innen auf Berlins Straßen. Wir sehen bisher nicht, dass die Leitungen der Lieferdienste gewillt sind Lösungen mit den Ridern zu finden. Sie wälzen Risiko und Verantwortung auf die Rider ab. Diese Willkür verunsichert viele Rider. Immer mehr finden Lösungen durch Selbstorganisation und Solidarität.

Wer hat Angst vor Schwarzen Katzen?

Veröffentlicht am 16.01.2021 Kategorien: , ,
Solidarität mit der FAU Hamburg nach Angriff auf ihr Lokal!

In der Nacht vom 9. zum 10. Januar 2021 haben Unbekannte die Fassade der „Schwarzen Katze“, des Lokals der FAU Hamburg, mit Beschimpfungen und Bedrohungen besprüht. Wir verstehen das als Angriff nicht nur auf ein paar Schaukästen eines Syndikats, sondern auf die Freie Arbeiter*innen Union als Ganzes und als Statement gegen die internationale Gewerkschaftsbewegung. Wir nehmen die Attacke als Arbeiter*innen persönlich und möchten hier öffentlich unsere volle Solidarität mit der FAU Hamburg ausdrücken.

Wir begrüßen, dass viele andere Linke und Gewerkschafter*innen aus verschiedenen Richtungen sich ebenfalls auf die Seite der FAU Hamburg gestellt haben. Zusammen wenden wir den nächtlichen Einschüchterungsversuch in sein Gegenteil! Wir hoffen, das trägt dazu bei, dass der Raum „Schwarze Katze“ die Pandemiezeiten überlebt und danach wieder als Ort offen steht, an dem sich kämpfende Lohnabhängige in Sicherheit treffen können. Die FAU Berlin sagt hier jedenfalls ihre Unterstützung zu. Kämpferische Gewerkschaftsarbeit hat nur eine Chance, wenn wir Arbeiter*innen zusammenstehen.

Am Ende der Nahrungskette

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Als Arbeiter kam er nach Deutschland, baute mit an der glitzernden "Mall of Berlin", wurde nicht bezahlt. Heute lebt Nicolae Molcoasa auf der Straße.

Am Ende der Nahrungskette - Mehr…

Passierschein A38 oder Von einem, der auszog, Lohn einzuklagen

Veröffentlicht am 06.01.2021 Kategorien: , , ,
Die Reise in die Welt der Gerichte, Zuständigkeiten, Fristen, Formulare und Formalitäten kann einem schonmal vorkommen wie ein Walkthrough durch das „Haus, das Verrückte macht“. Nachdem wir bereits über die Praktiken der Bahnhofsbäckerei Cuccis berichteten, geht es nun um ihr orangefarbenes Pendant Scoom.

Es steckt schon im Begriff: Wer lohnarbeitet, arbeitet und bekommt Lohn. So zumindest die Theorie. „Ein tolles Konzept“, würde manch eine*r sagen. Ist ja besser, als ohne Lohn zu arbeiten. Doch genau das kommt eben doch öfter vor als man so denkt.

Im echten Leben gibt es eine Menge Ausnahmen; und manche „Ausnahmen“ gründen sich schlichtweg auf Dreistigkeit. Manchmal wird einfach nicht gezahlt - und man guckt eben mal, was passiert. In den meisten Fällen – so die Hoffnung – nichts. Die Angst vor der Kündigung wird es schon richten. Hotspots für solche „Experimente“ scheinen die Einflugschneisen der S- und U-Bahnhöfe zu sein: Vor einigen Monaten veröffentlichten wir bereits einen Artikel über die Bahnhofsbäckerkette Cuccis, die durch diese Praxis hin und wieder auffiel. Empört mochte sich anschließend vielleicht der*die eine oder andere erzürnte Leser*in nach einer Alternative umsehen. Da gab es doch noch diesen anderen Bäcker, diesen orangenen - nun ja. Leider versucht auch Scoom, Leute um ihren Lohn zu bringen. Und sowohl Cuccis als auch Scoom gehören beide zum Snack-Imperium von Nobert von Allvörden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Bleibt der Lohn aus, fragt man natürlich nach. In der Regel wird man dann vertröstet. Das Ganze wiederholt und zieht sich – bis irgendwann nicht einmal mehr auf Nachfragen reagiert wird. Wenn der*die Arbeitgeber*in das Problem nicht aussitzen kann, kann er*sie es vielleicht ja trotzdem erfolgreich wegignorieren.

Neben Nachfragen, Erinnerungen und schier ewiger Geduld steht dem*der geprellten Arbeiter*in dann – wenn alles nichts hilft – der Rechtsweg offen. Doch auch da gibt es einige Hindernisse, über die zu hüpfen man als Arbeiter*in imstande sein muss. Wenn man nur gebrochen Deutsch spricht, werden die Hürden umso höher. Müsste man sich nun ein möglichst übles Szenario ausdenken, könnte man ein Unternehmen erfinden, das überwiegend Leute auf der nicht-deutschen Seite der Sprachbarriere einstellt. Das verringert schließlich die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich jemand den Hürdenlauf namens Lohneintreiben auf sich nimmt. Falls man als Arbeiter*in diese Herausforderung trotzdem annehmen will, braucht man vor allem zwei Dinge: einen langen Atem und Unterstützung.

Die Reise in die Welt der Gerichte, Zuständigkeiten, Fristen, Formulare und Formalitäten kann einem schonmal vorkommen wie ein Walkthrough durch das „Haus, das Verrückte macht“. In der berühmten Sequenz aus „Asterix erobert Rom“ werden Asterix und Obelix kreuz und quer durch ein Verwaltungsgebäude geschickt, um den Passierschein A38 zu erhalten. Niemand fühlt sich zuständig, in unnötig langen Wegen geht es kreuz und quer von Schalter zu Schalter durch das Gebäude. Am Ende jedes Weges wartet ein neuer, der doch nur dorthin führt, wo man hergekommen ist. Dabei geht es wieder und wieder am Pförtner vorbei, der glaubt, man wolle eine Galeere eintragen lassen. Das geht an die Substanz: Viele, die es versucht haben, haben sich in andere Bewusstseinszustände geflüchtet. Sie leben fortan gar als Huhn oder Pferd.

Wagt man sich nun in solch ein „Haus, das Verrückte macht“ hinein, um als Arbeiter*in ausgebliebene Lohnzahlungen einzufordern, ist die Gefahr, den Überblick oder die Nerven zu verlieren, recht hoch: Wie fülle ich einen Mahnbescheid richtig aus? Wo schicke ich ihn hin? Was muss ich machen, wenn der Bescheid abgelehnt wird, wenn ich einen neuen Bescheid schicke? Was ist ein Vollstreckungsbescheid? Wo kreuze ich was an? Welche Fristen muss ich einhalten? Undundund. Es gibt erstaunlich viele Fallstricke zu beachten und während man versucht, sich an ihnen vorbeizuwurschteln, kommt im Fall von Scoom auch noch die Ausschlussfrist vorbei und macht das Licht aus. In manchen Arbeitsverträgen steht nämlich, dass Lohnansprüche nach drei Monaten erlöschen. Es lohnt sich, einen Moment lang darüber nachzudenken, was das unter Umständen bedeutet: Ein Unternehmen stellt überwiegend nicht deutschsprachige Leute ein. Fordern diese Leute ihren Lohn, hält man sie hin – bestenfalls, bis die Ausschlussfrist verstrichen ist. Und wenn es einigen Leuten gelingt, vor Ablauf dieser Frist ihren Lohn einzufordern, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie irgendwo auf ihrem Weg zum Arbeitsgericht aufgeben werden. Und selbst, wenn gleich ein ganzes Dutzend Arbeiter*innen den Lohn einklagen würde: Unterm Strich würde sich solch eine betrügerische Praxis lohnen, da noch immer eine ganze Stange Lohnkosten eingespart wird.

Hat der*die Arbeiter*in es dann tatsächlich geschafft und sitzt in der Verhandlung, kann er*sie es auch noch mit einem Richter zu tun bekommen, der auf Du und Du mit dem Arbeitgebervertreter ist. Dieses Pech hatte die betroffene Person in dem uns bekannten Fall.Der Richter berichtete anstatt zu richten. Er berichtete beispielsweise, dass eine Bahnhofs-Bäckereikette wie Scoom normalerweise immer pünktlich zahlen würde und man die Klage doch bitte zurückziehen solle. Schließlich sei das fehlende Gehalt bereits am Tag vor der Verhandlung – also mit „nur“ einigen Monaten Verzögerung - überwiesen worden. Außerdem sei das Unternehmen wegen Corona in Schwierigkeiten, da müsse man also Verständnis haben. Blöd nur, dass Scoom schon vor der 1. Corona-Welle aufhörte, seine*n Arbeiter*in zu bezahlen.

Was tut man in so einem Fall? Man zieht die Klage nicht zurück, sondern „einigt“ sich auf einen Vergleich. Dann muss die Gegenseite immerhin die 7 Euro Portokosten bezahlen, die angefallen sind. Und das nächste Mal nimmt man vielleicht einfach gleich den Passierschein A39, wie er im neuen Rundschreiben B65 festgelegt ist. Denn am Ende führen wohl auch noch andere Wege nach Rom.

 

SYKES zahlt nicht: Wie geht es weiter?

Veröffentlicht am 23.11.2020 Kategorien: ,
SYKES profitiert davon, dass sie ihre Mitarbeiter*innen für Überstunden, verbleibende Urlaubstage und Prämien nicht bezahlen, wenn ihre Verträge enden. Ein Mitglied der FAU Berlin kämpft nun für sein Recht, sein Geld zu bekommen.

SYKES ist ein Callcenter. Das multinationale Unternehmen (über 50000 Arbeiter*innen weltweit) erzielt hohe Gewinne, indem es ausgelagerte Kundendienstleistungen für Drittunternehmen (wie Play Station, Sony, Klarna oder Squaretrade) anbietet und seinen Beschäftigen nur Mindestlohn zahlt.

Aber manchmal ist das SYKES nicht genug. Wenn der Vertrag eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin endet, ist es nicht ungewöhnlich, dass geleistete Überstunden, verbleibende Urlaubstage und Leistungsprämien "auf mysteriöse Weise" verschwinden. Was kann ein*e Mitarbeiter*in in dieser Situation tun, wenn die Tage vergehen, Rechnungen sich anhäufen und die Personalabteilung auf E-Mails nicht mehr antwortet?

Joe*, ein Mitglied der Gewerkschaft FAU Berlin, befand sich genau in dieser Situation: „Nachdem ich den Job gekündigt und meine unbezahlten Überstunden, Prämien und Feiertage geltend gemacht hatte, versuchte die Personalabteilung, mich zu verwirren. Deshalb habe ich mich an die FAU Berlin gewandt. Mit der Hilfe meiner Genossinnen und Genossen konnte ich das richtige Verfahren einleiten, um mein Geld zu fordern.“

Der erste Schritt dafür, nach einer Kündigung ausstehenden Lohn geltend zu machen, besteht darin, eine Abmahnung zu verfassen, in der alle Geldbeträge aufgeführt sind, die der Arbeitnehmer beansprucht. „Manchmal ist es schwierig zu berechnen, wie viel SYKES dir schuldet, aber zum Glück hat die FAU Berlin ihre Erfahrung und ihr Fachwissen angeboten und mir bei der Vorbereitung des Briefes geholfen“, sagt Joe. Der Brief sollte unbedingt per ‚Einschreiben Einwurf‘ versendet werden! Beachte außerdem, dass dies in den ersten Wochen nach Vertragsende erfolgen muss. Denn wird zu lange gewartet, besteht die Gefahr, das Recht auf Geltendmachung von Ansprüchen zu verwirken.

Wenn die Abmahnung nicht zum Erfolg führt, können wir weitere Schritte unternehmen: „Ich habe nie erwartet, dass SYKES auf meine Abmahnung reagiert. Deshalb habe ich mich sofort nachdem ich sie abgeschickt hatte, mit meinen Genossinnen und Genossen von der FAU Berlin zusammengesetzt, um die Unterlagen für meine Klage vorzubereiten“, sagt Joe. Da SYKES nicht antwortete, gingen Joe und seine Genoss*innen gemeinsam zum Arbeitsgericht, um einen Zahlungsantrag zu stellen.

Das ist eigentlich ganz einfach, da es beim Arbeitsgericht eine Rechtsantragstelle gibt, die beim Einreichen der Klage behilflich ist. Es wird allerdings empfohlen, sich vorher beraten zu lassen. Die FAU Berlin bietet kostenlose gewerkschaftliche Beratung an, die sowohl Mitglieder*innen als auch Nichtmitglieder*innen gleichermaßen zur Verfügung steht!

Die FAU vertritt den Grundsatz 'Ein Angriff auf eine*n ist ein Angriff auf alle'.  So kamen Joe und seine Unterstützer*innen zusammen und reichten die Klage ein. Joe erinnert sich: „Es war ein herrlicher Moment. Die Unterstützung meiner Genossinnen und Genossen, die mir beim Papierkram geholfen und mich zum Gericht begleitet haben, hat sich toll angefühlt. Es war enorm befriedigend, sich aktiv gegen SYKES zu wehren!!“

Seither hat die Personalabteilung die Beantwortung von Joes E-Mails eingestellt, sodass er und seine Genoss*innen auf die Entscheidung des Gerichts warten müssen. Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Die Erwartungen von SYKES an ihre Arbeiter*innen finden kein Ende. Das Unternehmen versucht nicht nur, ihnen Teile ihres Gehalts vorzuenthalten und Prämien verschwinden zu lassen: Pausen finden nicht statt, Überstunden werden nicht erfasst, Teamleiter*innen fordern ständig mehr Effizienz (selbst wenn die Mitarbeiter*innen bereits 100% geben) und vieles mehr. „Viele Leute beschweren sich darüber oder schreiben E-Mails, aber wenn wir die Arbeitsbedingungen verbessern wollen, müssen wir uns gemeinsam organisieren. Mit der Unterstützung der FAU Berlin ist das wesentlich einfacher und effektiver“, stellt Joe fest.

Die FAU Berlin wird Joe in seinem Kampf weiter unterstützen, bis er das Geld erhält, das er durch seine Arbeit verdient hat und von einem multinationalen Unternehmen vorenthalten wird. Eine Unterstützerin macht deutlich, dass das erst der Anfang ist: „Wir wollen auch die Arbeitsbedingungen derjenigen verbessern, die noch dort arbeiten. Und wir freuen uns immer darüber, mehr Arbeiterinnen und Arbeiter bei der FAU Berlin zu begrüßen, damit wir den Kampf gegen den Riesen führen können. Wir werden dich unterstützen, aber wir brauchen dich auf unserer Seite!"  - Oder wie es Joe ausdrückt: „Wenn mehr Arbeiterinnen und Arbeiter der Gewerkschaft beitreten, können wir wirklich viele Dinge erreichen. Jede Änderung würde zu einer besseren Situation führen. Die meisten Beschäftigten haben es satt und warten darauf, dass etwas passiert. Die FAU Berlin verfügt über die Erfahrung und Expertise, die sie benötigen, um ihre Wut in effektive Organisation und direkte Aktion zu verwandeln. Reines Dynamit!“

Klicke hier, um der FAU beizutreten und Joe in seinem Kampf zu unterstützen:

* Name geändert

 

Betroffen ist eine*r, gemeint sind wir alle: #MoBleibt!

Veröffentlicht am 05.11.2020 Kategorien: ,
Mo setzt sich schon seit Jahren für beschäftigte Studierende an der Humboldt-Uni ein. Jetzt zieht er gegen die wiederholte Einstellungsverweigerung der HU vor Gericht.

Der Streik der studentischen Beschäftigten

Als die studentischen Beschäftigten 2018 in einen 41-tägigen Streik traten [1], wurden im Umfeld der Humboldt-Universität vermehrt Streikaufrufe mit Sprühkreide angebracht. Mo wurde damals zusammen mit einer Mitstudentin in der Nähe des Hauptgebäudes von der Polizei angehalten und durchsucht. Die Polizei unterstellte ihnen, Graffitis gesprüht zu haben. Um überzogenen Repressionen zu entgehen, entfernten beide die angebrachten Streikaufrufe. "Dies bedurfte keiner weiteren Hilfsmittel außer Wasser und Papiertücher, da es sich um wasserlösliche Sprühkreide handelte," erklärt Mo in der HU-Betriebsgruppe der FAU. Wenige Monate später wurde er im Zuge eines Strafverfahrens trotzdem gezwungen, rund 350 € an die HU zu zahlen. Denn die ebenfalls angeklagte Mitstudentin erklärte sich vor Gericht bereit, das belastende Verfahren gegen Auflagen einzustellen. Mo wurden durch einen Vergleich dieselben Bedingungen auferlegt - ohne eigenes Verfahren.

Späte Repression und ein erneuter Versuch

Anfang 2020 bewarb sich Mo auf eine von 15 Stellen beim Computer- und Medienservice der HU. Die Stelle ähnelte den vorherigen Tätigkeiten von Mo und sein Bewerbungsverfahren verlief erfolgreich - bis die Personalabteilung der HU sich quer stellte: Eine Anstellung von Mo sei nicht gewollt, vorgeblich aufgrund der ihm im Zuge des TV-Stud-Streikes vorgeworfenen Sachbeschädigung. Außerdem behauptete die Personalabteilung, dass 2018 eine Kündigung gegen Mo beabsichtigt gewesen sei, die lediglich aufgrund des auslaufenden Vertrages nicht weiter verfolgt worden sei. Bei näherer Betrachtung stellen sich diese Behauptungen jedoch als unwahr heraus: Mo wurde wegen der Sprühkreide-Streikaufrufs 2018 nicht nur nicht verurteilt, sein Verfahren wurde auch ohne Anhörung eingestellt. Die Personalabteilung selbst arbeitete damals noch über ein halbes Jahr mit Mo als Personalrat "vertrauensvoll" zusammen. Das beabsichtigte Kündigungsverfahren wurde erst eingeleitet, nachdem Mo sich als Personalrat für die Umwandlung von TV-Stud auf TV-L-Stellen einsetzte und auch seine eigene Stelle umwandeln wollte. "Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die verweigerte Einstellung insbesondere dem Einsatz für studentische Beschäftigte im damaligen studentischen Personalrat geschuldet ist - und dort ist Mo einer der exponiertesten Vertreter gewesen", so Clara Zukov, Ansprechperson der Betriebsgruppe HU. Mo hat mittlerweile erneut das Arbeitsgericht angerufen, um der späten Repression wegen seines Engagements einen Riegel vorzuschieben.

Gemeinsam gegen UnionBusting

Bei all den Streikrepressionen durch Polizei und Gerichte sowie den Schikanen der Unileitung war Mo auf die Unterstützung seiner Kolleg*innen und Mitstudierenden angewiesen. Wenn Gerichte und Unileitungen demokratische Grundrechte von Studierenden und Beschäftigten kriminalisieren oder Beschäftigte maßregeln und bestrafen wollen, weil sie sich für ihre und andere Beschäftigte einsetzen, dann sind wir alle von diesen Angriffen betroffen. "Deswegen steht Mo am 11.11. nicht allein vor Gericht, sondern wir gemeinsam mit ihm!", sagt Clara Zukov.
Mo kämpft vor Gericht gegen die herrschaftliche Willkür an der HU, gegen die Einschränkung des Streikrechts und gegen die Verunmöglichung von gewerkschaftlichem Engagement (auch bekannt als UnionBusting). Auch in der Betriebsgruppe setzen wir uns zusammen gegen Unrecht an unseren Arbeitsplätzen ein. Wir treffen uns regelmässig, um ums auszustauschen und uns gemeinsam gegen Vereinzelung und individualisierte Angriffe zu wehren. Ob im Gericht oder im Betrieb: Wir stehen solidarisch zusammen.
 
[1] Zum Streik der studentischen Beschäftigten hat die FAU Berlin mehrere Artikel veröffentlicht: https://berlin.fau.org/kaempfe/tv-stud
[2] Zur Umwandlung von TVstud in TVL-Stellen und die Benachteiligung von studentischen Beschäftigten:  https://berlin.fau.org/strukturen/bildung/schritt-fuer-schritt-auf-dem-weg-zu-gleicher-bezahlung-fuer-gleiche-arbeit
 

Solidarität mit unseren Kolleg*innen bei Uber und Lyft! Nein zu Prop22!

Veröffentlicht am 02.11.2020 Kategorien: , ,
Am 3.November wird in den USA nicht nur über die Präsidentschaft abgestimmt: Zeitgleich soll auch über die Gesetzeserweiterung "Proposal 22" entschieden werden. Sie könnte einen herben Rückschritt für die Rechte von Plattformarbeiter*innen bedeuten.

Es gibt Grund zur Freude: Ein Berufungsgericht in Kalifornien - der Geburtsstätte der Plattformarbeit - hat vergangene Woche entschieden, dass Uber Fahrer* innen als Angestellte und nicht - wie bisher - als (Schein-) selbstständige Unternehmer* innen anzusehen sind.

Statt prekärer Subunternehmer* innentätigkeit gibt es für unsere Kolleg* innen bald Mindestlohn, bezahlte Urlaubs- und Krankheitstage sowie Aussicht auf eine Krankenversicherung. Als Betriebsgruppe der Lieferando-Rider in der FAU Berlin begrüßen wir diesen Erfolg! Die Verhandlung der arbeitstechnischen Eckdaten in der Gig-Economy ist beinahe so jung wie das Modell selbst - jede Entwicklung zugunsten der Arbeiter* innen ist daher besonders wichtig - und hoffentlich wegweisend.

Für andere gibt es Grund zur Empörung: Nach dem Urteil drohten die Unternehmensführungen von Uber und Lyft prompt mit der Einstellung ihrer Dienste oder immensen Preissprüngen. Dann griffen sie jedoch lieber die Rechtsprechung direkt an: Hierzu wurde die Gesetzeserweiterung "Proposal 22" (kurz Prop22) auf den Weg gebracht. "Prop22" würde die Arbeiter* innen in der Gig-Economy auch zukünftig an ihre Rolle als (Schein-) Selbsständige binden. Es ist die nächste Runde im Tauziehen um das Verhältnis von Bindung, Rechte und Pflichten - vor allem der Arbeitgeber*innen.

Über Prop22 wird am 3.November - zeitgleich zur Präsidentschaftswahrl - per Stimmzettel von der Bevölkerung entschieden. Egal wie das Ergebnis aussehen wird - wir werden weiterhin solidarisch mit unseren Kolleg*innen kämpfen!

FAU Berlin unterstützt "Legalisierung Jetzt!"

Veröffentlicht am 24.10.2020
Wir haben den offenen Brief der Kampagne zur Legalisierung aller undokumentierten migrantischen Personen unterzeichnet. "[...] Menschen [werden] illegalisiert und damit kriminalisiert. Sie werden zum perfekten Ziel sowohl legaler als auch illegaler Ausbeutungsaktivitäten im Interesse großer Unternehmen sowie der deutschen Wirtschaft im Allgemeinen gemacht. Wir sprechen hier von essentiellen Tätigkeiten in der Carearbeit (Pflege, Kinderbetreung, Reinigung etc.) und weiteren Bereichen des tertiären Dienstleistungssektors, in der Landwirtschaft, dem Bauwesen und anderen Branchen."

Mit dem Status der Illegalisierung sind Menschen kapitalistischer Ausbeutung in besonderem Maße ausgesetzt - die Kampagne "Legalisierung Jetzt!" ist ein Versuch der Selbstorganisation von Migrant*innen aus der Arbeiter*innenklasse, um für ihre Grundrechte zu kämpfen. Legalisierung ist Grundlage für ihre gewerkschaftliche Organisierung und den Kampf für bessere Arbeitsbedingungen. Als FAU Berlin stehen wir für internationale Solidarität - wir unterstützen die Selbstorganisation der Arbeiter*innen; und das unabhängig von Herkunft, race oder Rechtsstatus.

Zum offenen Brief der Kampagne: https://legalisierungjetzt.net/letter.html

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Die FAU Berlin befindet sich gerade in einer Neustrukturierungsphase! Das bedeutet, dass wir einige unserer öffentlichen Aktivitäten herunterfahren, um uns auf die künftige Strategiefindung zu konzentrieren. Während dieser Zeit werden wir unsere Mitglieder selbstverständlich weiterhin unterstützen. Wenn du als Mitglied Hilfe brauchst, dann kannst du dich gern an deine Sektion/Betriebsgruppe wenden - oder du schaust einfach freitags im offenen Lokal vorbei!

Einstieg und Beratung
Für die Einführung von Neumitgliedern sind die Sektionen oder Betriebsgruppen verantwortlich – fragt dort nach!
Immer am 4. Freitag im Monat gibt es Einführungen für Mitglieder, die keiner Sektion oder Betriebsgruppe angehören. Anmeldung unter .
Offenes FAU-Lokal: Freitags, 17.00–20.00 Uhr.
Gewerkschaftliche Beratung: immer am 2. und 4. Freitag im Monat, 18.30–19.30 Uhr.
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Offene Beratung für Kollektivbetriebe: Siehe die Beratungs-Seite der union coop // föderation.
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